22.03.2021

Yoik

Tansy Davies:
Yoik
(2020)

Christine Chapman, horn

Janet Sinica, video and editing
Stephan Schmidt, sound direction

About Yoik

---german version below---

Tansy and I have been collaborating on nature and the horn for many years. A horn player herself, Tansy really understands the primal connection the sound of the horn stimulates in the deepest layers of our shared human experience.  This aspect of her oevre fascinates me and I feel it strongly when playing “Yoik”. The haunting lyricism interspersed with a special playing technique sounding like the resonance found in an icy wind of distant memory is just wonderful. Tansy wrote the following about the piece:

"A Yoik is not merely a description; it attempts to capture its subject in its entirety: it's like a holographic, multi-dimensional living image, a replica, not just a flat photograph or simple visual memory. It is not about something, it is that something. It does not begin and it does not end.

A Yoik is not a song in the sense that it is about something. The melody is closely connected to the referential object in an indissoluble relationship. Linguistically this is expressed through the fact that one does not yoik about somebody or something, there is a direct connection; one yoiks something or someone.

The structure of a Yoik follows the Sami worldview of "No beginning, no end". Sami see the world as following the circular patterns of nature. Living in a whited-out world of snow, often without horizon; perceptions of space, depth, time and environment are all closely-knit mysteries, to which the culture - and the Yoik - are intrinsically connected.

The name Christine Chapman is transmuted here - into the melody of my Yoik for Horn - so this is a yoik for and of her. The piece was composed by the river Medway in Kent, England. It is also a Yoik for that river, in the early morning."

Christine Chapman

---German Version---

Tansy und ich arbeiten schon seit vielen Jahren im Bereich Natur und Horn zusammen. Da sie selbst Hornistin ist, versteht Tansy wirklich die ursprüngliche Verbindung, die der Klang des Horns in den tiefsten Schichten unseres gemeinsamen menschlichen Gedächtnisses stimuliert.  Dieser Aspekt ihres Oevres fasziniert mich und ich spüre ihn stark, wenn ich "Yoik" spiele. Die eindringliche Lyrik, durchsetzt mit einer speziellen Spieltechnik, die wie die Resonanz in einem eisigen Wind einer fernen Erinnerung klingt, ist einfach wunderbar. Tansy schrieb das Folgende über das Stück:

"Ein Yoik ist nicht nur eine Beschreibung; es versucht, seinen Gegenstand in seiner Gesamtheit zu erfassen: es ist wie ein holografisches, mehrdimensionales lebendiges Bild, eine Replik, nicht nur eine flache Fotografie oder eine einfache visuelle Erinnerung. Es handelt nicht von etwas, sondern es ist dieses Etwas. Es beginnt nicht und es endet nicht. 

Ein Yoik ist kein Lied in dem Sinne, dass es von etwas handelt. Die Melodie ist in einer unauflöslichen Beziehung mit dem referentiellen Objekt verbunden. Linguistisch drückt sich das dadurch aus, dass man nicht über jemanden oder etwas yoikt, sondern es besteht eine direkte Verbindung; man yoikt etwas oder jemanden.

Die Struktur eines Yoiks folgt der samischen Weltanschauung von "Kein Anfang, kein Ende". Die Sami sehen die Welt so, dass sie den kreisförmigen Mustern der Natur folgt. Sie leben in einer weißen Welt aus Schnee, oft ohne Horizont; Wahrnehmungen von Raum, Tiefe, Zeit und Umgebung sind allesamt eng verwobene Geheimnisse, mit denen die Kultur - und das Yoik - untrennbar verbunden sind.

Der Name Christine Chapman wird hier - in die Melodie meines Yoik für Horn - transmutiert, es ist also ein Yoik für und von ihr. Das Stück wurde am Fluss Medway in Kent, England, komponiert. Es ist auch ein Yoik für diesen Fluss, am frühen Morgen."

Christine Chapman