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Lisa StreichSAFRAN (2017)
für Violine und motorisiertes Klavier

Hannah Weirich, Violine
Ulrich Löffler, Klavier

Janet Sinica, video/editing
Wolfgang Ellers, recording producer/editing

SAFRAN

SAFRAN ist ein Stück, das riecht oder versucht, Düfte zu erinnern. Anders als jedes andere Gewürz hat Safran eine besondere Bedeutung für mich. Es ist sowohl süß als auch bitter – jedoch mehr süß als bitter und nicht süß wie Zucker, sondern es hat viele verschiedene Dimensionen von Süße. All diese Variationen von Süße, welche auf eine Art auch Zärtlichkeiten beinhalten, sind kaum zu umschreiben. Schwer, vielleicht unmöglich, Worte für diese Süße zu finden. Die Ausrichtungen der verschiedenen Süßen scheinen atomisch klein und sie führen für sich gesehen ins Nirgendwo. In ihrer Summe jedoch definieren sie sich und existieren. SAFRAN ist ein abstrakter Plan von einem flüchtigen Netz, das keine Endpunkte hat, sich jedoch in seinem schwebenden Dasein selbst definiert.
– Lisa Streich, 2017

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Sarah Nemtsov BINAH.CHOCHMAH (2024)
für Lupophon, Kontrabassklarinette und Plattenspieler

Martin Bliggenstorfer, Lupophon
Carl Rosman, Kontrabassklarinette
Hannah Weirich, Plattenspieler

Janet Sinica and Joalia Ellwanger, video/editing
Stephan Schmidt, recording producer/editing

Liveaufnahme aus dem Studio des Ensemble Musikfabrik am 24. Februar 2025

„Le Chaos, ou l’origine du monde” – „Chaos, oder der Ursprung der Welt

Es war fast unbewusst, als wir uns für den Namen Kölner Chaos Orchester entschieden haben. Auf den ersten Blick ruft das Wort Chaos das hervor, was wir instinktiv damit verbinden: Unordnung. Unordnung als Rebellion gegen die etablierte Ordnung, als Dekonstruktion, als bewusste Vermischung von Elementen, um etwas völlig Neues aufzubauen.
Später jedoch, als ich über den Namen nachdachte, erkannte ich seine tiefere Bedeutung – eine Bedeutung, die in der Mythologie und Kosmogonie verwurzelt ist.

Chaos ist weit mehr als bloße Unordnung. In der griechischen Mythologie ist es die ursprüngliche Leere, der Urgott, der vor allem anderen existierte. Eine verworrene Masse, in die noch nicht einmal das Licht eindringen konnte, in der die ersten Schritte der Schöpfung noch ungeformt waren. Aus diesem Chaos entstanden die Grundlagen der Existenz: Éros (Liebe), Gaïa (Erde), Ouranos (Himmel), Érèbe (Dunkelheit), Nyx (Nacht), Héméra (Tag) und Éther (das Licht des Tages).

Am vergangenen Sonntag begann unser Konzert „Monophonies” im Studio Musikfabrik mit seinem eigenen Urknall. Die Griechen ahnten es, Wissenschaftler gaben ihm später einen Namen. Und wir taten es ihnen gleich, in den ersten drei Minuten einer einstündigen Reise. Die Chaostheorie in der Physik beschreibt Systeme, die so empfindlich sind, dass das Flattern eines Schmetterlings in Brasilien einen Sturm in Köln auslösen kann. Im KCO lebt dieses Prinzip: Eine einzige musikalische Geste eines Musikers breitet sich im Orchester aus und wird Sekunden später von einem Brüllen, einem Flüstern oder einem Dröhnen aus einer anderen Ecke des Raumes beantwortet.

Wie der Philosoph Raphaël Liogier in Khaos: La promesse trahie de la modernité (2023) schreibt:

„In der Antike bezeichnete das griechische Wort khaos – aus dem das lateinische chaos hervorging – die Leere: eine positive Leere, voller Potenzial, etwas zu Großes, um durch Darstellung eingegrenzt zu werden.“

Das ist das Chaos, das wir verkörpern. Keine Leere, sondern eine Fülle – ein wimmelnder, grenzenloser Raum der Möglichkeiten. Und diese Bedeutung muss uns leiten.

*(Illustration: „Le Chaos, ou l’origine du monde“ von Bernard Picart, dit le Romain (1673–1733), zwischen 1730 und 1733 – denn jeder Anfang ist eine Art schöner Unordnung.)*

 

 

 

 

Ein Dankeschön an die Architekten der Leere

Am vergangenen Wochenende hat das KCO bewiesen, dass Chaos, wenn es bewusst gelenkt wird, zur Schöpfung wird. Das Konzert war ein Beweis dafür, was passiert, wenn professionelle Strenge auf radikale Offenheit trifft – wenn ein Orchester mit unterschiedlichen Hintergründen, vereint durch Neugier, es wagt, zu brüllen, zu schreien, zu singen, zu flüstern, zu knurren, zu trommeln und zu dröhnen, um etwas völlig Neues ins Leben zu rufen.

