{"id":10130,"date":"2012-06-26T10:47:53","date_gmt":"2012-06-26T08:47:53","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/?p=10130"},"modified":"2022-07-19T10:51:32","modified_gmt":"2022-07-19T08:51:32","slug":"musikfabrik-im-wdr-42","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/blog\/musikfabrik-im-wdr-42\/","title":{"rendered":"musikFabrik im WDR | 42"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-twocol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col col-custom-1\">\r\n\t\t\t\t\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGRpdiBjbGFzcz0icmVzcG9uc2l2ZS12aWRlbyI+PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iR2VvcmcgRnJpZWRyaWNoIEhhYXMgfCAmcXVvdDtJQ0ggU1VDSFRFLCBBQkVSIElDSCBGQU5EIElITiBOSUNIVCZxdW90OyAoMjAxMSkgfCBFbnNlbWJsZSBNdXNpa2ZhYnJpayIgd2lkdGg9IjUwMCIgaGVpZ2h0PSIyODEiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvT3U3dTRPcE9USXM\/ZmVhdHVyZT1vZW1iZWQmc2hvd2luZm89MCIgZnJhbWVib3JkZXI9IjAiIGFsbG93PSJhY2NlbGVyb21ldGVyOyBhdXRvcGxheTsgY2xpcGJvYXJkLXdyaXRlOyBlbmNyeXB0ZWQtbWVkaWE7IGd5cm9zY29wZTsgcGljdHVyZS1pbi1waWN0dXJlOyB3ZWItc2hhcmUiIHJlZmVycmVycG9saWN5PSJzdHJpY3Qtb3JpZ2luLXdoZW4tY3Jvc3Mtb3JpZ2luIiBhbGxvd2Z1bGxzY3JlZW4+PC9pZnJhbWU+PC9kaXY+\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/1\/yt_Ou7u4OpOTIs_hqdefault.jpg')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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Das Werk wird beim 42 Konzert der \u201emusikFabrik im WDR\u201c-Reihe am 30.06.2012, um 20 Uhr, im WDR Funkhaus erklingen.<\/strong><\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<p><strong>Ein Kommentar von <em>Andreas G\u00fcnther<\/em><\/strong><\/p>\n<p>Innovative Experimente mit der Gestalt des Klangs kennzeichnen auch das OEuvre von Georg Friedrich Haas. Immer wieder lotet er in seinen Kompositionen die \u00dcberg\u00e4nge zwischen vertrauten und ungewohnten Klangbildern aus, indem er die Grenzen des temperierten Tonsystems mit Mikrointervallen verschiedenster Abstufungen (also Intervallen, die kleiner sind als der g\u00e4ngige Halbton) aufbricht und so eigenwillige mikrotonale Klangwelten schafft, f\u00fcr die Ivan Vysnegradskijs Entwurf einer \u201eUltrachromatik\u201c und die mikrotonalen Konzepte eines Alois H\u00e1ba, Harry Partch oder James Tenney historische Bezugspunkte bilden. Mikrotonalit\u00e4t und eine subtil ausgearbeitete Harmonik pr\u00e4gen auch das 2011 als Auftrag des Ensemble musikFabrik entstandene Ensemblewerk \u201eIch suchte, aber ich fand ihn nicht.\u201c, das vor zwei Wochen in M\u00fcnchen in der Reihe musica viva seine Urauff\u00fchrung erlebte. Im Unterschied zu den beiden anderen heute gespielten Werken von Nicolaou und Grisey, die auf au\u00dfermusikalische Bez\u00fcge ganz verzichten, legte Haas seiner Komposition einen Text zugrunde. Es handelt sich dabei um Textstellen aus der Bibel, genauer gesagt um einige Zeilen aus dem dritten und dem f\u00fcnften Kapitel des Hohelieds Salomons. Bereits in der Oper Die sch\u00f6ne Wunde (2001\/03) hatte Haas in einem der Zwischenbilder auf die zentrale Zeile \u201eIch suchte, aber ich fand ihn nicht\u201c zur\u00fcckgegriffen. Nun w\u00e4hlte er sie f\u00fcr den Titel seines Ensemblest\u00fccks aus. \u201eDas Hohelied\u201c, so Haas, \u201eist eines der kostbarsten Beispiele erotischer Literatur. Ich verstehe den Text ausschlie\u00dflich in seiner erotischen Komponente. Als solches ist er auch die Basis des St\u00fcckes.\u201c Doch nat\u00fcrlich lassen sich die anderen Bedeutungsebenen dieses Textes, der als erotisches Gedicht oder Liebesgeschichte, aber auch als Gleichnis gedeutet wurde, nicht v\u00f6llig ausblenden. Von Einsamkeit und vom Suchen, von Entt\u00e4uschung, Hoffnung, Versprechen und Begehren erz\u00e4hlen die Zeilen und vielleicht auch \u2013 ohne dass es allzu vordergr\u00fcndige Entsprechungen g\u00e4be \u2013 die Musik. Auch wenn Haas freilich jede Form einer Eins-zu-eins-\u00dcbersetzung des Textes in Musik v\u00f6llig fremd ist, scheint sich die im Text angelegte Thematik des Suchens in gewisser Weise in der Form des St\u00fcckes wiederzufinden.