{"id":10507,"date":"2022-09-28T12:09:22","date_gmt":"2022-09-28T10:09:22","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/?p=10507"},"modified":"2022-09-28T13:01:48","modified_gmt":"2022-09-28T11:01:48","slug":"das-messer-schaerfen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/blog\/das-messer-schaerfen\/","title":{"rendered":"Das Messer sch\u00e4rfen"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<p style=\"text-align: center;\">Beim diesj\u00e4hrigen NOW! Festival in Essen spielt Ensemble Musikfabrik zusammen mit <b>Varijashree Venugopal, Guru Prasanna <\/b>und<b> B.C. Manjunath <\/b>am 29. Oktober eine Urauff\u00fchrung von <strong>Riccardo Nova<\/strong>. Intendant Thomas Fichter f\u00fchrte hierzu im Vorfeld ein Interview mit den drei karnatischen Musiker*innen:<\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ce ce-twocol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col col-custom-1\">\r\n\t\t\t\t<p><b>Thomas Fichter:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Varijashree, Guru Prasanna und Manjunath, ich folge euch allen drei im Internet. Jedes Mal, wenn ihr etwas aufnehmt, taucht es in meinen Social-Media-Feeds auf und das bereitet mir gro\u00dfe Freude. Ich danke euch sehr! Varijashree, das Erste, was ich von dir gesehen habe, war, wie du unisono mit John Coltranes Saxophonsolo \u00fcber seine Aufnahme von &#8222;Giant Steps&#8220; aus dem Jahr 1960 gesungen hast, was ich erstaunlich fand. Au\u00dferdem hast du mit Videos von Chick Corea und anderen gesungen und Songs aufgenommen, bei denen du dich selbst begleitest. Du spielst auch live mit Spitzenmusiker*innen: Ich erinnere mich an ein Video von einem Konzert in Mailand mit den Wooten Brothers, mit Victor Wooten am elektrischen Bass. Offensichtlich seid ihr alle drei in karnatischer Musik ausgebildet, aber ihr geht auch in verschiedene Richtungen, ihr macht verschiedene Kollaborationen. Varijashree, was machst du gerade und was sind deine Pl\u00e4ne?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Varijashree Venugopal:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Mein ganzer Tag besteht eigentlich nur aus Musik. Und wie Du schon sagtest, sind wir in karnatischer Musik ausgebildet; das Training, Lernen und all das war eine der gr\u00f6\u00dften St\u00e4rken und der Grund oder das Sprungbrett f\u00fcr uns, auf Entdeckungsreise zu gehen. Es hat mir pers\u00f6nlich geholfen, jede Form von Musik, die ich zu h\u00f6ren bekomme, wahrzunehmen, zu verstehen, zu sch\u00e4tzen und zu spielen \u2013 wahrscheinlich auch, wenn es um ein Projekt geht, bei dem zwei oder mehr Stile zusammenflie\u00dfen. Ich w\u00fcrde sagen, dass mein ganzes Leben darin besteht, zuzuh\u00f6ren und zu versuchen, die Musikkultur aus verschiedenen Bereichen zu verstehen, zu f\u00fchlen und zu erleben, und zu versuchen, die Grundlagen dessen anzuwenden, was ich seit so vielen Jahren praktiziere. In den letzten 10 oder mehr Jahren bin ich nat\u00fcrlich durch das Internet mit viel mehr Musik in Ber\u00fchrung gekommen. Und so kam es zu dem Coltrane-Video. Das ist Teil meiner Arbeit, des Experimentierens, sollte ich sagen, denn es gibt so viele Dinge, die grundlegend neu sind, wenn es um Phrasierung, Improvisation, Grenzen oder Freiheit in der Improvisation geht. Diese Dinge aus anderen Musikrichtungen haben mich immer dazu inspiriert, etwas anderes auszuprobieren, aber trotzdem eine Verbindung zu den Wurzeln zu haben, aus denen ich komme. Und meine Pl\u00e4ne sind nat\u00fcrlich, dass ich versuche, mich mehr meiner Wurzeln oder meiner Herkunft in der Musik zuzuwenden, n\u00e4mlich der karnatischen Musik: dem Gesang und dem Fl\u00f6tenspiel. Und ich habe angefangen, meine eigene Musik zu schreiben und arbeite gerade an einem Album. Es ist schon ein paar Jahre her, dass ich damit angefangen habe; wenn Covid es zul\u00e4sst, werde ich es hoffentlich fertigstellen k\u00f6nnen.