{"id":12887,"date":"2024-03-06T12:11:28","date_gmt":"2024-03-06T11:11:28","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/?p=12887"},"modified":"2024-03-06T13:07:42","modified_gmt":"2024-03-06T12:07:42","slug":"mit-dem-prozess-arbeiten","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/blog\/mit-dem-prozess-arbeiten\/","title":{"rendered":"Mit dem Prozess arbeiten"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol pt-large\" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<h4>Christine Chapman und Marco Blaauw im Gespr\u00e4ch mit Kamila Metwaly, k\u00fcnstlerische Leiterin von MaerzMusik:<\/h4>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s1\"><b>Marco Blaauw<\/b><strong>: <\/strong><em>Kamila, wie bist du auf die Spuren von Lucia Dlugoszewski gekommen? Wie hast du sie entdeckt?<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\"><strong>Kamila Metwaly:<\/strong> Das ist eine interessante Anekdote, denn ich bin durch die Arbeit von Pauline Oliveros auf ihre Arbeit gesto\u00dfen. Das Eingangszitat des Buches von Oliveros, \u201eDeep Listening\u201c, ist ein Zitat von Dlugoszewski: <\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><em><span class=\"s1\">\u201eDas erste Anliegen aller Musik ist es, auf die eine oder andere Weise die Gleichg\u00fcltigkeit des H\u00f6rens, die Gef\u00fchllosigkeit der Empfindsamkeit zu ersch\u00fcttern, jenen Moment der L\u00f6sung zu schaffen, den wir Poesie nennen, unsere Starrheit aufzul\u00f6sen, wenn wir in gewissem Sinne zum ersten Mal h\u00f6rend wiedergeboren werden.\u201c<br \/>\n<\/span><\/em><span class=\"s2\">\u2014 <\/span><span class=\"s1\">Lucia Dlugoszewski <\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s1\">Das war f\u00fcr mich ein neuer Name. Ich kannte sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht. Ich habe das Buch gelesen und diese Bemerkung jahrelang v\u00f6llig vergessen. Dann, eines Tages, sa\u00df ich da und dachte nach: \u201eWer ist sie? Ich habe keine Ahnung, wer diese Person ist.\u201c Es war dieses spezielle Zitat, das so viel Einblick in das Zuh\u00f6ren im Zusammenhang mit Oliveros bot. Insofern, dass sie den Unterschied zwischen dem rein physischen Akt des H\u00f6rens durch den K\u00f6rper, durch die Ohren, und eher einem momentanen oder einem situierten Zuh\u00f6ren, das von sehr unterschiedlichen Elementen beeinflusst wird, erforscht. Und dann habe ich angefangen, mich mit der Arbeit von Dlugoszewski zu besch\u00e4ftigen und versucht, die Quelle des Zitats zu finden, das ich absolut faszinierend fand. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s3\"><b>Christine Chapman: <\/b><em>Was war die erste Musik, die du geh\u00f6rt hast?<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s3\"><strong>KM:<\/strong> <i>Space is a Diamond. <\/i>Das war umwerfend, ehrlich gesagt. Es war sehr interessant, und gleichzeitig hat mich die anf\u00e4ngliche Recherche beinahe schon abgeschreckt. Das war, bevor das Buch von Amy Beal, <i>Terrible Freedom, <\/i>herauskam, und es war sehr schwer, mehr Informationen \u00fcber sie zu finden. Also grub ich weiter und weiter, las hier und da ein paar Geschichten und stie\u00df auf ein paar interessante Artikel in der New York Times. Es h\u00f6rte sich so an, als sei sie sehr pr\u00e4sent gewesen, aber niemand war in der Lage, die Musik wirklich zu verstehen. Denn wenn man nur ein paar Werke von einer Komponistin h\u00f6rt, kann man nicht wirklich eine vollst\u00e4ndige Geschichte der musikalischen Sprache und der Bedeutung ihres Werks konstruieren. Ja, es ist toll, dass Wikipedia schreibt, dass sie Instrumente erfunden hat &#8230; Na und? Das bedeutet gar nichts, solange man nicht versteht, welchen Zweck diese Instrumente f\u00fcr sie und ihr Werk haben. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s3\"><strong>MB:<\/strong> <em>Wie ist dann das Festival MaerzMusik auf das Ensemble Musikfabrik gekommen?