{"id":9529,"date":"2017-12-19T13:06:42","date_gmt":"2017-12-19T12:06:42","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/blog\/rueckblick-hommage-a-stockhausen\/"},"modified":"2017-12-19T13:06:42","modified_gmt":"2017-12-19T12:06:42","slug":"rueckblick-hommage-a-stockhausen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/blog\/rueckblick-hommage-a-stockhausen\/","title":{"rendered":"R\u00dcCKBLICK, Hommage \u00e0 Stockhausen"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<div class=\"field field-name-body field-type-text-with-summary field-label-hidden\">\n<p>Zum n\u00e4chsten\u00a0Montagskonzert\u00a0im Studio des Ensemble Musikfabrik am 15. Januar 2018 werden Marco Blaauw, Florentin Ginot, Ulrich L\u00f6ffler und Benjamin Kobler\u00a0<strong>Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g<\/strong>s\u00a0Werk\u00a0<strong>&#8220;R\u00dcCKBLICK, Hommage \u00e0 Stockhausen<em>&#8220;<\/em>\u00a0<\/strong>(1993) &#8211; f\u00fcr Trompete, Kontrabass und 2 Pianisten pr\u00e4sentieren.\u00a0<a href=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/ensemble\/mitglieder\/benjamin-kobler\/\">Benjamin Kobler<\/a>\u00a0hat das Werk f\u00fcr den Abend ausgew\u00e4hlt und uns drei Fragen dazu beantwortet:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Lieber Benni, das St\u00fcck &#8220;R\u00dcCKBLICK, Hommage \u00e0 Stockhausen&#8221; von Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g aufzuf\u00fchren war ein gro\u00dfer Wunsch von dir. Warum ausgerechnet dieses St\u00fcck? Was ist das Besondere daran?<\/em><\/p>\n<p>Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g ist einer meiner absoluten Lieblingskomponisten! An seiner Musik sch\u00e4tze ich besonders die emotionale Tiefe und Weite des Ausdrucks, die sich in seinen zumeist sehr kurzen und beinahe aphoristischen St\u00fccken immer ab der allerersten Note einstellt. Es ist sozusagen eine Art Hyperexpressivit\u00e4t, die jeder einzelnen Intervallspannung intensivst nachsp\u00fcrt. Mindestens eben genauso wichtig ist seine lebendige und st\u00e4ndige Auseinandersetzung mit der gesamten musikalischen Tradition. Er hat ja bekanntlich jahrzehntelang an der Franz-Liszt-Akademie in Budapest Kammermusik unterrichtet, und seine Stunden waren f\u00fcr mich immer so etwas wie eine Art musikalische Offenbarung. Und mit seiner Frau Marta spielt er jeden Tag gemeinsam vierh\u00e4ndig Klavier; seine eigenen Werke sowie Klassiker. Seine Auseinandersetzung mit dieser Tradition ist also ganz pers\u00f6nlich, aktiv, regelm\u00e4\u00dfig und st\u00e4ndig, und daher ist dieses Bewu\u00dftsein in seiner Musik auch jederzeit sofort sp\u00fcrbar.<\/p>\n<p>Das Besondere an R\u00fcckblick ist der sehr gro\u00dfe Rahmen an Ausdrucksm\u00f6glichkeiten und Klangfarben, bei einer relativ kleinen Besetzung. Man bekommt so als Musiker die Gelegenheit sich auszudr\u00fccken, als w\u00fcrde man nahezu ein gesamtes Orchester quasi alleine spielen. Das ist nat\u00fcrlich einerseits eine sehr gro\u00dfe Herausforderung, andererseits aber auch eine wunderbare Gelegenheit sich so vielf\u00e4ltig zu zeigen und zu verwandeln.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Verbindest du eine besondere Erfahrung damit?