\u00a0\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-weight: 400;\">Und jetzt bin ich sehr gespannt auf das Projekt, an dem wir alle beteiligt sind, mit der Musikfabrik und Riccardo Novas Musik. Es gibt da diese Werkzeuge, um Messer zu sch\u00e4rfen. Dieses Projekt hat f\u00fcr uns solch eine Funktion. Es macht uns aufmerksam und bringt uns dazu, die Dinge in einem sehr mikroskopischen Format zu betrachten. Es war eine gro\u00dfartige Lernerfahrung.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_10512\" aria-describedby=\"caption-attachment-10512\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-10512 size-large\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Varijashree8-683x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"683\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Varijashree8-683x1024.jpg 683w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Varijashree8-200x300.jpg 200w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Varijashree8-768x1152.jpg 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Varijashree8.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 683px) 100vw, 683px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10512\" class=\"wp-caption-text\">Varijashree Venugopal<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Thomas Fichter:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Guru Prasanna, ich habe gesehen, wie Du Trommeln der karnatischen Musik (Khanjira) gespielt hast, zum Beispiel bei Vorf\u00fchrungen und Festivals. Was ist Deine Hauptt\u00e4tigkeit im Moment?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>Guru Prasanna:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Wie Varijashree schon sagte, kommen wir alle von der karnatischen Musiktradition. Ich denke, wobei uns die karnatische Musik geholfen hat, ist, alles zu verstehen, was es gibt, jede Art von Musik, und zu versuchen, sie mit der karnatischen Musik in Beziehung zu setzen und zu sehen, wie sie in sie hineinpasst. Wir sind damit gesegnet, dass wir das Wissen der karnatischen Musik haben, um verschiedene Kunstformen zu verstehen und zu probieren, diese Dinge in unserer Musik anzupassen und anzuwenden. Und wir versuchen, die neue Frische in andere Musikgenres einzubringen und mit anderen Kunstformen zusammenzuarbeiten, aus der Perspektive der karnatischen Musik. Ich jongliere nebenher auch mit einem IT-Beruf, aber ich glaube, Manju sagt mir immer wieder, dass Guru Prasanna in erster Linie ein Musiker und dann ein IT-Profi ist, und so ist es auch. Die meisten Dinge drehen sich also um Musik, und manchmal wird IT auch durch Musik visualisiert. Denn es gibt eine Menge Mapping, das im Gehirn in Bezug darauf passiert. Und nat\u00fcrlich genie\u00dfe ich es, karnatische Musik und andere Genres zu spielen. Das Beste an meinem Instrument, der Khanjira, ist, dass es sehr klein ist und gleichzeitig ein breites Klangspektrum hat, und dass es sich mit jeder Art von Schlagzeug und jedem Musikgenre sehr gut kombinieren l\u00e4sst. Mit diesem Instrument, einer Rahmentrommel, versuche ich, die Grenzen der karnatischen Musik auszuloten. Man sieht \u00fcberall auf der ganzen Welt eine Vielzahl von Rahmentrommeln. Wie bringe ich mein Wissen \u00fcber die karnatische Musik ein und wie gelingt es, eine gewisse Einzigartigkeit in Bezug auf das, was wir tun k\u00f6nnen, zu erreichen? Wie kann man viele Dinge an diesen Fronten erforschen, ohne die klassischen Konzepte zu