<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s3\"><strong>KM: <\/strong>Der Ausl\u00f6ser war eure Arbeit mit Harry Partch. Wir haben lange \u00fcberlegt, wen wir einladen k\u00f6nnen, der sich auch auf einen Forschungsprozess einlassen kann. Wer kann ein Projekt \u00fcbernehmen, bei dem es nicht um die blo\u00dfe Rekonstruktion oder Pr\u00e4sentation eines Konzertformats geht, sondern um eine umfassende Erforschung der Philosophie des Werks der Komponistin. Denn das ist es, wonach wir gesucht haben. Wir haben versucht, einen geeigneten Mitstreiter und Partner zu finden, der sich mit diesen Fragen auseinandersetzt und dieses Projekt \u00fcber die blo\u00dfe Pr\u00e4sentation eines Festivals hinausf\u00fchrt. Eure Arbeit im Allgemeinen und die Offenheit, mit Klang, Form und Musik zu experimentieren, standen also bei der Einladung im Vordergrund. Aber vor allem die Sensibilit\u00e4t, mit der Ihr mit diesen sehr fragilen Geschichten oder Materialien und Konturen arbeitet, war der Hauptgrund, Euch einzuladen. Und deshalb haben wir bei Euch angeklopft, und wir sind sehr froh, dass Ihr unsere Einladung angenommen habt. <\/span><\/p>\n<p><span class=\"s3\"><b>MB:\u00a0<\/b><em>Eure Einladung fiel nat\u00fcrlich auf fruchtbaren Boden, denn einige von uns waren Dlugoszewski bereits auf individuellen Forschungspfaden begegnet, und dann liegt da pl\u00f6tzlich dieses fantastische Geschenk auf dem Tisch.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s3\"><b>CC: <\/b><em>Ich finde es faszinierend, dass du und das Festival uns als Musiker*innen gebeten haben, zu recherchieren, buchst\u00e4blich in die Libary of Congress in Washington D.C. zu gehen und eine Woche lang in den Partituren, Noten und Skizzen zu w\u00fchlen. Das war eine fantastische Erfahrung f\u00fcr mich als K\u00fcnstlerin.<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s3\"><strong>KM:<\/strong> Das ist wirklich toll zu h\u00f6ren. <\/span><\/p>\n<p class=\"p1\"><span class=\"s3\"><b>MB:\u00a0<\/b><em>Mich fasziniert auch der Weg zu Konzert. Normalerweise beginnt ein neues Projekt mit Proben, dann spielen wir das Konzert. In diesem Fall beginnt das Projekt mit der Recherche. Es nimmt langsam gestalt an, was spannend ist, weil der Produktionsprozess so anders ist. Wir haben viele Dinge in der Library of Congress entdeckt. Du wirst ebenso bald die Library of Congress besuchen, was erwartest du zu entdecken? Worauf wirst du dich konzentrieren, wenn du sie aufsuchst?<\/em><\/span><\/p>\n<p class=\"p2\"><span class=\"s3\"><strong>KM:<\/strong> Um ehrlich zu sein, bin ich mir nicht ganz sicher. Die Frage ist, was sind die Geschichten, die all diese Werke vervollst\u00e4ndigen und sie miteinander verbinden? Wir k\u00f6nnen Dlugoszewski nicht in diesem einen zweist\u00fcndigen Konzert definieren, das wir pr\u00e4sentieren werden. Es ist nur die Spitze des Eisbergs ihrer Arbeit und ihrer Person. Ich denke, es ist eine sehr sensible Arbeit, Komponist*innen wieder in das Repertoire der zeitgen\u00f6ssischen Musik oder der Musik im Allgemeinen einzuf\u00fchren, ohne in ein Projektdenken zu verfallen, wie \u201eDas ist ein Projekt, und dann machen wir ein anderes Projekt\u201c \u2013 vor allem bei Komponist*innen, die nicht so bekannt sind. Oder die dann die neu<\/span><span class=\"s3\">en Mavericks der zeitgen\u00f6ssischen Musik werden. Es bedarf Fingerspitzengef\u00fchl. Wie stellen wir sie also wieder vor, weil es sie schon immer gab, und wie spannen und pr\u00e4sentieren wir den gr\u00f6\u00dferen Bogen, der sie ausmacht? Denn all diese Geschichten, all die biografischen Notizen \u00fcber ihre Bewegungen, ihre Beziehung zu Erick Hawkins, die Choreografie, ihre eigene K\u00f6rperlichkeit w\u00e4hrend der Auff\u00fchrung und das Timbre-Piano auf der B\u00fchne, all diese Aspekte sind meiner Meinung\u00a0 <\/span><span class=\"s3\"><span class=\"s4\">nach wesentlich, um die Musik vorzustellen, <\/span>die ihre philosophische Suche wirklich aufgreift. Vielleicht ist es das, was ich finden m\u00f6chte: Bruch<\/span><span class=\"s3\">st\u00fccke, die wir verwenden k\u00f6nnen, um ihr Portr\u00e4t in Berlin zu konstruieren.