All dies wäre ohne unser Büro- und Stageteam nicht möglich gewesen, dessen Engagement das Potenzial in die Realität umsetzte, von den Bemühungen und der Sorgfalt, die in Video, Ton und Licht sowie in die Dokumentation des Abends und die makellose Organisation gesteckt wurden, die das Chaos funktional machten. Nicht zuletzt Axel Porath, der der ideale Partner in diesem Abenteuer war.
Die Musiker*innen des KCO haben sich der Herausforderung gestellt, weil sie gesehen haben, wie ernst wir dieses Projekt genommen haben. Als sie die fünf professionellen Kameras, die sorgfältige Beleuchtung und die mit Sorgfalt aufgebaute Infrastruktur sahen, war ihnen klar: Das ist wichtig. Und so spielten sie, als stünde unendlich viel auf dem Spiel – denn in gewisser Weise war das auch so.

Warum das wichtig ist: Die radikale Kraft der Amateurkunst

Zeitgenössische Musik wird oft als elitär und unzugänglich angesehen – als eine Welt von Spezialisten, die eine Sprache sprechen, die nur sie verstehen. Aber das KCO existiert, um diese Vorstellung in Frage zu stellen. Indem wir Amateurmusiker*innen als wichtige Mitwirkende behandeln, machen wir nicht nur Musik, sondern geben auch ein Statement darüber ab, was Musik sein kann. Ohne Amateure gibt es keine Zukunft für mutige, experimentelle Kunst. Die ausgefeilten Drei-Minuten-Formate der Branche werden die nächste Generation von Klangforschern nicht fördern. Wenn wir Musiker*innen wollen, die mutig genug sind, sich über den Mainstream hinaus zu wagen, müssen wir das Seltsame, das Unbekannte, das herrlich Unvollkommene demokratisieren. Das KCO ist ein Schritt in diese Richtung – ein Raum, in dem Experimente gefeiert werden, in dem „Fehler” zu Entdeckungen werden und in dem die Grenzen zwischen „Amateur” und „Profi” verschwimmen. Dies ist nur der Anfang. Das KCO wächst noch, entwickelt sich noch weiter. Es gibt jüngere Musiker*innen, die es zu gewinnen gilt, neue Stimmen, die es zu verstärken gilt, und unendliche Möglichkeiten, wie dieses Orchester wachsen und gedeihen kann. Die Energie dieses Wochenendes ist nur die erste Welle – was als Nächstes kommt, liegt an uns allen.

Die Arbeit geht weiter

Das Schöne am Chaos ist, dass es kein Ende nimmt. Es bleibt in Bewegung, verändert sich ständig. Die Ideen, die an diesem Wochenende entstanden sind – neue Musik, neue Strukturen, neue Formen der Zusammenarbeit – werden nicht verschwinden. Sie werden in Proben, in Gesprächen, in den Räumen, die wir füreinander öffnen, Gestalt annehmen.
Denn letztendlich ist Chaos nichts, was man kontrollieren kann. Es ist etwas, dem man zuhören, dem man vertrauen und das man sich entfalten lassen muss. An das KCO, an das Team, an alle, die an die Kraft des Unbändigen und Lebendigen glauben – vielen Dank. Das Beste entsteht immer noch aus der Leere.

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Sarah NemtsovG’VURAH (2024)
für Kontrabass solo mit Verstärkung und Effektpedalen

Florentin Ginot, Kontrabass

Janet Sinica und Joalia Ellwanger, Video/Bearbeitung

Stephan Schmidt, Aufnahmeleitung

Live aufgenommen im Studio des Ensemble Musikfabrik am 24. Februar 2025

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Sarah NemtsovDa’at (2024)
für E-Gitarre solo

Yaron Deutsch, E-Gitarre

Janet Sinica und Joalia Ellwanger, video/editing
Stephan Schmidt, recording producer/editing

Live-Mitschnitt des Montagskonzerts Sephirot am 24. Februar 2025

Werktext

»Natürlich ist es vermessen, kabbalistische Konzepte zu «vertonen”. Unmöglich. Es war eine subjektive Annäherung–so habe ich auch Dinge konterkariert oder Fragen gestellt. Dabei muss man keine Kenntnis der Kabbala haben, um die Stücke zu hören oder zu »verstehen«. Am Ende sind es nur Klänge. Das ist das Wichtigste. Die Konzepte waren Inspiration für mich persönlich, sonst hätte ich diese Werke nicht auf diese Weise schreiben können.

Angesichts der immer katastrophaleren Lage der Welt, all der Zerstörung und Gewalt–man kann sich Walter Benjamins Engel der Geschichte in dieser Zeit denken–war diese künstlerische Beschäftigung vielleicht auch Trost oder Rückzug oder Rückhalt. (If only.)”

