{"id":1912,"date":"2021-10-26T15:43:01","date_gmt":"2021-10-26T13:43:01","guid":{"rendered":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/?page_id=1912"},"modified":"2023-12-01T12:21:22","modified_gmt":"2023-12-01T11:21:22","slug":"rebecca-saunders-yes","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/klang-bild\/konzert\/rebecca-saunders-yes\/","title":{"rendered":"Rebecca Saunders &#8211; Yes"},"content":{"rendered":"<div class=\"ce ce-hero \" \">\r\n    <figure>\r\n        <div class=\"img-wrapper\">\r\n\t        <img decoding=\"async\" width=\"2000\" height=\"1127\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1.jpg\" class=\"attachment-full size-full\" alt=\"\u00a9 Kai Bienert\" srcset=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1.jpg 2000w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1-1024x577.jpg 1024w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1-768x433.jpg 768w, https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Hero-Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_c_kai_bienert_19-1-1536x866.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 2000px) 100vw, 2000px\" \/>        <\/div>\r\n\t        <\/figure>\r\n<\/div>\r\n<div class=\"ce ce-twocol pt-xlarge layout-8-4\" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col col-custom-1\">\r\n\t\t\t\t<h1>Yes<\/h1>\n<h3>Rebecca Saunders<\/h3>\n<p><em>Yes<\/em> bezieht sich auf den Monolog der Molly Bloom, das letzte Kapitel in James Joyces\u2019 <em>Ulysses<\/em>. Dieser Monolog kann als eine Art literarische Collage betrachtet werden, als ein Gewebe aus zahllosen Pfaden von Erz\u00e4hlungen, Gedanken und Momenten in einem kontinuierlichen, gnadenlosen Fluss hoher Energie \u2013 eine Momentaufnahme, ein Zustand vor und w\u00e4hrend des Einschlafens und in der D\u00e4mmerung des Unterbewusstseins.<\/p>\n<p>Zwischen Momenten der An- und Abwesenheit flie\u00dfend, ist der Text nicht immer h\u00f6rbar und bleibt oft subkutan, aber stets sp\u00fcrbar und pr\u00e4sent. Der Monolog wird h\u00e4ufig gesungen, aber auch von der Sopranistin und den Instrumentalist*innen rezitiert, sei es im Ein- oder Ausatmen, halb gefl\u00fcstert, fast ger\u00e4uschlos oder unterdr\u00fcckt hinter vorgehaltener Hand. Mitunter tauchen einzelne Worte oder Textteile auf, werden sichtbar, h\u00f6rbar und verst\u00e4ndlich, verschwinden dann aber wieder im Fluss der Musik \u2013 so wie auch in Molly Blooms innerem Monolog, in ihrem Gedankenstrom Momente ihrer Biographie, ihrer Pers\u00f6nlichkeit, ihrer Erinnerungen vor\u00fcbergehend Gestalt annehmen, um dann wieder in den Strom der Zeit abzutauchen.<\/p>\n<p>In der Arbeit mit der Stimme, mit ihren Grenzen und dem Bed\u00fcrfnis zu atmen l\u00e4sst sich eine ungesch\u00f6nte menschliche Verletzlichkeit zeigen, eine intime Unmittelbarkeit \u2013 und beim Erkunden verschiedenster Wege, mit dem Atem umzugehen, er\u00f6ffnete sich eine ganz neue Welt klanglicher und emotionaler M\u00f6glichkeiten. Sinn der verschiedenen Formen der Textrezitation ist unter anderem, den Monolog in eine Vielzahl klanglicher Oberfl\u00e4chen zu verwandeln bzw. ihn darunter zu verbergen. Diese \u201esound surfaces\u201c werden dann von der Musik angedeutet, aufgegriffen und neu kontextualisiert. Auch wenn Yes nicht auf konkrete Bedeutung angelegt ist, l\u00e4sst das Zusammenspiel von Text und Musik inhaltliche und emotionale Zusammenh\u00e4nge des Textes zum Vorschein kommen.