<br \/>\nWie ihr erz\u00e4hlt habt, ist es eine riesige Bibliothek und wir hatten nur eineinhalb Jahre Zeit \u2013 was sehr wenig ist, um \u00fcber jemanden nachzudenken, die ein Repertoire mit Arbeiten besitzt, die bis in die 1950er-Jahre zur\u00fcckreichen. Und die Werke \u00e4ndern sich auch. Sie sind nicht statisch \u2013 manchmal sind sie es, aber oft wachsen sie auch. Sie werden dekonstruiert, sie werden zu etwas anderem.<\/span><\/p>\n<p><strong>MB:\u00a0<\/strong><em>Es ist ein bisschen wie das umschreiben der Geschichte: Wir haben die tats\u00e4chlichen Ergebnisse ihres Lebens in Kisten, und wir k\u00f6nnen in sie eintauchen. Es gibt viele Anekdoten&#8230; Ich wusste einiges \u00fcber &#8222;Space is a Diamond&#8220;, und als ich die &#8222;Space is a Diamond&#8220;-Box \u00f6ffnete, fand ich ganz anderes Material, das der Geschichte widersprach, die ich oft geh\u00f6rt hatte. Das St\u00fcck wurde eigentlich umfassend geplant und skizziert, dann sorgf\u00e4ltig komponiert und sogar budgetiert. Wir fanden ein kleines Budgetblatt mit Honoraren f\u00fcr die T\u00e4nzer*innen, Honoraren f\u00fcr die Choreografie, Honoraren f\u00fcr die Kost\u00fcme, Honoraren f\u00fcr den Trompeter. Das ist erstaunlich, und die Skizzen, die sie gemacht hat, sind erstaunlich. Ich finde, sie sind so sch\u00f6n, dass man sie einrahmen k\u00f6nnte.<\/em><\/p>\n<figure id=\"attachment_12895\" aria-describedby=\"caption-attachment-12895\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12895\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06-300x216.png\" alt=\"\" width=\"463\" height=\"333\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06-300x216.png 300w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06-1024x737.png 1024w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06-768x553.png 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06-1536x1106.png 1536w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.19.06.png 1564w\" sizes=\"(max-width: 463px) 100vw, 463px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12895\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Archivmaterial\/Courtsey of The Library of Congress and the Erick Hawkins Dance Company<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>CC:\u00a0<\/strong><em>Das wird eine interessante Sache f\u00fcr dich sein, Kamila, denke ich. Es gibt eine unglaubliche Menge an Material aus der Zeit der Produktion. Als sie schrieb, komponierte \u2013 sie hatte diesen ganzen Prozess des Skizzierens von Bewegungen, Ideen und Kl\u00e4ngen, die als Landkarten bezeichnet werden. Es sind gro\u00dfe Bl\u00e4tter. Es sieht ziemlich chaotisch aus, definitiv chaotisch und vielleicht willk\u00fcrlich. Aber wenn man sie sich eine Weile ansieht, bemerkt man einen echten Sinn f\u00fcr Rhythmus in den Bewegungen auf dem Blatt. Man sieht, wie sehr ein Teil ihres kreativen Prozesses die Bilder aus dem Leben in der Tanzkompanie mit Erick Hawkins waren, wie sie die K\u00f6rper in Bewegung sah und wie sie das in ihren kreativen Prozess einflie\u00dfen lie\u00df. Ich glaube, das kann man in einigen dieser Karten sehen. Wenn ich einen Wunsch frei h\u00e4tte, dann w\u00fcrde ich mir w\u00fcnschen, dass du, wenn du wieder in die Library of Congress gehst, einige der Karten fotografierst oder scannst, die f\u00fcr diese Ideen beispielhaft zu sein scheinen.<\/em><\/p>\n<p><strong>KM:<\/strong> Das klingt wunderbar!<\/p>\n<p><strong>CC:<\/strong>\u00a0<em>Man erf\u00e4hrt auch mehr \u00fcber einige der Titel der St\u00fccke, die wie eine zuf\u00e4llige Ansammlung von W\u00f6rtern wirken, es aber eigentlich nicht sind.