vernachl\u00e4ssigen? Die Erforschung der Grenzen der karnatischen Musik &#8211; das ist eine Sache, an der ich schon seit einiger Zeit arbeite. Was die Zusammenarbeit mit der Musikfabrik und Riccardos Musik angeht \u2013 denke ich, wie Varijashree schon sagte, ist es eine gro\u00dfe Herausforderung, die eigenen F\u00e4higkeiten zu sch\u00e4rfen, und es ist sehr aufregend. Hier kommen verschiedene Ebenen der Musik zum Tragen, und wir m\u00fcssen all diese Ebenen zusammen sehen. Wir sollten wahrscheinlich sechs Augen haben, die alles gemeinsam betrachten, und nicht nur zwei. Wir werden mit den Augen von Varijashree sehen, mit den Augen von Manju und mit denen von uns allen. Und wir werden auch mit jedem dieser Ohren zuh\u00f6ren m\u00fcssen. Es ist ein \u00e4u\u00dferst interessantes Projekt, das vor uns liegt, und ich freue mich sehr darauf.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_10520\" aria-describedby=\"caption-attachment-10520\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-10520 size-large\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Guruprasanna-2-811x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"811\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Guruprasanna-2-811x1024.jpg 811w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Guruprasanna-2-238x300.jpg 238w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Guruprasanna-2-768x969.jpg 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Guruprasanna-2.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 811px) 100vw, 811px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10520\" class=\"wp-caption-text\">Guru Prasanna<\/figcaption><\/figure>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n            <\/div>\r\n            <div class=\"col col-custom-2\">\r\n\t\t\t\t<p><b>Thomas Fichter: \u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Manju, du spielst die Mridangam. Es gab einen Aspekt in deinen Internet-Videos, der mir aufgefallen ist, denn es scheint, als w\u00fcrdest du deine St\u00fccke ver\u00f6ffentlichen und dann f\u00fcgen andere ein Keyboard oder sogar einen E-Bass hinzu. Ich habe gerade ein St\u00fcck gesehen, das du gespielt hast, und dann hat jemand ein Jazzst\u00fcck dar\u00fcber gespielt. Ist das dein Prozess&#8230; hast du es einfach ver\u00f6ffentlicht und dann hat diese Person es genommen und es hinzugef\u00fcgt? Wie hat das funktioniert?<\/span><\/p>\n<p><b>B.C. Manjunath:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Nun, um ehrlich zu sein, bin ich wirklich froh, dass die Leute es sehr interessant finden, was ich mache, und gleichzeitig habe ich gro\u00dfen Respekt vor allen, die sich die Zeit nehmen, sich diese Videos anzuh\u00f6ren. Und dann versuchen sie auch noch, es zu lernen und dar\u00fcber zu spielen und es dann mit Stolz zu ver\u00f6ffentlichen. Ich bin also jedem zu Dank verpflichtet, der das mit den Videos macht, die ich ver\u00f6ffentliche. 99 Prozent der Menschen, die diese Videos ver\u00f6ffentlichen, habe ich noch nie getroffen. Vielleicht ein oder zwei bis jetzt. Es hat mich immer \u00fcberrascht, weil sie es mir per Messenger oder per E-Mail geschickt haben und ich dann jeden Tag zwei bis drei Videos mit Coverversionen f\u00fcr dieses spezielle Video bekomme. Aber irgendwie habe ich das Gef\u00fchl, dass es nicht um mich oder meine Videos geht. Ich denke, es geht um das ganze System der karnatischen Musik. Sagen wir, die meisten Leute, die sich von karnatischer Musik angezogen f\u00fchlen, sind wahrscheinlich diejenigen, die Jazz oder zeitgen\u00f6ssische klassische Musik studieren. Beide Genres finden sie ziemlich faszinierend. Der Jazz kommt aus einer sehr improvisierten