DA’AT (2024) für Solo-E-Gitarre. Nur Hände und Instrument (und Fußpedale). Die Skordatur der Saiten ermöglicht besondere harmonische Klangräume. Ein inneres Wissen. Wer durch Feuer, wer durch Wasser. Gewidmet und komponiert für Yaron Deutsch.
(Sarah Nemtsov)

Musik als multimediales Ritual – An Index of Metals präsentiert in Bangkok und Singapur

Zehn Tage, zwei Städte, viele neue Begegnungen – und unzählige musikalische Impulse: Die jüngste Konzertreise von Studio Musikfabrik führte die beiden Musikerinnen Mine Ece Pahsa (Flöte) und Jungin Kim (Violoncello) im August 2025 nach Bangkok und Singapur.

Im Zentrum der Reise stand die Aufführung des audiovisuellen Werks An Index of Metals von Fausto Romitelli – ein multimediales Ereignis  für Sopran, Ensemble, Video und Elektronik. Gemeinsam mit Musiker:innen der Musikhochschule Lübeck, dem Yong Siew Toh Conservatory of Music, NUS aus Singapur sowie dem Princess Galyani Vadhana Institute of Music (PGVIM) in Thailand und unter der künstlerischen Leitung von Peter Veale wurde das Projekt realisiert.

Im Rahmen des jährlichen Symposiums des Princess Galyani Vadhana Institute of Music (PGVIM) in Bangkok – in diesem Jahr unter dem Motto „Wonderland“ – wurde An Index of Metals am 22. August 2025 in der Konzerthalle des Instituts aufgeführt, gefolgt von einem weiteren Konzert am 26. August am Yong Siew Toh Conservatory of Music in Singapur. Darüber hinaus erhielten die beiden Musikerinnen von Studio Musikfabrik die Gelegenheit, während des Symposiums auch zeitgenössische Solo-Werke aus ihrem Repertoire zu präsentieren.

Das etwa 50-minütige Gesamtkunstwerk, das zeitgenössische Kompositionskunst, immersives Videodesign und elektroakustische Klanglandschaften miteinander verwebt, wird in ähnlicher Besetzung mit Studio Musikfabrik und der Musikhochschule Lübeck am 18. Oktober 2025 in Lübeck erneut zur Aufführung gebracht – ein Wiedersehen mit einem außergewöhnlichen Werk!

Persönliche Eindrücke der Musikerinnen

Für Mine Ece Pahsa war die Reise von Anfang an mit großer Vorfreude verbunden. „Seitdem ich erfahren habe, dass ich ein Teil von Studio Musikfabrik werde, konnte ich nicht aufhören, mir vorzustellen, was diese zehn kommenden Tage bringen könnten. “ Rückblickend beschreibt sie die Reise als berührend: „Alles was ich mir vorgestellt hatte, war noch schöner, als ich es mir erträumt hatte.“ 

Dass sie für dieses Projekt zum ersten Mal nach Asien reiste, empfand sie als großes Privileg. Besonders bewegend war für sie der Austausch mit Musiker*innen vor Ort: „In Bangkok, bekam ich die Chance bemerkenswerte Thai Musiker*innen kennenzulernen, zu hören, deren Welt zu erleben – dafür bin ich wirklich dankbar. „Es ist, als ob sich in meinem Kopf ein komplett neuer Raum eröffnet hat.“

Auch die Zusammenarbeit mit dem Ensemble war für sie beeindruckend : “Von der ersten Probe an hat die Zusammenarbeit mit Peter und das Zusammenspiel mit meinen Kollegen meiner Musik etwas Außergewöhnliches verliehen. Ich spürte, wie sich dies mit jedem Tag der Tournee vertiefte.

Und nicht zuletzt sind es die zwischenmenschlichen Beziehungen, die ihr in Erinnerung bleiben: „Die Leute von Studio Musikfabrik sind mir in so kurzer Zeit wie eine Familie geworden, was diesen Abschied umso emotionaler macht. Zu wissen, dass ich sie in Lübeck wiedersehen werde, erfüllt mich mit Freude, auch wenn ich sie jetzt schon vermisse. “ Für Mine Ece steht fest: „Diese zehn Tage werden mir als eines der schönsten Kapitel meines Lebens in Erinnerung bleiben. Allen, die dies möglich gemacht haben, gilt mein tiefster Dank.“

Auch Jungin Kim blickt mit Zufriedenheit auf das Projekt zurück. „Als ich mich dem Projekt in Bangkok und Singapur anschloss, hoffte ich, mit Musikern zusammenzuarbeiten, die sich wirklich ihrer Kunst verschrieben haben, und aus unserer Zusammenarbeit neue Inspiration zu schöpfen. Diese Erwartung hat sich voll und ganz erfüllt, und die Erfahrung war sogar noch bereichernder, als ich erwartet hatte.“

Besonders prägend war die Arbeit mit Peter Veale: „Peters Art, das Ensemble zu leiten, hat mich sehr beeindruckt. Er hat uns stets ermutigt und uns praktische und musikalisch aufschlussreiche Ratschläge gegeben. Seine Anleitung hat unsere Darbietungen geprägt und jedem von uns geholfen, auf der Bühne das bestmögliche Ergebnis zu erzielen.“

