Florentin Ginot

“Neue Musik bedeutet für mich das Erforschen von Neuem:  neuer Klänge, neuer Musik, neuer Energie, neuer Gefühle, eines neuen Umgangs mit Musik.“

Mit 8 Jahren nahm Florentin Ginot das erste Mal Cellounterricht, mit 9 Jahren entdeckte er sein Interesse für den Kontrabass. Dabei ist für ihn die körperliche Situation zwischen sich als Musiker und seinem Instrument von großer Bedeutung, die sich dadurch ausdrückt, dass der Kontrabass auf Grund seiner Größe, der tiefen Frequenzen und dem Widerstand der Saiten eine intensive Energie des Musikers voraussetzt, um eine Resonanz zu erzeugen: „Die Arbeit mit dem Kontrabass ist ein nicht endender Forschungsprozess, der sich mit den Resonanzen und den natürlichen Klängen des Instruments auseinandersetzt. Um Kontrabass zu spielen, bedarf es einer Beziehung zu dem Instrument. Eine Beziehung zwischen meinem Körper, dem Kontrabass und meinen Händen.“

Zusammenarbeiten ergeben sich u.a. mit Ensemble Modern, L'Itinéraire oder Aleph Ensemble, IRCAM, La Muse en Circuit und Ensemble Intercontemporain. In der Auseinandersetzung mit zeitgenössischen Komponisten wie Helmut Lachenmann, Martin Matalon, Kaija Saariaho und Aurélio Edler-Copes differenziert er seine Erfahrungen und sein Können im Bereich zeitgenössischer und Neuer Musik.

„Neue Musik ist eine große Herausforderung für einen Musiker: Neue Werke zu spielen, eventuell neue Techniken auszuprobieren, die bisher noch nicht ausprobiert wurden und die man selbst noch nicht kennt. Dabei stellen sich einem viele Fragen und für eine kurze Zeit spürt man diese Unsicherheiten, ob es wirklich funktionieren und ob all die Arbeit Früchte tragen wird. Genau dieses offene Erkunden neuer Techniken, neuer Werke und neuer Kunst ist es, was Neue Musik für mich ist.“

Seit Kurzem ist Florentin Ginot Mitglied des Ensemble Musikfabrik. Das Besondere an der Arbeit im Ensemble zeigt sich für ihn vor allem in dem Austausch zwischen den Musikern und Persönlichkeiten. „In jedem Gespräch, das ich mit den anderen Ensemblemitgliedern führe, in jeder Probe, während jedes Kontakts erhalte ich sehr viel Input für meine künstlerische Auseinandersetzung mit Musik. Ich finde hier sehr viel Inspiration, sehr viele neue Ideen. In einem Ensemble zu spielen bedeutet Vielfalt.“


Fotos © Klaus Rudolph

Florentin Ginot

  • Florentin Ginot (c) Klaus Rudolph

    Florentin Ginot (c) Klaus Rudolph

  • Florentin Ginot (c) Janet Sinica

    Florentin Ginot (c) Janet Sinica

  • Georges Aperghis und Florentin Ginot

    Georges Aperghis und Florentin Ginot

  • Florentin Ginot (c) Janet Sinica

    Florentin Ginot (c) Janet Sinica

  • srgb_Wietheger, Ginot, Poore

    Dirk Wietheger, Florentin Ginot und Melvyn Poore

  • Florentin Ginot (c) Janet Sinica

    Florentin Ginot (c) Janet Sinica

  • Florentin Ginot (c) Janet Sinica

    Florentin Ginot (c) Janet Sinica