<\/p>\n<p>Haas errichtet weder ein architektonisches Gebilde noch beschr\u00e4nkt er sich auf einen einzigen zielgerichteten Prozess. Seine Form entwickelt sich vielmehr so, wie sich eine Landschaft demjenigen zeigt, der sie langsam und Schritt f\u00fcr Schritt erwandert. Haas\u2019 Musik verbleibt im Br\u00fcchigen und Instabilen, sie sch\u00fcrt Erwartungen und entt\u00e4uscht diese auch. Ausdruck dieser Br\u00fcchigkeit ist etwa gleich am Anfang ein \u2013 wie Haas es beschreibt \u2013 grob gerastertes Glissando, in dem die Tonh\u00f6henverlauf nicht gleiten, sondern in Vierteltonabst\u00e4nden eher ruckartig voranschreiten. Im Verlauf der St\u00fcckes l\u00f6st Haas die Unterteilungen des Halbtons dann immer feiner auf, vom Viertelton zu Beginn \u00fcber sechstelt\u00f6nige Abstufungen bis hin zum Glissando mit stufenlos gleiten- den Tonh\u00f6hen\u00e4nderungen. Neben der Harmonik sorgt eine \u00e4u\u00dferst farbige und variantenreiche Instrumentation des Ensemblesatzes f\u00fcr feinnervige Klangf\u00e4rbungen. Neben dem Einsatz eines Kontrafortes kommt vor allem den Doppeltrichter-Instrumenten unter den Blechbl\u00e4sern eine\u00a0 besondere innovative Bedeutung zu. Haas betritt hier mit dem Einsatz gleich mehrerer dieser speziell entwickelten Instrumente \u2013 die Stimmen von Horn, Trompete und einer der beiden Posaunen werden mit jeweils zwei Schalltrichtern gespielt \u2013 Neuland im Bereich der Ensemblemusik. Durch den differenzierten Einsatz verschiedener D\u00e4mpfer k\u00f6nnen nun mit den beiden gleichzeitig klingenden Schalltrichtern ganz ungew\u00f6hnliche Klangwirkungen\u00a0 erreicht werden, wie sie bis dato auf herk\u00f6mmlichen Instrumenten undenkbar waren. Haas bel\u00e4sst dabei die Effekte dieser \u201eDouble bell\u201c-Instrumente keineswegs im Akzidentiellen. Genauestens notiert er die Aktionen der Musiker mit Trichtern und D\u00e4mpfern und bindet sie so als wesentliches strukturelles Element in den Ensemblesatz ein.<\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Carl Rosman und Dirk Wietheger im Interview mit Georg Friedrich Haas<\/p>\n","protected":false},"author":7,"featured_media":2881,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"_acf_changed":false,"_relevanssi_hide_post":"","_relevanssi_hide_content":"","_relevanssi_pin_for_all":"","_relevanssi_pin_keywords":"","_relevanssi_unpin_keywords":"","_relevanssi_related_keywords":"","_relevanssi_related_include_ids":"","_relevanssi_related_exclude_ids":"","_relevanssi_related_no_append":"","_relevanssi_related_not_related":"","_relevanssi_related_posts":"","_relevanssi_noindex_reason":"","footnotes":""},"categories":[88,1],"tags":[100],"class_list":["post-10130","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-interview","category-video","tag-musikfabrik-im-wdr"],"acf":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10130","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/users\/7"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=10130"}],"version-history":[{"count":3,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10130\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":10133,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/10130\/revisions\/10133"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2881"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=10130"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=10130"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=10130"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}