Ein persönliches Highlight war für Jungin die Präsentation eigener Werke: „ Meine eigene Musik an solch einzigartigen Orten zu präsentieren, war sowohl aufregend als auch zutiefst bereichernd – eine Erfahrung, die ich noch lange in Erinnerung behalten werde.“ 

Auch abseits der Bühne war der Austausch intensiv: „Gemeinsame Mahlzeiten, Erkundungstouren durch die Städte und der Austausch mit Musikern unterschiedlicher Herkunft eröffneten neue Perspektiven und stärkten das Gemeinschaftsgefühl innerhalb des Ensembles.“

Klang verbindet Kulturen

Die Konzertreise nach Bangkok und Singapur war sowohl musikalisches Ereignis – als  auch kultureller Brückenschlag, ein persönliches Abenteuer und ein eindrucksvolles Beispiel für die verbindende Kraft zeitgenössischer Musik.

Die Aufführung von An Index of Metals ein Zeichen für künstlerischen Mut, interkulturelle Zusammenarbeit und eine lebendige Zukunft der neuen Musik.

 

 

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Aaron Cassidy27. Juni 2009 (2020 – 21)
für Es-Klarinette

Carl Rosman, Klarinette

Janet Sinica, video/editing
Stephan Schmidt, recording producer/editing

Liveaufnahme von der Uraufführung beim Montagskonzert „In Nomines“ am 2.10.2023.

Werktext

Die übermalten Fotografien von Gerhard Richter faszinieren mich schon lange. Als Sammlung sind sie merkwürdig – in mancher Hinsicht sind sie informell, spontan, beiläufig und sogar substanzlos; in anderer Hinsicht sind sie gewalttätig, unversöhnlich, abweisend, sogar brutal. Diese Gemälde sind Miniaturen – einfache Schnappschüsse, in der Regel 10 x 15 cm -, aber es gibt etwas an dem Missverhältnis zwischen dem Maßstab der übermalten Schicht und dem Maßstab der Teile der fotografischen Bilder, die durchscheinen, das einen Eindruck von etwas ziemlich Massivem vermittelt. Die Farbe überwältigt, verdrängt, verwischt. Im Zusammenhang mit den Proportionen des Fotos nehmen die einfachen, verschmierten Farbschichten oft eine extreme, gigantische Präsenz an.

Für mich werden die Spannungen und Mehrdeutigkeiten in diesen Beziehungen zwischen Farbe und Fotografie in den übermalten Werken Richters, die Menschen und insbesondere Gesichter zeigen, noch deutlicher. Einige der übermalten Werke bleiben ziemlich abstrakt, und ihre Spannungen zwischen den Schichten sind zwar faszinierend, bleiben aber weitgehend konzeptuell. Aber wenn das ursprüngliche Thema der zugrunde liegenden Fotografie ein Gesicht, eine Person ist, wird das Ausmaß der Kollision viel schwerer, bedrohlicher, rücksichtsloser.

27. Juni 2009 (die Titel geben einfach das Datum der Ausführung an) ist eines der fesselndsten Bilder dieser Serie. Es ist – oder war – ein Porträt, eine Nahaufnahme eines Gesichts, die so beschnitten ist, dass das Gesicht fast die gesamte linke Hälfte des Bildes ausfüllt. Über dem Gesicht befindet sich ein dicker, gezogener Klumpen leuchtend roter Farbe, der ebenfalls den größten Teil der linken Seite der Leinwand ausfüllt, so dass nur ein kleiner Splitter des Auges und der Augenbraue sowie ein winziges Stück des Kieferumrisses sichtbar bleiben. Die rechte Seite der Leinwand ist in gewisser Weise nicht weniger streng: Was ein entfernter, verschwommener, neutraler blaugrauer Hintergrund war, ist hier mit roten und grünen Streifen bedeckt, die weniger dicht in der Textur und fast gitterartig sind, aber in gewisser Weise macht die Tatsache, dass diese Seite ein wenig mehr von dem ursprünglichen Bild darunter enthüllt, die Undurchsichtigkeit des dicken Rots auf der linken Seite noch verheerender, kraftvoller, unvermeidlicher. Aber es ist auch wichtig, dass klar ist, dass diese beiden Hälften sowohl unkontrolliert als auch unmanipuliert sind – ihre Muster, Formen, Farbtöne und Texturen sind allesamt nur Nebenprodukte einfacher, sogar ungeschickter Gesten: schnell, improvisiert, unbestimmt. (Offenbar drückt Richter die Fotografie manchmal sogar mit dem Gesicht nach unten in die Farbe, so dass er nicht einmal genau weiß, was das Ergebnis sein wird.)

