2. September 2026

Studio Musikfabrik in Thailand

Am Samstag, den 15. August 2026 begann für Alexander Kronbichler, Oboist, und Mia Köseoglu, Bratschistin von Studio Musikfabrik, die Reise nach Thailand zum Internationalen Symposium 2026 des Princess Galyani Vadhana Institute of Music (PGVIM).

Gemeinsam mit Musiker:innen der Musikhochschule Lübeck landeten die jungen Erwachsenen am Sonntagmittag in der Metropole Bangkok und wurden dort von Mitarbeitenden des PGVIM in Empfang genommen. Ihnen stand eine Woche voller Abenteuer bevor: eine aufregende, lebendige Stadt; duftendes thailändisches Essen an jeder Ecke; ein großes Institutsgelände; jede Menge Input und Inspiration über das Symposium; neue Begegnungen und natürlich neue Werke, zum Teil mit Improvisation, die in zwei Konzerten präsentiert wurden.

“Die größte Herausforderung für mich waren tatsächlich die ersten zweieinhalb Tage: Bangkok hat mich als riesige, wuselige und chaotische Stadt anfangs erst einmal erschlagen, und ich brauchte etwas Zeit, um anzukommen. Als ich mich daran gewöhnte, konnte ich die Stadt und das gesamte Projekt in vollen Zügen genießen und einfach nur eine wunderbare Zeit haben.” (Mia)

Bevor das Symposium begann, probten die Musiker:innen ihre Solowerke, Duette sowie Tutti-Stücke und arbeiteten mit anderen Musiker:innen an dem gemeinsamen Projekt Rainforest von David Tudor in Kooperation mit Studio Musikfabrik, der Musikhochschule Lübeck, der Hochschule der Künste Bern, dem China Conservatory of Music und dem Princess Galyani Vadhana Institute of Music unter der künstlerischen Leitung von Peter Veale. Das Stück Rainforest, welches ursprünglich als Auftragsarbeit für die Merce Cunningham Dance Company entstanden ist, entwickelte sich über mehrere Iterationen von einer Tanzbegleitung zu einer begehbaren, performativen Rauminstallation. Die Grundidee basiert auf der Verwandlung von Alltagsgegenständen in eigenständige Klangkörper. So wurde das Marshall Live House am Abend des 20. August 2026 zu einer begehbaren, erlebbaren Musikerfahrung für das Publikum.

“Unser Konzert im Marshall-Livehouse war für mich eines der Highlights unserer Reise. Dort konnten wir zu der Rainforest-Klanginstallation frei improvisieren und somit ganz neue Klangwelten und Spieltechniken entdecken.” (Alexander)


“Das Zusammenspiel und die direkte Interaktion mit dem Publikum haben dem Ganzen eine ganz besondere, untypische Dynamik verliehen, die mir extrem viel Spaß gemacht hat.” (Mia)

Abgerundet wurde der Konzertabend mit weiteren Werken wie dem Oboe Solo Drifting Dialogue I von Wang Fei, gespielt von Studio Musikfabrik Leitung Peter Veale, Shaking in the Garden von Hermione Johnson für Viola und Oboe, gespielt von den beiden Studio-Musikfabrik-Musiker:innen, sowie Alexanders Oboe Solo Studie über Mehrklänge von Heinz Holliger. Die einzelnen Werke wurden über verschiedene Ebenen des Marshall Live House platziert, weshalb das Ganze an eine Klangreise und ein Wandelkonzert erinnerte.

“Mein persönliches Highlight war definitiv unser Konzert im Marshall House. Die Experience war völlig anders, als ich es von klassischen Konzerten gewohnt bin.” (Mia)

Neben den eigenen Konzerten bot das Internationale Symposium außerdem viele Vorträge, Podiumsdiskussionen, Konzerte anderer Musiker:innen im Bereich Elektronik, Improvisation und zeitgenössische Musik – all das sogar verknüpft mit traditionellen thailändischen Instrumenten – sowie den Raum für Austausch.

“Besonders wertvoll war für mich der intensive Austausch mit so vielen kreativen und inspirierenden Menschen. Ich konnte wunderbare neue Kontakte knüpfen und unzählige frische Eindrücke sowie neue Motivation für meine eigene künstlerische Arbeit mit nach Hause nehmen.” (Mia)

Ein weiterer prägender Meilenstein war das Konzert am Freitagabend, dem 21. August am Princess Galyani Vadhana Institute of Music. Gemeinsam mit Studierenden der Kooperationspartner wurde das Werk Codex IV von Richard Barrett präsentiert sowie The sketch of white scene von Xinlin Li für Oboe, Violine, Cello, Percussion und Klavier, komponiert für das Symposium 2026. Im Mittelpunkt des Abends stand György Kurtág, der 2026 anlässlich seines 100. Geburtstags gewürdigt wurde. Kurtágs Musik fand sich im gesamten Programm immer wieder – unter anderem in den Solowerken Signs, Games and Messages für Oboe und Viola solo, die von Mia und Alexander mit Bravour gespielt wurden.

“Auch das Konzert im PGVIM Institut war ein besonderes Erlebnis, da wir neben unseren Solo-Stücken auch mit Studierenden aus Thailand gemeinsam musizieren konnten.” (Alexander)

Im Anschluss dieser ereignisreichen Tage vor und während des Symposiums verblieben den beiden Studio Musikfabrik Musiker:innen sowie den Studierenden der Musikhochschule Lübeck und Bern noch zwei freie Tage, die sie zur Entdeckung von Kultur, Kulinarik, Museen und bei einer traditionellen Thai-Massage für ein bisschen Entspannung nutzten, bevor sie am 24. August die Rückreise antraten.

“Nach den Konzerten hatten wir zwei Tage Zeit, Bangkok zu erkunden und die Eindrücke, die wir gesammelt haben, werden mir noch lange in Erinnerung bleiben. Ganz besonders waren die verschiedenen buddhistischen Tempel, die mit ihren kunstvoll geschnitzten Dächern und den bunten Farben sehr beeindruckend sind. Insbesondere der Wat Pho, in dessen Innerem eine 46m lange goldene Buddha-Statue liegt. Wir konnten in Bangkok auch verschiedene Museen moderner thailändischer Kunst besuchen, waren in tollen Bars und Restaurants und haben immer wunderbar gegessen.” (Alexander)

Es bleibt zum Schluss zu sagen:

“Unsere Reise nach Bangkok war eine wundervolle Erfahrung voller neuer Erlebnisse. Nicht nur haben wir ein neues Land mit ganz anderen Sitten und Kulturen kennengelernt, sondern auch musikalisch viele neue Erfahrungen gesammelt und tolle Menschen kennengelernt. (…) Es war definitiv eine der aufregendsten und inspirierendsten Reisen, die ich je gemacht habe, und ich werde noch lange daran zurückdenken. ” (Alexander)

“Die Reise nach Bangkok war eine absolut bereichernde Erfahrung, die mir noch lange in Erinnerung bleiben wird.” (Mia)

Fotos: © PGVIM