{"id":8586,"date":"2020-04-06T15:01:45","date_gmt":"2020-04-06T13:01:45","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/?p=8586"},"modified":"2022-03-29T15:05:08","modified_gmt":"2022-03-29T13:05:08","slug":"new-music-monday-3","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/blog\/new-music-monday-3\/","title":{"rendered":"New Music Monday #3"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<p><em>Die neue Ver\u00f6ffentlichung von New Musik Monday #3 enth\u00e4lt <strong>Rebecca Saunders<\/strong>&#8218; Bite f\u00fcr Bassfl\u00f6te solo, aufgenommen von Helen Bledsoe. Lesen Sie mehr \u00fcber die Entwicklung des St\u00fcckes, seine Herausforderungen und die Zusammenarbeit mit Rebecca Saunders in diesem Blog-Eintrag von Helen:<\/em><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/label\/work\/saunders-bite\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"diamonds-normal\">&gt;&gt;&gt; zum Download<\/span><\/a><\/p>\n<p>In <em>Bite<\/em> f\u00fcr Bassfl\u00f6te solo versucht Rebecca Saunders eine spezielle Synthese von Sprache und Bassfl\u00f6tenklang, die mir im Solorepertoire bisher nicht begegnet ist. Im Gegensatz zu den meisten Solowerken, in denen Stimme und Fl\u00f6te zusammen verwendet werden, wird die Stimme nicht auf eine singende oder erz\u00e4hlerische Rolle reduziert. Die Phoneme der Sprache werden verwendet, um Elemente des Fl\u00f6tenklangs zu formen, \u00e4hnlich wie eine ADSR-H\u00fcllkurve die Amplitude und den Filter eines Synthesizer-Oszillators formt. Diese, wie ich es nenne, Sprachgestensprache wurde w\u00e4hrend unserer Arbeit an ihrem Ensemblest\u00fcck <em>Stasis<\/em> entwickelt. In <em>Stasis<\/em> erhielt ich einen Text von Samuel Beckett und hatte ziemlich viel Freiheit, W\u00f6rter in verschiedene Paletten von Mehrkl\u00e4ngen oder andere Kl\u00e4nge zu bringen und jedes Wort in einen Klang zu zwingen.<\/p>\n<p>In <em>Bite<\/em> gibt es diese Freiheit nicht, es ist ein grunds\u00e4tzlich durchkomponiertes Werk und die gesamte Sprachgestensprache hat ihren Weg in die Notation gefunden. Es ist kein klar gesprochener Text zu h\u00f6ren.* Der Interpret hat jedoch die Freiheit, Text hinzuzuf\u00fcgen, wenn es hilft, eine Phrase oder sogar einen einzelnen Klang zu formen. Einige Texte, die ich hinzugef\u00fcgt habe, haben ihren Weg in die gedruckte Version gefunden.<\/p>\n<p>Mein einzig anderer Eingriff in den Kompositionsprozess hatte mit der Bearbeitung zu tun. Der erste Entwurf dauerte etwa 19 Minuten, f\u00fcr diese Endfassung haben wir ihn auf etwa 13 Minuten reduziert. Ich pl\u00e4dierte daf\u00fcr, einen Abschnitt nicht zu k\u00fcrzen, weil ich ihn besonders gern spielte.<\/p>\n<p>Vom Noten lernen abgesehen, forderten mich mehrere Besonderheiten beim Erlernen dieses St\u00fccks heraus. Die erste war die k\u00f6rperliche Herausforderung. Da meine Bassfl\u00f6te besonders schwer ist, musste ich einen speziellen St\u00e4nder kaufen, um meine Handgelenke und Ellbogen zu entlasten. Das Werk ist auch recht kathartisch, manchmal muss man schreien oder laut mit Flatterzunge singen. Das ist etwas, was mir Spa\u00df macht, aber ich musste darauf achten, dass ich meine Stimme w\u00e4hrend des stundenlangen \u00dcbens nicht \u00fcberanstrenge.<\/p>\n<p>Es gab auch f\u00fcr mich viele k\u00fcnstlerische Herausforderungen. Das Werk ist interessant durch seine Kontraste. Das Spektrum betreffend, geht man schnell von sehr reichen, ges\u00e4ttigten Kl\u00e4ngen zu sehr d\u00e9timbr\u00e9-Kl\u00e4ngen \u00fcber, von \u00fcbertriebenen Rock&#8217;n&#8217;Roll-Kl\u00e4ngen bis hin zu feinsten Multiphonics. Das ist an sich schon technisch schwierig. Au\u00dferdem werden alle Kl\u00e4nge in den ersten drei Minuten des Werkes vorgestellt. Da klanglich nichts wirklich Neues eingef\u00fchrt wird, muss ich irgendwie meinen eigenen Energiefluss erzeugen, um den Zuh\u00f6rer f\u00fcr die restlichen zehn Minuten mitzurei\u00dfen. Diese Energie und dieses Engagement ist musikalisch sehr wichtig, weil es keine Entwicklung oder Erz\u00e4hlung gibt (was ich in einem St\u00fcck, das Elemente der Sprache verwendet, am\u00fcsant finde).<\/p>\n<p>Ich denke, dies ist einer der brillanten Aspekte von Rebeccas Musik. Ihre modularen Komponenten erlauben es, seine eigene Interpretation mit seinen eigenen spektralen und dynamischen Paletten zu f\u00e4rben. Tats\u00e4chlich ist man dazu sogar gezwungen, weil man sich nicht auf traditionelle Formen oder Gesten verlassen kann, um die Musik zu tragen. Dies er\u00f6ffnet den Weg zur Betrachtung und Entwicklung anderer Aspekte des musikalischen K\u00f6nnens.<\/p>\n<p>Ich hoffe, dass mir diese Bem\u00fchungen gelingen und, dass neugierige Zuh\u00f6rer an dieser Aufnahme Freude haben. Sie entstand mehrere Jahre nach der Erstauff\u00fchrung, so dass ich gen\u00fcgend Zeit hatte, die Interpretation reifen zu lassen. Doch jedes Mal, wenn ich sie erneut anschaue, mache ich immer wieder Entdeckungen!<\/p>\n<p>*Dies ist ein gro\u00dfer Kontrast zu dem St\u00fcck von Georges Aperghis, an dem ich jetzt arbeite, f\u00fcr Solo-Pikkolo\/Erz\u00e4hler &#8222;The Dong&#8220; nach einem Text von Edward Lear, das im Konzert des Ensemble Musikfabrik am 19. Juli in Darmstadt in diesem Sommer uraufgef\u00fchrt wird.<\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neue Ver\u00f6ffentlichung von Rebecca Saunders auf unserem Online-Label <\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":855,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[89,90],"tags":[98],"class_list":["post-8586","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-werktext","tag-label"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8586","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8586"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8586\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8590,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8586\/revisions\/8590"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/855"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8586"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8586"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8586"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}