Diese übermalten Fotos von Menschen haben für mich während der Pandemie eine besondere Bedeutung erlangt. Das Gefühl der Auslöschung – von Menschen, Erinnerungen, Erfahrungen, Umgebungen, ernsten und unbedeutenden Interaktionen – war überwältigend. Die eigenen Erfahrungen mit der Menschheit sind pulverisiert, verstümmelt, distanziert, vergessen, virtuell. Gesichter werden verdeckt – natürlich im wörtlichen Sinne, aber auch im übertragenen Sinne, emotional, erfahrungsgemäß.

27. Juni 2009 wurde von Carl Rosman in Auftrag gegeben, einem alten Freund, mit dem ich die große Freude hatte, in vielen verschiedenen Kontexten zusammenzuarbeiten, und das nun schon seit über 20 Jahren. Er hat in meinem musikalischen Leben eine überragende Rolle gespielt – und tut dies auch weiterhin -, wofür ich ihm sehr dankbar bin. Die Auftragskomposition wurde durch die Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen ermöglicht und ist Carl anlässlich seines 50. Geburtstags gewidmet.
Aaron Cassidy

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Michael FinnissyKölner Klarinette (2022)
für Klarinette solo

Carl Rosman, Klarinette

Janet Sinica, video/editing
Stephan Schmidt, recording producer/editing

Live recording of our Montagskonzert „In Nomines“ on 2.10.2023

Gregor Hotz © Victoria Alexandrova

Gregor Hotz wird zum 1. Januar 2026 neuer Intendant des Ensemble Musikfabrik. Bis dahin bleibt Thomas Fichter in dieser Position, dem das Ensemble für seine langjährige, erfolgreiche und zukunftsweisende Arbeit von Herzen dankt. Marco Blaauw, Vorstandsvorsitzender des Ensemble Musikfabrik, erklärt dazu: „Wir freuen uns sehr, mit Gregor Hotz einen profilierten Kulturmanager und profunden Kenner der zeitgenössischen Musik für diese Aufgabe gewonnen zu haben. Mit seiner Erfahrung und Leidenschaft für neue Musik wird er das Ensemble mit frischen Impulsen in die Zukunft führen.“

Gregor Hotz ist derzeit Geschäftsführer des Musikfonds e.V. in Berlin, der zentralen Förderinstitution des Bundes für aktuelle Musik. Zuvor war er über viele Jahre als freier Kurator und Kulturmanager tätig, unter anderem als Mitbegründer des unabhängigen Veranstaltungsorts ausland, als Leiter des Splitter Orchesters sowie als Initiator zahlreicher internationaler Projekte im Bereich aktueller Musik und Klangkunst.

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Sofia GubaidulinaFreue dich! (1981)

Sara Cubarsi, Violine
Dirk Wietheger, Violoncello

Janet Sinica, Video
Wolfgang Ellers, Aufnahmeleitung

Anmerkungen der Komponistin

Thema meines Werkes ‚Freue dich‘ ist die metaphorische Darstellung des Überganges in eine andere Wirklichkeit, ausgedrückt durch die Gegenüberstellung von normalem Klang und Flageolett— Tönen. Die Möglichkeit, auf einem Streichinstrument verschiedene Tonhöhen an derselben Stelle einer Saite zu erzeugen, kann in der Musik als der Übergang in eine andere Wirklichkeitsebene erlebt werden. Und ein solches Erlebnis ist nichts anderes als Freude. Flageolett-Töne sind natürlich -schon Tausende Male angewandt worden, und es ist nichts Außergewöhnliches an dieser Technik. Hier jedoch geht es darum, diese Töne nicht nur als ein Timbre oder eine Einfärbung, nicht als die Einkleidung einer Sache, sondern als ihr Wesen, das Wesen ihrer Form als ‚Verklärung‘ zu erfahren. Und das kann nur die Kunst leisten. (Sofia Gubaidulina)

Ein intermediales Konzert des Ensemble Musikfabrik in Kooperation mit Ensemble Scope.
Konzipiert und kuratiert von Lucia Kilger, Friederike Scheunchen & Clemens K. Thomas, koproduziert durch den WDR / Wittener Tage für Neue Kammermusik 2025

Am 2. Mai beginnen die Wittener Tage für Neue Kammermusik zu dem Thema „Upcycling“. Das Eröffnungskonzert von Ensemble Musikfabrik in Zusammenarbeit mit dem Ensemble Scope rückt das Thema Filter in den Mittelpunkt, ein alltägliches Phänomen unserer digitalen Gegenwart.