<\/em><\/p>\n<p>Kurt\u00e1g hat in diesem Werk mehrere neue Werke komponiert, die speziell f\u00fcr die Quartettbesetzung (Trompete, Kontrabass und 2 Pianisten) geschrieben sind. Auf der anderen Seite hat er aber auch mehrere bereits fr\u00fcher komponierte Werke, beispielsweise aus dem Jatekok f\u00fcr Klavier solo, oder aus dem Liederzyklus &#8220;Die Spr\u00fcche des Peter Bornemisza&#8221; in diesem St\u00fcck in einen neuen Zusammenhang gestellt. Das Sch\u00f6ne daran ist, dass ich einige St\u00fccke, die ich schon vor langer Zeit gelernt und aufgef\u00fchrt habe, hier wieder neu spielen und entdecken kann, und mein Zugang dazu schon viel ausgereifter ist, als wenn ich alle einzelnen St\u00fccke von Beginn an neu lernen sollte. Das ist bei der speziellen Charakteristik von Kurtags Musik sehr hilfreich. Als Musiker stehen wir bei ihm oft vor der Situation, dass wir ein kurzes St\u00fcck mit relativ wenigen Noten und nicht immer einem \u00fcbertrieben hohen instrumentalen Schwierigkeitsgrad finden. Da denkt man zun\u00e4chst einmal, das kann ja so schwierig nicht sein. Wenn man dann aber beginnt zu \u00fcben und mit den Kollegen zu proben, bemerkt man, welche spezielle Bedeutung und besonderes Gewicht jeder einzelne Ton, jedes Intervall, jede Phrase hat. Wenn wir nicht dazu kommen, uns da hinein zu vertiefen mit unserem gesamten musikalischen und menschlichen Wesen, bleibt die Musik seltsam stumpf und geradezu abweisend. Da kann man sich leicht als absoluter Anf\u00e4nger f\u00fchlen, dem nicht einmal mehr die vermeintlich &#8220;einfachsten&#8221; Dinge gelingen. Wenn wir dann aber die Kraft, Energie, viel Zeit und innere Bereitschaft finden uns auf das Abenteuer Kurt\u00e1g einzulassen, kann es nach lange andauernden Wegen des Suchens und immer wieder Versuchens eine absolut einzigartige und sublime Erfahrung werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Wieso wird dieses St\u00fcck so selten aufgef\u00fchrt?<\/em><\/p>\n<p>R\u00fcckblick ist wegen der Vielzahl der Tasteninstrumente, die in diesem St\u00fcck gespielt werden, f\u00fcr ein klein besetztes Kammermusik verh\u00e4ltnism\u00e4\u00dfig aufw\u00e4ndig zu organisieren. Es werden neben den 2 Konzertfl\u00fcgeln f\u00fcr die Pianisten noch folgende weitere Instrumente ben\u00f6tigt: 2 Up-Right Klaviere, die eine spezielle Filzd\u00e4mpfung haben m\u00fcssen, um damit einen besonders leisen, weichen und verhuschten Klang zu erzeugen, 1 (besser sogar 2) Celestas, und ein Cembalo. Durch diese Vielzahl an Instrumenten ist ein unglaublich hoher und wundersch\u00f6ner Reichtum an Klangfarben gegeben, was das St\u00fcck sowohl f\u00fcr den H\u00f6rer als auch f\u00fcr den Interpreten besonders reizvoll und abwechslungsreich macht. Aber man kann auch leicht erkennen, dass es eben nur wenige Konzerts\u00e4le und Veranstalter gibt, die diese Menge an Instrumenten ohne Schwierigkeiten zur Verf\u00fcgung stellen kann. Das ist eigentlich nur in den Konzerts\u00e4len von Gro\u00dfst\u00e4dten mit bedeutendem musikalischen Leben und in den Sendes\u00e4len der gro\u00dfen Rundfunkanstalten m\u00f6glich.<\/p>\n<\/div>\n<section class=\"internt-media\"><\/section>\n<section class=\"video\"><\/section>\n<div class=\"social-networking\">\n<div class=\"social-share\"><\/div>\n<\/div>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Benjamin Kobler zu dem abendf\u00fcllenden Werk von Gy\u00f6rgy Kurt\u00e1g.<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":679,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[109],"tags":[120],"class_list":["post-9529","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview-en","tag-montagskonzert-en"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9529","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=9529"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/9529\/revisions"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media\/679"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=9529"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=9529"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/en\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=9529"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}