Kultur und hat eine Menge organisierter Improvisation. Das ist der karnatischen Musik sehr \u00e4hnlich, und gleichzeitig ist die karnatische Musik eine Kombination aus Improvisation und sehr pr\u00e4zisen rhythmischen Formen, was auch f\u00fcr viele zeitgen\u00f6ssische klassische Musiker interessant ist. Wenn man die Kompositionen einfach so spielen will, wie sie sind, ohne zu improvisieren, findet man eine Menge klassische Kompositionen wie diese. Und wenn man einfach nur improvisieren will, indem man eine Zelle nimmt, findet man auch daf\u00fcr viele M\u00f6glichkeiten. Ich w\u00fcrde also den ganzen Erfolg, den ich hatte, dem reichen musikalischen Hintergrund zuschreiben, aus dem wir alle kommen, n\u00e4mlich der karnatischen Musik, die zweifellos eines der anspruchsvollsten Musiksysteme der Welt ist. Ich w\u00fcrde nicht sagen, dass ich alles spielen kann, was ich h\u00f6re, aber ich kann mit gro\u00dfer Sicherheit sagen, dass ich zumindest entschl\u00fcsseln kann, was in anderen Musikrichtungen passiert. Das hei\u00dft nicht, dass ich sie spielen kann, aber ich kann in gewisser Weise nachvollziehen, was in allen Arten von Musik vor sich geht. Manche Dinge sind f\u00fcr mich nat\u00fcrlich. Varija oder Guru, diese beiden sind meine Komplizen, denn als karnatische Musiker k\u00f6nnen wir nicht zweimal hintereinander das Gleiche spielen. Wir m\u00fcssen immer improvisieren, und das ist auch gleichzeitig unsere St\u00e4rke &#8211; Varija ist auch eine Session-K\u00fcnstlerin. Sie wei\u00df, wie man Dinge wiederholt, und Guru wei\u00df als IT-Spezialist, wie man mit Druck umgeht. Diese beiden Menschen sind als Musiker einzigartig. Wahrscheinlich geh\u00f6ren sie zu den besten unseres Landes, w\u00fcrde ich sagen. Ich bin sehr, sehr gl\u00fccklich, mit ihnen und gleichzeitig mit der Musikfabrik zusammenzuarbeiten, die eines der besten Ensembles f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Musik ist, das ich kenne. Ich verfolge seine Musik seit langem, und dann Riccardo &#8211; ich kenne ihn jetzt seit 27 Jahren und habe viele Projekte mit seiner Musik gespielt &#8211; und er hat immer noch ein gewisses Vertrauen in unsere Musik \u2026 Ich bin sehr gl\u00fccklich, hier zu sein.<\/span><\/p>\n<p><b>Thomas Fichter: \u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Das bringt uns zu Riccardo Nova, dem Komponisten von &#8222;Mah\u0101bh\u0101rata (mantras, fights\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">and threnody)&#8220;. Wie kam es zu diesem Projekt mit Riccardo? Wie ist das alles entstanden?\u00a0<\/span><\/p>\n<p><b>B.C. Manjunath:\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">Jeder von uns hat mit Riccardos Musik zumindest mehr als ein Mal zu tun gehabt. Guru Prasanna und ich haben seine Musik in mindestens zwei\/drei Projekten gespielt und Varija und ich haben auch schon viel zusammen gearbeitet. Zu dritt ist es das erste Mal, dass wir uns mit Riccardos Musik befassen. Riccardo hat viele Jahre lang versucht, eine Kombination von karnatischen Musikern zu finden. Es gab eine fantastische S\u00e4ngerin namens Jahnavi Jayaprakash, die mich Riccardo Nova vorstellte und die 2001 verstarb. Seitdem sind Riccardo und ich uns n\u00e4her gekommen, weil ich f\u00fcr ihn der st\u00e4rkste Kontakt zur karnatischen Musik war. Ich kann mich an zehn bis f\u00fcnfzehn Projekte erinnern, die ich mit Riccardo gemacht habe. Dieses St\u00fcck ist etwas Besonderes. In Riccardos Kopf entwickelt es sich schon seit mindestens sechs oder sieben Jahren. Es geht nicht nur um Musik, sondern um das Erz\u00e4hlen von Geschichten durch Musik. Das ist f\u00fcr mich das st\u00e4rkste Element hierbei, denn Musik ist