Wer kennt sie nicht? Die Hunde- oder Hasenfilter bei Instagram, die Face-Swapfilter oder Grannyfilter. Im Handumdrehen und nur mit dem Handy verändern oder vertauschen sich Gesichter nach Belieben. Der Zoom-Hintergrundfilter lässt die Meetingteilnehmenden plötzlich auf einer Karibikinsel sitzen oder blurrt schlicht den Hintergrund. Die technischen-ästhetischen Möglichkeiten, die eigene Identität spielerisch zu verwandeln, sind endlos.Sehgewohnheiten verändern sich durch Filter stetig und nachhaltig. Sie nehmen Einfluss auf unser ästhetisches Empfinden, Selbstbilder und Körperideale. Visuelle Filter, die wir täglich auf Social-Media-Plattformen nutzen, bestimmen nicht nur, wie wir uns selbst sehen, sondern tragen auch zur Verbreitung und damit Manifestierung von Schönheitsidealen und gesellschaftlichen Stereotypen bei. Längst gibt es mit #nofilter eine Gegenbewegung. Mit diesem Hashtag versehene Posts sollen “authentischen”, unbearbeiteten Content sichtbar machen. Aber wie “echt” kann digitaler Content sein? Die Filterfunktion geht derweil in die nächste Runde: Inzwischen genieren KI-Filter aus dem Material unkuratierter Fotodatenbanken Avatare und Deep Fakes und reproduzieren Körpernormen und darin eingeschriebene Diskriminierungen.Auch Audiofilter sind in unserem Alltag präsent. Sie optimieren Gespräche und unterdrücken Störgeräusche. Durch jedes Unterdrücken geht jedoch auch zwangsläufig etwas verloren. Seien es Hintergrundrauschen, leise Klänge oder Frequenzbereiche, die für bestimmte Funktionen weniger relevant sind. Filter begrenzen, verengen. Sie stellen auf etwas Bestimmtes scharf, im Zweifel auf das Laute, das Prägnante. Für viele technische Anwendungen kann das ein sinnvolles Tool sein – aber was hat diese Funktionsweise, als Metapher gelesen, für soziale und politische Implikationen?

Smartfilter „Leuchtende Konturen“ Lucia Kilger © Marc Wilhelm, Friederike Scheunchen @ Marc Wilhelm,, Clemens K. Thomas @ Katja Ruge

Mit #FILTER holen wir dieses Phänomen, welches inzwischen unseren Alltag maßgeblich prägt, ins Zentrum des Schaffens. So befassen sich die auch intermedial und performativ versierten Komponist*innen Nicolas Berge, Lucia Kilger, Jessie Marino, Alex Paxton und Clemens K. Thomas aus verschiedenen Blickwinkeln mit #FILTER, untersuchen utopische Potenziale und stürzen sich in die Vielheit der Identitäten. Der Kompositionsprozess findet in engem Austausch mit dem Ensemble Musikfabrik, der Tänzerin Ria Rehfuß, der Dirigentin Friederike Scheunchen und dem Tech-Team des Ensemble Scope statt.

© Princess Galyani Vadhana Institute of Music Youth Orchestra

Eine Tournee zwischen Bangkok, Witten, Köln und Lübeck mit Studio Musikfabrik, dem Princess Vadhana Institute of Music aus Bangkok und der Musikhochschule Lübeck 

Wenn junge Musiker*innen aus verschiedenen Ländern der Welt zusammenkommen, entsteht ein künstlerischer Dialog, der Grenzen überwindet und Verbindungen schafft. Das Projekt „Tribute“, umfasst die Zusammenarbeit zwischen Studio Musikfabrik, dem Princess Galyani Vadhana Institute of Music Youth Orchestra (PYO), sowie der Musikhochschule Lübeck und vereinte internationale Musiker*innen in einem Austausch zwischen zeitgenössischer Musik, kultureller Neugier und menschlicher Begegnung.

Im Zentrum stand nicht nur die gemeinsame Arbeit an einem umfangreichen Programm mit Werken von Ligeti, Chacon, Kagel und Mack, sowie zwei weiteren kammermusikalischen Programmen, sondern auch das Miteinander – geprägt von Offenheit, Respekt und inspirierendem Zusammenspiel.

Die Reise führte uns von der tropischen Metropole Bangkok über Witten und Köln und für einige von uns bis nach Lübeck. Neben intensiven Proben und Konzerten erlebten wir eindrucksvolle kulturelle Einblicke, spontane Begegnungen, neue Freundschaften – und die Kraft der Musik als verbindendes Element über alle Unterschiede hinweg.

Ein Rückblick auf zwei Wochen, die in vielerlei Hinsicht bewegt haben – musikalisch, menschlich und zwischen den Welten.

Teil I – Bangkok: Ankommen, Proben, Staunen und das erste Konzert 

24. März 2025 – Nach einem 12 stündigen Flug und einem langen Zwischenaufenthalt in Dubai, der mit Jonglieren und Kartenspiel überbrückt wurde, sind wir endlich in Bangkok angekommen. Am Flughafen wurden wir von Mine empfangen und mit dem Busshuttle durch die Stadt in Richtung Hotel gefahren, vorbei an den ersten Eindrücken der thailändischen Metropole. Nach kurzer Akklimatisierung fuhren wir gemeinsam zum Institut, um noch am selben Tag mit den Musiker*innen von Studio Musikfabrik und der Musikhochschule Lübeck unter der Leitung von Peter Veale die anspruchsvollen Stücke zu proben. Schnell waren alle erschöpft, aber gespannt auf die kommenden Tage. Beim gemeinsamen Abendessen ließen wir den Anreisetag ausklingen. 

