12. Oktober 2026

Tia Matoyi

Tia Matoyi – Lingala für „Spitz die Ohren!“ oder „Hör genau hin!“ – ist eine Einladung, sich auf neue Formen musikalischer Zusammenarbeit einzulassen.

Tia Matoyi markiert den Auftakt einer langfristigen Kooperation zwischen dem Ensemble Musikfabrik und Musiker:innen der experimentellen DIY-Szene Kinshasas. Ermöglicht durch eine Förderung der Kulturstiftung des Bundes im Programm WAYS, reisten im Juni 2026 drei Mitglieder der Musikfabrik nach Kinshasa, um dort Künstler:innen kennenzulernen und gemeinsam neue Formen der Zusammenarbeit zu suchen.

Nun folgt der Gegenbesuch: Drei Musiker aus Kinshasa kommen für eine einwöchige Arbeitsphase nach Köln. Im Zentrum steht keine fertige Produktion, sondern eine künstlerische Fragestellung: Wie arbeiten ein europäisches Ensemble für Neue Musik und Musiker:innen zusammen, deren experimentelle Klangwelten außerhalb akademischer Ausbildungswege entstanden sind?

Mit klassischen, elektronischen und recycelten Instrumenten entsteht für eine Woche ein Ensemble auf Zeit. Nicht das Gemeinsame steht dabei am Anfang, sondern die Differenz: unterschiedliche Erfahrungen, unterschiedliche Klangvorstellungen, unterschiedliche Wege, Musik zu erfinden. Diese Differenz lässt sich nicht ohne Weiteres auflösen. Gerade in ihr liegt der Rohstoff, aus dem neue Musik entsteht. Wer gemeinsam Neuland betreten will, muss bereit sein, Gewohnheiten hinter sich zu lassen, Risiken einzugehen und die eigene künstlerische Praxis radikal infrage zu stellen.

Das Werkstattkonzert am 24. Oktober macht diesen offenen Prozess erstmals öffentlich – nicht als fertiges Ergebnis, sondern als Einladung, einem musikalischen Abenteuer beim Entstehen zuzuhören.