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	<title>Werktext | Ensemble Musikfabrik</title>
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	<title>Werktext | Ensemble Musikfabrik</title>
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	<item>
		<title>SAFRAN</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/safran/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mareike]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 30 Nov 2025 16:00:21 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
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					<description><![CDATA["SAFRAN ist ein Stück, das riecht oder versucht, Düfte zu erinnern." Video des Duos von Lisa Streich mit Hannah Weirich und Ulrich Löffler.]]></description>
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				<p>&nbsp;</p>
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				<p><strong>Lisa Streich</strong> – <em>SAFRAN</em> (2017)<br />
für Violine und motorisiertes Klavier</p>
<p>Hannah Weirich, Violine<br />
Ulrich Löffler, Klavier</p>
<p>Janet Sinica, video/editing<br />
Wolfgang Ellers, recording producer/editing</p>
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            <div class="col">
				<h3>SAFRAN</h3>
<p>SAFRAN ist ein Stück, das riecht oder versucht, Düfte zu erinnern. Anders als jedes andere Gewürz hat Safran eine besondere Bedeutung für mich. Es ist sowohl süß als auch bitter &#8211; jedoch mehr süß als bitter und nicht süß wie Zucker, sondern es hat viele verschiedene Dimensionen von Süße. All diese Variationen von Süße, welche auf eine Art auch Zärtlichkeiten beinhalten, sind kaum zu umschreiben. Schwer, vielleicht unmöglich, Worte für diese Süße zu finden. Die Ausrichtungen der verschiedenen Süßen scheinen atomisch klein und sie führen für sich gesehen ins Nirgendwo. In ihrer Summe jedoch definieren sie sich und existieren. SAFRAN ist ein abstrakter Plan von einem flüchtigen Netz, das keine Endpunkte hat, sich jedoch in seinem schwebenden Dasein selbst definiert.<br />
<em>&#8211; Lisa Streich, 2017</em></p>
            </div>
        </div>
    </div>
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			</item>
		<item>
		<title>Von der Liebe zur Linie IV</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/von-der-liebe-zur-linie-iv/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mareike]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 10 Jun 2024 06:00:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
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					<description><![CDATA[Sara Cubarsi interpretiert Sven-Ingo Kochs "Von der Liebe zur Linie IV"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-white pt-large layout-8-4" >
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				            </div>
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				<p><strong>Sven-Ingo Koch</strong> – <em>Von der Liebe zur Linie IV</em> (2022)<br />
für Violine</p>
<p>Sara Cubarsi, Violine</p>
<p>Janet Sinica, video/editing<br />
Julius Gass, recording producer/editing</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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            <div class="col">
				<p>Zu Beginn stand die Idee, ein kurzes, einsätziges Stück für Barockvioline zu komponieren, inspiriert von barocker Ornamentierung und einer mikrotonal variablen Intonation von Intervallen und Tönen. Mich fasziniert jene Intonation barocker Musik, bei der Intervalle je nach tonal-harmonischen Kontext gedeutet und entsprechend mal enger, mal weiter gegriffen werden. So spielte mir am Anfang des Arbeitsprozesses die Barockgeigerin Nadja Zwiener allein vier verschiedene große Terzen vor. Das traf auf mein Interesse an einer Linearität, die mit Liebe zu variablen Kleinstintervallen melodische Potentiale von Mikrotonalität auslotet.<br />
Während des freudvollen und anregenden Arbeitsprozesses am ersten Stück und des damit verbundenen erneuten Studiums von Bachs Sonaten und Partiten entstanden bald zahlreiche Ideen für weitere Sätze, so dass ich Abstand nahm von der Vorstellung, ein kurzes, einsätziges Stück zu komponieren. Wie Bach in seinen Partiten wollte ich (in Satz II und IV) Bezug nehmen zu verschiedenen Tänzen, wobei mir allerdings die Referenz zu zeitgenössischen &#8211; nicht barocken &#8211; populären Tanzformen wichtig war.<br />
Jeder Satz basiert auf seiner eigenen Idee: Im ersten Satz bin ich (wie eingangs beschrieben) inspiriert von barocker Ornamentierung und stelle insbesondere 1/8-, 2/8-, 3/8- und 5/8-Tonschritte in den Fokus.<br />
Der zweite Satz zelebriert einen repetitiven, tanzartigen Rhythmus mit einigem „Headbanging“-Potential &#8211; und einigen Störungen.<br />
Der dritte Satz ist inspiriert von den Wechselnoten c‘ und d‘ in Bachs C-Dur-Partita.<br />
Der vierte Satz könnte fast eine Art Hip-Hop sein.<br />
