{"id":8506,"date":"2020-04-27T10:47:33","date_gmt":"2020-04-27T08:47:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/blog\/new-music-monday-6\/"},"modified":"2022-03-29T11:03:32","modified_gmt":"2022-03-29T09:03:32","slug":"new-music-monday-6","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/blog\/new-music-monday-6\/","title":{"rendered":"New Music Monday #6"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<p><em>&#8222;epiphanous, dim<\/em> untersucht die Art und Weise, in der relativ undifferenzierte musikalische Materialien eine Identit\u00e4t durch Wiederholung entwickeln und die Art Expressivit\u00e4t, die entsteht, wenn statische Kl\u00e4nge eine nahezu virtuose Konzentrationsanstrengung des Ausf\u00fchrenden erfordern.&#8220;<\/p>\n<p>Joseph Andrew Lake, 2019<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/label\/work\/lake-epiphanous-dim\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\"><span class=\"diamonds-normal\">&gt;&gt;&gt;Link zum Download<\/span><\/a><\/p>\n<p><strong>New Music Monday #6<\/strong> enth\u00e4lt <em>epiphanous, dim<\/em> (2019) von <strong>Joseph Andrew Lake<\/strong>, ein Auftragswerk im Rahmen des Montagskonzerts piano &#8211; forte &#8211; insideout kuratiert von Ulrich L\u00f6ffler. Im Blog erz\u00e4hlen Hannah Weirich und Ulrich L\u00f6ffler von der besonderen Klangerforschung und Dynamik des St\u00fccks.<\/p>\n<p><em>\u201cIm Vorfeld seines Kompositionsauftrags f\u00fcr Klaviertrio wollte sich Joe Lake mit beiden Streichern einzeln treffen.<\/em><\/p>\n<p><em>Er kam mit mehreren Seiten systematisch geordneter Doppelgriffe, deren Besonderheit war, dass die meisten eine Kombination aus Flageolett und normal gegriffenem Ton waren &#8211; oft eher unangenehm zu spielen, in jedem Fall aber eine Herausforderung f\u00fcr den Spieler, da die beiden T\u00f6ne eine sehr unterschiedliche Bogenbehandlung br\u00e4uchten. &#8211; Aber auch ein weites und sehr spannendes Feld, da die Kombination eben nicht nur die Summe beider T\u00f6ne ist, sondern oft v\u00f6llig neue und faszinierende Kl\u00e4nge entstehen l\u00e4\u00dft.<\/em><\/p>\n<p><em>Joe war nicht nur an Doppelgriffen benachbarter Saiten interessiert, sondern auch an solchen, die eine Saite \u00fcberspringen, was logistisch eine echte und nicht immer l\u00f6sbare Herausforderung ist.<\/em><\/p>\n<p><em>Wir gingen jeden Klang in verschiedenen (vorrangig leisen) Dynamiken, Bogengeschwindigkeiten und Kontaktstellen (also am Steg, am Griffbrett, direkt an den Grifffingern) durch. Am Cello lassen sich viele Kl\u00e4nge auch auf der anderen Seite der Grifffinger streichen &#8211; auf der Geige ist dies wegen der anderen Spielhaltung am Kinn leider nur selten m\u00f6glich. Wenn ja, ergibt sich jedoch eine sehr eigene, besondere Klangfarbe.<\/em><\/p>\n<p><em>Schnell stellte sich heraus, da\u00df wir, um Joes angestrebte Klangbibliothek zu komplettieren, unsere gemeinsame Arbeit auch nach diesen beiden Treffen fortsetzen w\u00fcrden &#8211; dann aber auf virtuellem Weg, da Joe auf Gotland lebt.<\/em><br \/>\n<em>Er mailte mir (seitenweise) Kl\u00e4nge, ich probierte aus, sortierte die nicht realisierbaren aus und nahm anschlie\u00dfend verschiedene Varianten jedes Doppelgriffs auf.<\/em><\/p>\n<p><em>Und irgendwann waren weitere 270 Kl\u00e4nge untersucht, ich hatte eine anstrengende, auch physisch fordernde, aber vor allem spannende und unglaublich bereichernde Klangerforschung hinter mir &#8211; und der Kompositionsproze\u00df von epiphanous, dim konnte beginnen.<\/em><\/p>\n<p><em>Setzen Sie ihre Kopfh\u00f6rer auf, schlie\u00dfen Sie die Augen und begeben Sie sich mit uns auf eine fasziniernde Entdeckungsreise ins Innere der Kl\u00e4nge.\u201d<\/em><\/p>\n<p>Hannah Weirich<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>&#8222;Eine Urauff\u00fchrung ist immer etwas besonderes. Wir kennen nat\u00fcrlich die Besetzung, die ungef\u00e4hre Dauer, aber das, was die Musik ausmacht, ob sie uns ber\u00fchrt, bewegt \u2013 das wissen wir fr\u00fchestens nach der ersten Auff\u00fchrung.<br \/>\nDas Klaviertrio epiphanous, dim von Joe Lake geh\u00f6rt zu der speziellen Art Musik, die, einmal in Gang gesetzt, ganz wie von selbst funktioniert.<br \/>\nKlar, die Interpreten haben ihre Stimme ge\u00fcbt, zusammen geprobt, und musizieren dann mit voller Konzentration, h\u00f6ren einander zu, lassen geschehen. Das, was manchmal erforderlich ist, ein absichtliches irgendwohin Steuern, die \u201eSache in die Hand nehmen&#8220;, ist hier nicht n\u00f6tig, und eigentlich auch nicht erw\u00fcnscht. Was gilt, ist das volle Vertrauen in die Eigendynamik der Musik, das sich Einlassen auf die innere Bewegung der Kl\u00e4nge. &#8211; Und in nullkommanichts ist eine halbe Stunde vorbei\u2026 &#8222;<\/em><\/p>\n<p>P.S.: Direkt nach der Urauff\u00fchrung von \u201eepiphanous, dim&#8220; im April 2019 meinte Katharina, die damals hochschwangere Freundin meines Sohnes Richard : \u201eBoah, genau diese Musik m\u00f6chte ich im Kreissaal h\u00f6ren.&#8220;<\/p>\n<p>Ulrich L\u00f6ffler<\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;epiphanous, dim&#8220; (2019) von Joseph Andrew Lake ist unser New Music Monday #6<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":8501,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[89,90],"tags":[98],"class_list":["post-8506","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-artikel","category-werktext","tag-label"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8506","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=8506"}],"version-history":[{"count":4,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8506\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":8511,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/8506\/revisions\/8511"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/8501"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=8506"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=8506"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=8506"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}