<\/p>\n<p>Das sich wiederholende \u201eYes\u201c ist vieldeutig und komplex, wirft viele Schatten und verweist auf verschiedene Themen: auf den Moment des Orgasmus im Halbschlaf; auf das lebensbejahende \u201eYes\u201c; auf das \u201eYes\u201c, das das Annehmen des Schicksals besiegelt; auf Blooms Erinnerung an unz\u00e4hlige sexuelle Begegnungen. Diese zutiefst erotischen Momente mit ihren romantischen bis ern\u00fcchternd grotesken Facetten werden im Text in unterschiedlichen Schattierungen abgebildet, verlaufen ineinander oder \u00fcberlagern sich. Yes beleuchtet einige der freiz\u00fcgigsten Passagen des Monologs, um einen z\u00fcchtigen, klischeehaften Eindruck von Molly Bloom zu vermeiden, und dringt dabei bis in die Abgr\u00fcnde des Joyce\u2019schen Textes vor, deren geballte sexuelle Energie sich jeder Definition von Geschlecht oder Gender verweigert.<\/p>\n<p>Eine S\u00e4ngerin steht auf der B\u00fchne \u2013 ein an sich schon theatralisches Moment. Der menschliche K\u00f6rper, die Erwartung an ihn, jede Bewegung der Augen oder der Mundwinkel \u2013 darin liegt endlos viel Potential verborgen. In Yes werden Sopranistin wie Instrumentalist*innen als Protagonisten in einer Art abstraktem Theater betrachtet. Sie agieren in einer gemeinsamen akustischen Landschaft. Die 28 einzeln komponierten Solo-, Kammermusik- und Ensemblest\u00fccke \u2013 die Module \u2013 sind im Raum verteilt und werden in r\u00e4umlicher und musikalischer Polyphonie collagenartig miteinander kombiniert.<\/p>\n<p>Fast jedes Modul stellt einen in sich unver\u00e4nderlichen Zustand dar, mit ersch\u00f6pfender Beharrlichkeit, anhaltend und im Wesen immer gleich. Wiederholte Klangfragmente, best\u00e4ndig leicht variiert, erschaffen allm\u00e4hlich ein umfassendes Bild. Es entsteht eine riesige Skulptur, ein Mobile, das unber\u00fchrt verharrt, w\u00e4hrend man es aus verschiedensten Perspektiven betrachtet: Das Licht ver\u00e4ndert sich, wie sich auch der Fokus und die Position der Wahrnehmung \u00e4ndern, wie sich N\u00e4he und Distanz zum Objekt abwechseln \u2013 eine manifeste komplexe Dehnung des einen Gegenstandes.<\/p>\n<p><em>Yes<\/em> entwirft eine Musik, die aus dem Fluss der Zeit heraustritt, die wie eine Klangskulptur in den Raum projiziert wird \u2013 und im Moment des Zuh\u00f6rens einen absoluten Fokus auf die physische Pr\u00e4senz des Klangs anstrebt.<br \/>\n<em>Rebecca Saunders, 2017<\/em><\/p>\n            <\/div>\r\n            <div class=\"col col-custom-2\">\r\n\t\t\t\t<figure><img decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1921\" src=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/2021\/10\/Yes-\u00a9-Kai-Bienert-mfb17_ensemble_musikfabrik_probe_c_kai_bienert_05-205x300.jpg\" alt=\"\u00a9 Kai Bienert\" width=\"300\" 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   <h4>Termine<span class=\"accordion-toggle-btn\"><\/span><\/h4>\n        <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"accordion-content\">\n        <div class=\"accordion-content-inner\"><div class=\"ce ce-onecol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col\">\r\n\t\t\t\t<p>Die <strong>Urauff\u00fchrung<\/strong> von Yes fand am 9.9.2017 beim Musikfest in der Berliner Philharmonie statt.