Der fünfte Satz ist eine (mindestens) zweistimmige Studie über geräuschhafte Flageolett-Klangfarben und simultane Wechselnoten &#8211; eine große Herausforderung für die Finger einer jeden Interpretin.<br />
Satz I und II entstanden ausdrücklich für Barockvioline, können aber auch auf der modernen Violine gespielt werden. Bei Satz III, IV, V verhält es sich genau umgekehrt.<br />
Ich danke Sara Cubarsi von Herzen für die wunderbare Zusammenarbeit, während derer sie sich jedem Detail, jeder mikrotonalen Differenzierung mit Liebe und Hingabe widmete.</p>
<p><em>Sven-Ingo Koch</em></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Ming Qi (Bright Vessel)</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/ming-qi-bright-vessel/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mareike]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 27 May 2024 18:00:15 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
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					<description><![CDATA[Lim Qi von Liza Lim gespielt von Peter Veale und Dirk Rothbrust]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-yellow pt-medium layout-8-4" >
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				<p>&nbsp;</p>
            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Liza Lim</strong> – <em>Ming Qi (Bright Vessel)</em> (2000)<br />
für Oboe und Schlagzeug</p>
<p>Peter Veale, Oboe<br />
Dirk Rothbrust, Schlagzeug</p>
<p>Janet Sinica, video/editing<br />
Wolfgang Ellers, recording producer/editing</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
<div class="ce ce-onecol pt-medium" >
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<h3>Ming Qi (Bright Vessel)</h3>
<p>Bright vessels (Chinese): tomb items (eg. ritual vessels, musical instruments, weapons, figures) buried for the use of the dead. These objects though seeming to be the same as used by the living, are made imperfect in some way and are thus transformed or &#8218;opened&#8216; into the presence of the spirits.</p>
<p><em>in memoriam Gérard Grisey</em></p>
<p><em>Liza Lim</em></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>cosmigimmicks</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/cosmigimmicks/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Mareike]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 18 Mar 2024 18:50:04 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<category><![CDATA[Musikfabrik im WDR]]></category>
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					<description><![CDATA[Video von Unsuk Chins "cosmigimmicks", aufgenommen in der Kölner Philharmonie]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-white pt-medium layout-8-4" >
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				            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Unsuk Chin</strong> – cosmigimmicks (2011/12)<br />
für Ensemble</p>
<p>Ensemble Musikfabrik<br />
Clement Power, Dirigent</p>
<p>Janet Sinica, video/editing<br />
Julius Gass, video assistant<br />
Jan Böyng, editing<br />
Wolfgang Ellers, recording producer / editing</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
<div class="ce ce-headline fullwidth pt-medium">
    <div class="container">
        <div class="row">
            <div class="col">
				<h3>IMAGINÄRES THEATER: UNSUK CHINS „COSMIGIMMICKS“ (2011/12)</h3>            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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				<p>1985 war Unsuk Chin 24 Jahre alt, voller Tatendrang und Abenteuerlust. Und obwohl sie bereits einige Kompositionspreise gewonnen hatte, wollte sie sich den letzten Feinschliff unbedingt beim Neue Musik-Granden, György Ligeti, in Hamburg holen. Doch kaum hatten sich beide das erste Mal getroffen, muss Ligeti wieder einmal seine berühmte „Motzmiene“ (Unsuk Chin) aufgesetzt und seine zukünftige Studentin auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt haben: „Ligeti sagte zu mir, alle meine Kompositionen wären unoriginell und ich sollte sie lieber wegwerfen.“ Das saß. Die nächsten drei Jahre konnte Chin keine Note mehr zu Papier bringen. Trotzdem blickt sie heute nicht im Groll auf ihre Hamburger Jahre zurück. Immerhin verband sie mit ihrem schonungslosen Lehrer der grundlegende Zweifel an einer fortschrittsgläubigen Musik-Avantgarde: „So viele Dinge, von denen wir glauben, wir hätten sie erfunden, existieren bereits – in der frühen europäischen wie in der nichteuropäischen Musik.“</p>
<p>Das musikalische Rad will Unsuk Chin seitdem nicht mit aller Macht neu erfinden. Und dennoch gehört die gebürtige Südkoreanerin und inzwischen eingefleischte Wahl-Berlinerin längst zu den faszinierendsten, fantasievollsten und damit eben doch erfindungsreichsten Stimmen innerhalb der zeitgenössischen Musikszene. Von Simon Rattle bis zum Kronos Quartet spielen prominenteste Interpreten ihre Stücke. 2007 wurde ihre von Kent Nagano in München dirigierte Oper <em>Alice in Wonderland</em> gar zur „Uraufführung des Jahres“ gewählt. Und bereits drei Jahre zuvor, 2004, erhielt die Komponistin für ihr Violinkonzert den mit 200.000 Dollar dotierten „Grawemeyer Award for Music Composition“.</p>
