29.05.2020

Lockdown Tape #13

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Für Lockdown Tape Nummer 13 wählte Dirk Wietheger Serenade von Hans Werner Henze, ein Stück das ihn seit seiner Jugend begleitet. Hier erzählt Dirk Wietheger, wie das Stück außerdem sein Interesse an Neuer Musik weckte.


"Mit der Serenade von Henze habe ich ein altes Stück aus meinem Notenschrank hervorgeholt, welches für mich persönlich eine ganz besondere Bedeutung hat: Ich spielte es zum ersten Mal 1988 im Alter von 15 Jahren. Es war das erste Stück Neuer Musik (wenn auch nicht neuester Musik), welches mich im jugendlichen Alter gefangen nahm und meine Phantasie anregte. Es sind neun kleine Charakterstücke des 26-jährigen (also ebenfalls jugendlichen) Henze, welche dieser als Teile einer Musik zu Shakespeares Viel Lärm um nichts schrieb. Sie wurden zu einem echten Klassiker der Celloliteratur. Ich bin überzeugt, dass diese Stücke einen entscheidenden Anteil daran haben, dass ich aufmerksam wurde für die Musik unserer Zeit. Wer hätte gedacht, dass ich eines Tages als Mitglied des Ensemble Musikfabrik dem alten Meister zwei Jahre vor dessen Tod begegnen würde, als wir mit unserem Jugendensemble Studio Musikfabrik dessen Oper Gisela einstudierten und uraufführten?"
- Dirk Wietheger

--- english version ---

For Lockdown Tape number 13 Dirk Wietheger chose Serenade by Hans Werner Henze, a piece that has accompanied him since his youth. Here on the blog, Dirk Wietheger tells how the piece also awakened his interest in Contemporary Music.

"With the piece Serenade by Henze, I have brought out an old piece from my music cabinet, which has a very special meaning for me personally: I first played it in 1988 at the age of 15. It was the first piece of new music (though not the latest music) which captivated me in my youth and stimulated my imagination. It consists of nine little character pieces by the 26-year-old (i.e. also young) Henze, which he wrote as parts of a music to Shakespeare's Much Ado About Nothing. They became a real classic of cello literature. I am convinced that these pieces played a decisive role in my becoming aware of the music of our time. Who would have thought that one day, as a member of the Ensemble Musikfabrik, I would meet the old master two years before his death, when we rehearsed and premiered his opera Gisela with our youth ensemble Studio Musikfabrik?"
- Dirk Wietheger