<\/p>\n<p>Die <strong>franz\u00f6sische Erstauff\u00fchrung<\/strong> fand am 28.9.2017 beim Festival d&#8217;automne \u00e0 Paris statt.<\/p>\n<p>Die <strong>britische Erstauff\u00fchrung<\/strong> erfolgte am 16.11.2018 zum Er\u00f6ffnungskonzert des Huddersfield Contemporary Music Festival in der Town Hall Huddersfield.<\/p>\n<p>Die <strong>\u00f6sterreichische Erstauff\u00fchrung<\/strong> fand am 17.11.2023 im Rahmen des Festivals Wien Modern im Wiener Konzerthaus statt.<\/p>\n<h4>Weitere Auff\u00fchrungen<\/h4>\n<p>Kunstfestspiele Herrenhausen, Galerie Herrenhausen, Hannover<\/p>\n<p>06.05.2023 <a href=\"https:\/\/www.musikfabrik.eu\/de\/kalender\/acht-bruecken-musik-fuer-koeln-13\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">ACHT BR\u00dcCKEN | Musik f\u00fcr K\u00f6ln<\/a><\/p>\n<p>24.11.2023 Elbphilharmonie, Hamburg<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"accordion-panel\" data-panel-id=\"pressestimmen\">\n    <div class=\"accordion-headline\">\n        <div class=\"accordion-headline-inner\">\n            <h4>Pressestimmen<span class=\"accordion-toggle-btn\"><\/span><\/h4>\n        <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"accordion-content\">\n        <div class=\"accordion-content-inner\"><div class=\"ce ce-twocol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col col-custom-1\">\r\n\t\t\t\t<p>Eigent\u00fcmlich heisere Kl\u00e4nge oft von falsettierender Bassfl\u00f6te oder Bassklarinette. Gestopfte Trompete kann sich wie ein Firnis dar\u00fcber legen, ein Pochen der gro\u00dfen Trommel hindurcht\u00f6nen aus einer entlegenen Ecke des Raumes. H\u00e4ufiger noch l\u00e4sst sich in dieser Auff\u00fchrung ein Klang kaum mehr orten. Wo kommt er her, welche Instrumente erzeugen ihn? Rebecca Saunders\u2019 Reichtum an klanglichem Vokabular ist dabei \u00fcberw\u00e4ltigend. Dass sie dieses Vokabular gemeinsam mit den Musikern des Ensembles entwickelte, tr\u00e4gt entschieden zur klanglichen Sch\u00f6nheit bei. Es sind die pers\u00f6nlichen Kl\u00e4nge der Musiker.<br \/>\n<em>(Frankfurter Allgemeine Zeitung, 11.09.2017)<\/em><\/p>\n<p>Rebecca Saunders er\u00f6ffnet ein breites, expressives Spektrum, ohne Anleihen bei vertrauten Espressivo-Ritualen aufzunehmen. Die enorm einfallsreiche, originelle und souver\u00e4n umgesetzte Vision, teilweise dirigiert von Enno Poppe, fand beim Publikum [&#8230;] gro\u00dfen Anklang.<br \/>\n<em>(Berliner Zeitung, 11.09.2017)<\/em><\/p>\n<p>Wenn sich die Sopranistin und die Instrumentalisten auf der B\u00fchne und den R\u00e4ngen verteilen, entstehen gerade im zweiten Teil eindrucksvolle Raumklangwirkungen.<br \/>\n<em>(Der Tagesspiegel, 11.09.2017)<\/em><\/p>\n<p>In Yes\u2019s strongest moments, Saunders plays the Philharmonie\u2019s chamber music hall like an instrument: rustling percussion creates atmosphere from an upper balcony, while the piano becomes a bed of resonance for two quarrelling trumpets.<br \/>\n<em>(Financial Times, 11.09.2017)<\/em><\/p>\n            <\/div>\r\n            <div class=\"col col-custom-2\">\r\n\t\t\t\t<p>Saunders arbeitet konzentriert am einzelnen Ton und dabei mit der Klangqualit\u00e4t unterschiedlicher Instrumente, l\u00e4sst T\u00f6ne der einen von anderen aufnehmen, in ihnen aufgehen, sodass die eigentliche Quelle der Klangerzeugung hinter dem Klang selbst verschwindet.