<p>Unsuk Chins <em>cosmigimmicks</em> wurde 2012 in Amsterdam vom Nieuw Ensemble uraufgeführt. Ein Jahr später, im April 2013, fand im Rahmen der Wittener Tage für neue Kammermusik die Deutsche Erstaufführung statt. Als „Pantomime“ bezeichnet die Koreanerin ihre Komposition für sieben Musiker. Inspiriert hat sie dazu das Instrumentarium des Uraufführungsensembles. „Zupfinstrumente (Gitarre, Mandoline und Harfe) spielen die Hauptrolle, während sich die anderen Instrumente (präpariertes Klavier, Violine, Trompete und Schlagzeug) verkleiden, um sich einem Masken- und Mimikryspiel anzuschließen“, so Chin in ihrem Werkkommentar. „Häufig verschmelzen alle Instrumente zu einem einzigen ‚Superinstrument‘: Sowohl der Pianist als auch der Geiger ahmen die Zupfinstrumente nach, die ersteren durch Vorbereitung, die letzteren durch Anwendung ungewöhnlicher Spieltechniken. Last but not least wird die Reihe der Schlaginstrumente (die teilweise auch vom Trompeter gespielt werden) eingesetzt, um mit den anderen Instrumenten eine größtmögliche Symbiose des Klangs zu erreichen. Das gesamte Timbre des Stücks ist metallisch und sehr zerbrechlich.“</p>
<p>Was sich jedoch hinter dem Titel „cosmigimmicks“ verbirgt, will Chin nicht verraten. Zerlegt man den Titel aber beispielsweise in „Kosmos“ und „Gimmicks“, könnte man ihn als „Universelles Werbegeschenk“ bezeichnen. Ihren Sinn fürs Nonsensehafte hat Chin jedenfalls von ihrem alten und überaus strengen Lehrer György Ligeti, dem sie nun auch den dritten Satz „Thall“ gewidmet hat.</p>
            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p>Wenngleich das Stück offiziell als „Pantomime“ fungiert, hat gleich der erste Satz „Shadow Play“ nichts mit dieser jahrtausendealten Ausdrucksform zu tun, sondern erinnert an die Kunst des Schattenpuppentheaters. „Es beginnt mit bloßem Rauschen, aus dem allmählich Töne und Harmonien entstehen. Die musikalischen Gesten sind schattenhaft. Diese Gesten sind rätselhaft, unfassbar und unvorhersehbar wie Kafkas Odradek.“ Der zweite Satz „Quad“ geht auf zwei gleichnamige Fernsehspiele von Samuel Beckett zurück, die der irische Schriftsteller 1981 für den Süddeutschen Rundfunk produzierte. Darin schreiten die Schauspieler ein Quadrat auf geometrisch strengen Wegen ab. Bei Unsuk Chin wird daraus eine streng rhythmische Szenerie, in der sich jedes Instrument in eine Art Schlagzeug verwandelt. Der Titel des dritten Satzes „Thall“ ist schließlich Koreanisch und bedeutet ‚Maske‘. „Die Gitarre steht im Zentrum dieses Satzes und spielt eine Quasi-Melodie, die aus wenigen Mikrotönen besteht und immer wieder wiederholt wird. In Übereinstimmung mit den sich ändernden Harmonien der anderen Instrumente ändert sich diese ‚Melodie‘, ähnlich einer Transformation des Gesichtsausdrucks einer Pantomime. Der Gesamtcharakter von „Thall“ ist sowohl leicht sentimental wie auch makaber und beschreibt die Psyche einer zerrissenen Person, wobei die Veränderung der mentalen Zustände durch Veränderung der harmonischen Sprache veranschaulicht wird.“</p>
<p><em>Guido Fischer</em></p>
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        </div>
    </div>
</div>
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			</item>
		<item>
		<title>Traktat über die Chirurgie</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/traktat-ueber-die-chirurgie/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 04 Mar 2024 18:50:05 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12855</guid>

					<description><![CDATA[Mazyar Kashians "Traktat über die Chirugie" mit Hannah Weirich und Ulrich Löffler]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-white pt-large layout-8-4" >
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				            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Mazyar Kashian</strong> – <em>Traktat über die Chirurgie</em> (2020)<br />
für Violine und Klavier</p>
<p>Hannah Weirich, Violine<br />
Ulrich Löffler, Klavier</p>
<p>Janet Sinica, Video/Schnitt<br />
Jan Böyng, Schnitt<br />
Stephan Schmidt, Aufnahmeleitung/Mischung</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p>„Logik ist die Feindin der Kunst. Aber Kunst darf nicht die Feindin der Logik sein.<br />
Logik muss der Kunst einmal geschmeckt haben und von ihr vollständig verdaut worden sein.<br />
Um zu behaupten, dass zweimal zwei fünf ist, hat man zu wissen, dass zweimal zwei vier ist.<br />
Wer freilich nur dieses weiß, wird sagen jenes sei falsch.“</p>
<p>(Karl Kraus: Nachts, in: ders., Schriften, Bd. 8, hg. von Christian Wagenknecht, Frankfurt a.M. 1986, S.325)</p>