<\/em><\/p>\n<div class=\"page\" title=\"Page 23\">\n<div class=\"layoutArea\">\n<div class=\"column\">\n<p><strong>KM:<\/strong> Das ist definitiv etwas, auf das ich neugierig bin: die Herkunft der Titel. Denn es klingt u\u0308berhaupt nicht zufa\u0308llig, oder? Hinzu kommt, dass einige der Werke zwei Titel haben, einen fu\u0308r Tanz und einen fu\u0308r die Musik. Ich denke, dass sie als Komponistin ihren eigenen Weg finden wollte. Die meisten dieser Arbeiten wurden jeweils mit Tanz als auch ohne Tanz, als reine Konzertformate, pra\u0308sentiert. Das ist essentiell, denn sie war nicht einfach nur ein Schatten Hawkins. Das ist absolut faszinierend. Es ist ein wesentlicher Teil ihres Werks. Eine Facette oder Realita\u0308t, die sehr stark eingebettet ist in viele philosophische Fragen, die ihre Musik, ihr Schreiben, ihre Titel und das, was man in jeder Biografie liest, wenn sie zum Beispiel u\u0308ber \u201esuchness\u201c spricht, durchziehen. Es ist faszinierend, u\u0308ber ihre Beziehung zum Klang als Quelle und Material nachzudenken und was das fu\u0308r sie bedeutet.<\/p>\n<p><strong>MB:<\/strong>\u00a0<em>Eine Frage zum Festival \u2013 es ist fantastisch, dass ihr die Werke von Dlugoszewski pr\u00e4sentiert. Ist es f\u00fcr euch eher ein Prozess des Schaffens oder ein Prozess des Wiedererschaffens? Kannst du dazu etwas sagen?<\/em><\/p>\n<p><strong>KM:<\/strong> Ich denke, es ist beides. Ich denke, es ist auch sehr einzigartig f\u00fcr euch als Ensemble Musikfabrik. Und diese Zusammenarbeit ist mitunter der spannendste Teil des Projekts. Es wird durch eure Anwesenheit einzigartig sein: eure Herangehensweise, eure Lesung, eure Performance \u2013 eure Pr\u00e4senz auf der B\u00fchne zusammen mit dem Tanz. Wir haben uns nat\u00fcrlich viele Gedanken gemacht, und zwar \u00fcber beides: Einerseits pr\u00e4sentieren wir ihre Arbeiten in einem Kontext, der eine Hommage an ihr Werk darstellt. Und wir h\u00f6ren das Werk als etwas, das in gewisser Weise statisch ist, gebunden an eine Partitur oder an die Interpretation einer Aufnahme. Bei unserem anderen Ansatz ging es darum, all diese Kuriosit\u00e4ten von Dlugoszewski auf vielleicht neue Instanzen und Nuancen auszuweiten. Wir haben dar\u00fcber nachgedacht, wie man dieses Wissen auch in die \u2013 sagen wir \u2013 Zukunft \u00fcbertragen kann. Als wir zum Beispiel Edivaldo Ernesto eingeladen haben, eine neue Choreografie zu kreieren. Wir sahen darin nicht nur eine neue Sch\u00f6pfung, sondern betrachteten es als neugierigen Blick in die Transzendenz und Transformation der Hawkins\/Dlugoszewski-Technik, ihrer \u00c4sthetik, Form und Neuerungen.<br \/>\n\u00c4hnlich wird es auch mit der Musik sein, entweder mit einigen ihrer Werke, die etwas abstrakter sind, oder mit den Auftragswerken. Wir dachten, es wa\u0308re auch ein interessanter Moment, Komponist*innen, die nichts u\u0308ber Dlugoszewski wissen, einzuladen, ein Element in ihrer Musik, ihrem Werk, ihrem Klangspektrum und ihrer Philosophie zu finden, das fu\u0308r sie interessant wa\u0308re, es zu erforschen. Das ist wirklich scho\u0308n, denn es gibt dieses Moment, wenn es nichts endg\u00fcltiges gibt. Wisst ihr, was ich meine? Wir pr\u00e4sentieren keine Exzellenz, wir pr\u00e4sentieren kein blo\u00dfes Produkt, das man bewegen kann. Jedes mal, wenn das Ensemble diese Stu\u0308cke auffu\u0308hrt, bin ich sicher, dass Euch etwas Neues einfallen wird. Vielleicht wird die Auffu\u0308hrung von <em>Space is a Diamond<\/em> beim na\u0308chsten Mal anders sein; sie wird in einen anderen Raum getragen. Wir haben uns erlaubt, mit dem Prozess zu arbeiten.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12898\" aria-describedby=\"caption-attachment-12898\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12898\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"485\" height=\"323\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-1024x683.jpg 1024w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-1536x1025.jpg 1536w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/C8A9306-2048x1366.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 485px) 100vw, 485px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12898\" class=\"wp-caption-text\">MaerzMusik 2023 \u00a9 Fabian Schellhorn<\/figcaption><\/figure>\n<p><strong>CC:\u00a0<\/strong><em>Apropos Prozess \u2013 ich bin sehr neugierig, wie die Tanzproben mit Katherine Duke vor ein paar Wochen gelaufen sind. Kannst du uns eine Zusammenfassung geben?