Die folgenden Tage waren intensiv. Zwischen Proben, ersten kulinarischen Entdeckungen und Spaziergängen durch die dampfenden Straßen Bangkoks lernten wir nicht nur ein neues Land kennen, sondern auch unsere Kolleg*innen vom Princess Galyani Vadhana Institute of Music (PGVIM).

Trotz sprachlicher Unterschiede fanden wir musikalisch sofort einen gemeinsamen Nenner – der Austausch war von Anfang an herzlich, offen und neugierig.

© Princess Galyani Vadhana Institute of Music Youth Orchestra

Durch die individuelle Besetzung in den Programmen, haben die Musiker*innen der drei Institutionen sich in unterschiedlichen Konstellationen zusammengefunden und an groß besetzten Orchesterstücken, sowie kammermusikalischen Werken geprobt.

Ein besonderes Highlight war die erste Begegnung mit dem Khaen, einem traditionellen Instrument, das wie eine Mischung aus Orgel und Mundharmonika klingt. Im Stück von Dieter Mack spielte es eine zentrale Rolle – und faszinierte uns durch seine Klangvielfalt und die Virtuosität des Solisten Patchaya Nantachai.

Natürlich gab es auch Zeit zum Entdecken. Wir besuchten buddhistische Tempel, Kunstmuseen, Straßenmärkte und probierten uns durch die leckere thailändische Küche. Manche suchten Musikgeschäfte auf, um lokale Instrumente zu entdecken. Andere gönnten sich eine traditionelle Thai-Massage – für einige eine fast meditative Erfahrung. Am Abend wurde in der Regel ein Lokal mit der ganzen Gruppe besucht und die probenintensiven Tage ausklingen gelassen.

Am 28. März, der Tag vorm Konzert, bebte plötzlich der Boden. Ein Erdbeben der Stärke 7,3 erschütterte Bangkok – und uns. Während der Proben mussten wir das Gebäude verlassen. In der Mittagshitze warteten wir draußen auf Entwarnung. Am Abend konnten die Proben mit einer Verzögerung im Zeitplan fortgeführt werden – und das mit einer bemerkenswerten Ruhe und Konzentration. Die Musik trug uns durch diesen Tag.

Am Samstag, den 29. März haben wir unser erstes Konzert im Rahmen der Tournee in Bangkok gespielt. Im Konzertsaal des Galyani Vadhana Instituts präsentierten wir unsere Werke – von Ligeti über Mack bis zu Kagel – mit einem besonderen Gefühl der Gemeinschaft und mit der Motivation von Peter Veale, der die Stücke dirigierte.

Samuel (Piano Musikhochschule Lübeck): “Für mich war es das erste Mal, dass ich als Klavierspieler bei einem so großen Projekt mitmachen durfte. Die Stücke waren sehr schwierig, da ich mit neuer Musik nicht so viel Erfahrung hatte. Ehrlicherweise hatte ich anfangs weniger Selbstvertrauen, aber durch die intensiven Proben und die Hilfe von Peter hatte ich immer mehr Spaß und bin im Endeffekt sehr zufrieden mit dem Ergebnis.”

Die Stücke Khaen von Dieter Mack mit Solodarbietung des Khaen Spielers Patchaya Nantachai, sowie das Stück The Enigma of the Mirror in Portraiture von Songklod Nunthakasem – Gewinner des ausgeschriebenen Call for Score Wettbewerbs feierten an diesem Tag Weltpremiere. Das Konzert war gut besucht, das Publikum aufmerksam und berührt. Die Premiere wurde mit einem gemeinsamen Abendessen gefeiert und bald schon hieß es Abschied nehmen von Bangkok. 

Die letzten Stunden in Bangkok verbrachten einige von uns mit einem Spaziergang über den Wang Lang Market, Massagen, zum letzten Mal die authentische thailändische Küche genießen – und einer Mischung aus Wehmut und Dankbarkeit. Die Rückreise am 30. März verlief ruhig. In Dubai trafen wir auf die erste Gruppe des PYO – es wurde geschlafen, gelesen, gesprochen und reflektiert.

© Princess Galyani Vadhana Institute of Music Youth Orchestra

© Princess Galyani Vadhana Institute of Music Youth Orchestra

Teil II – Deutschland: Rückkehr, Resonanz, Reflexion

Zurück in Deutschland, wartete am 31. März zunächst Ruhe. In Witten angekommen, atmeten wir durch – und begannen am nächsten Tag mit neuen Proben. Der Wechsel war spürbar: Von der tropischen Energie Bangkoks in die ruhige Atmosphäre einer westfälischen Kleinstadt. Doch die Musik blieb verbindend. 

Die Zusammenarbeit mit dem Komponisten Dieter Mack war für viele ein Höhepunkt. In Witten, später auch in Köln, arbeitete der Komponist mit uns an seinem Werk – präzise, fordernd, inspirierend. Die Akustik des Saalbaus in Witten stellte uns vor neue Herausforderungen, doch das erste Konzert in Deutschland wurde musikalisch ein Erfolg. Besonders spannend war es, die gleichen Werke in so unterschiedlichen Räumlichkeiten und Stimmungen aufzuführen.