Musik und besteht aus einem Haufen Noten, einem Haufen Rhythmen&#8230; rhythmischen Noten, und wenn man ein erfahrener Musiker ist, kann man immer erreichen, was man tun kann. Aber die gr\u00f6\u00dfte Herausforderung ist die des Komponisten, denn wir als Interpreten haben nur unsere Stimmen. Wir spielen und nur der Komponist kennt die ganze Musik. Er versucht, eine Geschichte zu erz\u00e4hlen, und ich glaube, was wir im Oktober 2022 mit der Musikfabrik machen &#8211; ist wahrscheinlich nur zehn oder f\u00fcnfzehn Prozent des gesamten Projekts, das er sich ausgedacht hat. Ich denke, es werden etwa f\u00fcnf bis sechs Stunden Musik zu schreiben sein. Und dann hat es auch mit Theater zu tun. Wir arbeiten im Moment nur an der Spitze des Eisbergs. Aber das ist trotzdem eines der anspruchsvollsten Musikst\u00fccke, die wir je in unserem Leben gespielt haben. Es hat uns sehr gefordert und zumindest mir, eine Menge schlafloser N\u00e4chte beschert. Es ist nicht nur sehr schwierig, sondern auch das, was Riccardo durch den Kopf geht, war f\u00fcr uns sehr schwer zu verstehen, weil es schwer ist, einen Teil mit vollem Ausdruck darzustellen. Mit zeitgen\u00f6ssischer Musik ist es wie mit Lego: Man muss alles zusammensetzen, um eine vollst\u00e4ndige Form zu erhalten, und wir sind nur ein Teil des gesamten Prozesses. F\u00fcr uns war es extrem faszinierend, weil karnatische Musiker nicht so gut im Notenlesen sind&#8230; und dann hat man uns diese Aufgabe gegeben und diese beiden haben das auch fantastisch gemacht.<\/span><\/p>\n<figure id=\"attachment_10564\" aria-describedby=\"caption-attachment-10564\" class=\"wp-caption alignnone\"><img decoding=\"async\" class=\"wp-image-10564 size-large\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Manjuimage005-819x1024.jpg\" alt=\"\" width=\"819\" height=\"1024\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Manjuimage005-819x1024.jpg 819w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Manjuimage005-240x300.jpg 240w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Manjuimage005-768x960.jpg 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2022\/09\/Manjuimage005.jpg 1000w\" sizes=\"(max-width: 819px) 100vw, 819px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-10564\" class=\"wp-caption-text\">B.C. Manjunath<\/figcaption><\/figure>\n<p><b>Thomas Fichter<\/b><span style=\"font-weight: 400;\">:\u00a0<\/span><span style=\"font-weight: 400;\">Ich danke euch vielmals. Ich freue mich schon sehr darauf, dieses Konzert im Oktober zu h\u00f6ren.<\/span><\/p>\n<p><i><span style=\"font-weight: 400;\">Das Gespr\u00e4ch wurde im Dezember 2021 auf Englisch gef\u00fchrt.<\/span><\/i><\/p>\n<p><br style=\"font-weight: 400;\" \/><br style=\"font-weight: 400;\" \/><\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Varijashree Venugopal, Guru Prasanna und B.C. Manjunath im Gespr\u00e4ch mit Thomas Fichter<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":10529,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[88],"tags":[],"class_list":["post-10507","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10507","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10507"}],"version-history":[{"count":47,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10507\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10576,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10507\/revisions\/10576"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/10529"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10507"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10507"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10507"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}