<\/em><\/p>\n<p><strong>KM: <\/strong>Es war sehr sch\u00f6n, denn es war einerseits ein Vortanzen, andererseits aber auch eine Art Workshop. Katherine hat Erick Hawkins\u2019 Kernkonzepte der Bewegung in Bezug auf den K\u00f6rper erkl\u00e4rt. Das ist einzigartig f\u00fcr MaerzMusik, weil wir normalerweise nicht produzieren; wir haben diese Kapazit\u00e4ten nicht. Ich denke also, dass es sehr wichtig ist, dass wir dieses Projekt machen, weil es auch die Art und Weise beeinflusst, wie wir als MaerzMusik arbeiten. Wir werden zu einer anderen Art von Gastgeber*in. Der Audition-Workshop war sehr offen und eine Art Sitzung \u00fcber die Beziehung zwischen der Komponistin und dem Choreografen. Viele T\u00e4nzer*innen sagten, es erinnere sie an ihre klassische Ausbildung. Das macht Sinn: Wir haben es in gewisser Weise mit einem Klassiker und einer klassischen \u00c4sthetik zu tun. Sie waren also neugierig darauf, wie sie ihre Praxis als T\u00e4nzer*innen, die in experimentelleren Tanztechniken ausgebildet sind, mit diesem klassischen, f\u00fcr Hawkins spezifischen Ansatz verbinden k\u00f6nnen.<br \/>\nKatherine Duke wird in den von ihr geleiteten Choreografien so viel wie mo\u0308glich rekonstruieren, denn wenn man dem Original Tribut zollt, hielte ich es fu\u0308r wichtig, sich auf Erick Hawkins zu konzentrieren. Dazu gesellt sich die Arbeit Edivalo Ernestos in den Choreografien, die er kreiert.<\/p>\n<figure id=\"attachment_12900\" aria-describedby=\"caption-attachment-12900\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-12900\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.22.51-236x300.png\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"472\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.22.51-236x300.png 236w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.22.51-804x1024.png 804w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.22.51-768x978.png 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2024\/03\/Bildschirmfoto-2024-03-06-um-10.22.51.png 1032w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-12900\" class=\"wp-caption-text\">\u00a9 Archivmaterial\/Courtsey of The Library of Congress and the Erick Hawkins Dance Company<\/figcaption><\/figure>\n<p>Andererseits halte ich es fu\u0308r eine sehr gute Entscheidung, diese zwei Konzerte zu veranstalten: eines, das sich nur auf die Musik konzentriert, so dass die Leute sich ohne optische Ablenkung in Dlugoszewskis Repertoire vertiefen ko\u0308nnen, und dann einige der Werke mit Tanz zu pra\u0308sentieren, um auch ihre Kollaborationen in diesem Bereich aufzuzeigen.<\/p>\n<p><strong>MB:<\/strong>\u00a0<em>Dlugoszewski hat die meiste Zeit ihrer Karriere im Schatten von Erick Hawkins gearbeitet, deshalb pr\u00e4sentieren wir ihre Werke ganz bewusst allein im vollen Licht der Konzertb\u00fchne.<\/em><\/p>\n<\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Christine Chapman und Marco Blaauw im Gespr\u00e4ch mit Kamila Metwaly, k\u00fcnstlerische Leiterin von MaerzMusik<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":12904,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[88],"tags":[],"class_list":["post-12887","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12887","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=12887"}],"version-history":[{"count":7,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12887\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":12916,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/12887\/revisions\/12916"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/12904"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=12887"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=12887"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=12887"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}