In Köln spielten wir am 03. April ein Kammermusikkonzert an der Hochschule für Musik und Tanz mit Werken von Raven Chacon, John Cage, Piyawat Louilarpprasert und weiteren. Im Anschluss sind wir gemeinsam zur Musikfabrik gelaufen, um dort den Musiker*innen des Instituts die Räumlichkeiten des Ensemble Musikfabrik zu zeigen.

Am Nachmittag  haben wir Möglichkeit bekommen, an einer offenen Probe von zwei Musikerinnen des Ensemble Musikfabrik teilzunehmen. Die thailändischen Musiker*innen sahen zum ersten Mal den Kölner Dom – ein ergreifender Moment, der uns zeigte, wie sehr sich auch die Gäste aus Asien auf diese Reise gefreut hatten.

Das letzte groß besetzte Konzert am 04. April in der Kunststation Sankt Peter vereinte dann alles: Die Architektur, die Akustik, die Musik – und ein Gefühl des Abschieds. Nach dem Stück von Dieter Mack haben Jonathan und Patchaya auf dem Khaen und Xylophon improvisiert, um ein Stück traditionelle thailändische Musik in das Programm einfließen zu lassen. 

Jonathan (Percussion von Studio Musikfabrik): “Ein weiteres Highlight war, dass ich zusammen mit dem Khaenspieler eine kleine Zugabe traditioneller thailändischer Musik darbieten durfte. Von anderen Leuten die Kultur nahegebracht zu bekommen, ist so wundervoll und hat mich auch diesmal wieder sehr erfüllt.”

Isa (Cello von Studio Musikfabrik): “Als wir in der Kunst-Station Sankt Peter ankamen, waren wir von dem schönen Raum und der Akustik beeindruckt. Gut gelaunt, auch wegen des schönen Wetters, hatten wir eine gute Generalprobe und ein feierliches letztes Konzert. Für mich kam hier alle Arbeit zusammen und ich fühlte mich bei diesem Konzert sehr wohl. Dieses Programm mit schöner und interessanter Musik hätte ich gerne noch ein paar Mal gespielt!”

 

Teil III – Lübeck: Zuhause zeigen, Abschied nehmen

Für einen Teil der Gruppe war der letzte Stopp Lübeck. Um 06:30 Uhr hieß es dann für einige von uns: Abfahrt vom Hostel in Köln. Die Musiker*innen, welche in Lübeck wohnten, war es ein Heimspiel und die Möglichkeit, den thailändischen Gästen ihre Stadt zu zeigen. Das Konzert im Kammermusiksaal der Musikhochschule Lübeck wurde der emotionale Schlusspunkt der Tournee. Das Publikum war aufmerksam, der Saal gefüllt, die Stimmung besonders.

Im Anschluss saßen wir alle noch einmal zusammen – mit Lachen und ein wenig Melancholie. Es war spürbar: Diese zwei Wochen haben uns verändert. Nicht nur musikalisch, sondern auch menschlich.

Giovanna (Violine von Studio Musikfabrik): “Ich bin immer wieder überrascht, wie Musik Menschen verbinden kann, selbst wenn sie Tausende von Kilometern entfernt leben, und ich bin so dankbar, dass ich die Möglichkeit habe, die Welt durch Musik zu entdecken.”

Ein Resümee: Musik als Begegnung

Diese Reise hat Spuren hinterlassen. In uns, in unserer Musik, in unseren Begegnungen. Wir haben andere Klangkulturen kennengelernt, neue Freundschaften geschlossen, Konzerte in verschiedensten Räumen gespielt – und gelernt, wie kostbar der Austausch durch Kunst sein kann.

Haylin (Viola von Studio Musikfabrik): “Es war eine unvergessliche, lehrreiche und bezaubernde Reise. Ich bin sehr dankbar für die Freundschaft, sowohl mit den Musikern als auch mit dem gesamten Team – sei es das PYO, PGVIM oder die Musikfabrik. Es war mir eine große Freude und Ehre, Teil dieses Projekts zu sein.”

Was bleibt? Unvergessliche Eindrücke, ein gestärktes Ensemble – und ein Versprechen: Wir kommen wieder. Vielleicht nicht an denselben Ort, aber mit derselben Offenheit und Neugier.

Gemma (Flöte von Studio Musikfabrik): “Dies war meine erste Erfahrung mit Studio Musikfabrik. Ich bin sehr dankbar, dass ich diese Gelegenheit bekommen habe. Peter ist ein großartiger Lehrer und ein liebenswerter Mensch, immer mit einer konstruktiven und motivierenden Einstellung.”

Danke an alle, die Teil dieser Reise waren – auf der Bühne, hinter den Kulissen, in Bangkok, Witten, Köln und Lübeck.