<br \/>\n<em>(taz, 15.09.2017)<\/em><\/p>\n<p>Puis ils se d\u00e9placent pendant les soixante-dix minutes que dure l\u2019oeuvre , selon un ballet r\u00e9gl\u00e9 au cordeau par le chef Enno Poppe, \u00e0 la t\u00eate des musiciens de l\u2019ensemble allemande Musikfabrik, don\u2019t l\u2019imagination sonore est sans limites. [\u2026]<br \/>\n<em>(Le Figaro, 3.10.2017)<\/em><\/p>\n<p>Cette approche tr\u00e8s physique du son cr\u00e9e un th\u00e9\u00e2tre instrumental hypnotique, sans tomber dans la facilit\u00e9 du happening ou du bricolage. Ou comment retrouver la dimension rituelle de la musique.<br \/>\n<em>(Le Figaro, 3.10.2017)<\/em><\/p>\n<p>Musique dont l\u2019\u00e9nergie raffin\u00e9e s\u2019impose comme une immense sculpture sonore tour \u00e0 tour compacte ou transparente, <em>Yes<\/em> compte vingt-cinq modules vari\u00e9s r\u00e9partis dans l\u2019espace r\u00e9sonnant \u2013 \u00ab <em>presque tous repr\u00e9sentent un \u00e9tat immuable, d\u2019une obstination \u00e9puisante, continu et toujours identique<\/em> \u00bb.<br \/>\n<em>(Anaclase, 28.09.2017)<\/em><\/p>\n            <\/div>\r\n        <\/div>\r\n    <\/div>\r\n<\/div>\r\n<\/div><\/div><\/div><div class=\"accordion-panel\" data-panel-id=\"videos\">\n    <div class=\"accordion-headline\">\n        <div class=\"accordion-headline-inner\">\n            <h4>Videos<span class=\"accordion-toggle-btn\"><\/span><\/h4>\n        <\/div>\n    <\/div>\n    <div class=\"accordion-content\">\n        <div class=\"accordion-content-inner\"><div class=\"ce ce-twocol \" >\r\n    <div class=\"container\">\r\n        <div class=\"row\">\r\n            <div class=\"col col-custom-1\">\r\n\t\t\t\t\n<div class=\"brlbs-cmpnt-container brlbs-cmpnt-content-blocker brlbs-cmpnt-with-individual-styles\" data-borlabs-cookie-content-blocker-id=\"youtube-content-blocker\" data-borlabs-cookie-content=\"PGRpdiBjbGFzcz0icmVzcG9uc2l2ZS12aWRlbyI+PGlmcmFtZSB0aXRsZT0iUmViZWNjYSBTYXVuZGVycyDigJMgWWVzIChleGNlcnB0KSIgd2lkdGg9IjUwMCIgaGVpZ2h0PSIyODEiIHNyYz0iaHR0cHM6Ly93d3cueW91dHViZS1ub2Nvb2tpZS5jb20vZW1iZWQvRUlURFVKLS1wajg\/c3RhcnQ9MSZmZWF0dXJlPW9lbWJlZCZzaG93aW5mbz0wIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3c9ImFjY2VsZXJvbWV0ZXI7IGF1dG9wbGF5OyBjbGlwYm9hcmQtd3JpdGU7IGVuY3J5cHRlZC1tZWRpYTsgZ3lyb3Njb3BlOyBwaWN0dXJlLWluLXBpY3R1cmU7IHdlYi1zaGFyZSIgcmVmZXJyZXJwb2xpY3k9InN0cmljdC1vcmlnaW4td2hlbi1jcm9zcy1vcmlnaW4iIGFsbG93ZnVsbHNjcmVlbj48L2lmcmFtZT48L2Rpdj4=\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-preset-c brlbs-cmpnt-cb-youtube\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-thumbnail\" style=\"background-image: url('https:\/\/www.musikfabrik.eu\/wp-content\/uploads\/borlabs-cookie\/1\/yt_EITDUJ--pj8_hqdefault.jpg')\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-main\">\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-play-button\"><\/div>\n<div class=\"brlbs-cmpnt-cb-content\">\n<p class=\"brlbs-cmpnt-cb-description\">Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von <strong>YouTube<\/strong>. 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