<p>Um die Logik des musikalischen Geschehens zu hören, muss man geduldig und aufmerksam sein. Es ist eine sehr subtile Aufgabe. Also ohne Hast und Spannung. Diese Komposition formt sich im Sinne eines musikalischen Buchstabierens. Traktat über die Chirurgie ist der Versuch einer formalen Unterbrechung, um die Musik von innen zu sehen. Die Achtsamkeit der ruhigen Hände erfordert eine solch heikle Operation. Sie beruht auf zwei Akteuren, die nebeneinander, gegeneinander und miteinander musizieren und ihr Wesen entfalten.<br />
Und dann, ganz im Hintergrund, neben der geduldigen Annäherung, in der Ferne eine andere kulturelle Auseinandersetzung.</p>
<p>In memoriam Ulrich Löffler</p>
<p><em>Mazyar Kashian</em></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Montagskonzert – In the Cage</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/montagskonzert-in-the-cage/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 26 Feb 2024 15:31:28 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12831</guid>

					<description><![CDATA[Livestream und Programmtext zum Montagskonzert "In the Cage"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-white pt-large layout-8-4" >
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				            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p>ZEITGENÖSSISCHE MUSIK AUS DER UKRAINE</p>
<p><strong>Anton Koshelev</strong> – <em>Lonely courage</em> (2023/24) Uraufführung<br />
für Trompete Solo<br />
Kompositionsauftrag finanziert durch die Kunststiftung NRW</p>
<p><strong>Anna Arkushyna</strong> – <em>Crown Shyness</em> (2023/24) Uraufführung<br />
für Horn, Trompete und Tuba<br />
Kompositionsauftrag finanziert durch die Kunststiftung NRW</p>
<p><strong>Anna Arkushyna</strong> – <em>The Song of Future Human</em> (2015)<br />
für Ensemble</p>
<p><strong>Anna Korsun</strong> – <em>In The Cage</em> (2022)<br />
für Streichquartett, Harmonic Canon, Sound Objekte und Metall-Zaun</p>
<p><a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/marco-blaauw/">Marco Blaauw</a>, Trompete, Kurator<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/carl-rosman/">Carl Rosman</a>, Klarinette<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/christine-chapman/">Christine Chapman</a>, Horn<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/maxime-morel/">Maxime Morel</a>, Tuba<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/benjamin-kobler/">Benjamin Kobler</a>, Klavier<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/dirk-rothbrust/">Dirk Rothbrust</a>, Percussion<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/hannah-weirich/">Hannah Weirich</a>, Violine<br />
Juditha Haeberlin, Violine<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/axel-porath/">Axel Porath</a>, Viola, Harmonic Canon<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/dirk-wietheger/">Dirk Wietheger</a>, Violoncello</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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            <div class="col">
				<h1>Programmtexte</h1>            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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        <div class="accordion"><div class="accordion-panel" data-panel-id="anton-koshelev-lonely-courage">
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        <div class="accordion-headline-inner">
            <h4>Anton Koshelev – Lonely courage<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
        </div>
    </div>
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        <div class="accordion-content-inner"><div class="ce ce-onecol " >
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p class="p1">Für mich als Komponist ist der Prozess der &#8222;Verbalisierung&#8220; meiner Musik immer mit einer Abwertung des Intimen und wirklich Bedeutungsvollen verbunden.<br />
Man hätte hier über eine Vielzahl von fortgeschrittenen (erweiterten) Techniken schreiben können, über das Wesen des Titels und seine Wechselwirkung mit dem musikalischen Inhalt, über die Besonderheiten der Entwicklung des musikalischen Materials &#8230;. einen Traum, der die Bedeutung des Stückes beeinflusst hat &#8211; oder ein streng rationales Konzept, das jeden &#8222;klingenden Bruchteil&#8220; einer Sekunde unterordnet &#8211; nichts davon ist von Bedeutung im Vergleich zu dem einzigartigen Eindruck, den die Zuhörer*innen erleben werden. Musik spricht immer für sich selbst, auch wenn der Komponist es nicht so sieht.</p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
</div></div></div><div class="accordion-panel" data-panel-id="anna-arkushyna-crown-shyness">
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            <h4>Anna Arkushyna – Crown Shyness<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
        </div>
    </div>
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				<p class="p1">&#8222;Crown Shyness&#8220; (Kronenschüchternheit) ist ein faszinierendes Naturphänomen, bei dem sich die obersten Äste bestimmter Baumarten nicht berühren. Niemand weiß mit Sicherheit, ob die Bäume damit die Ausbreitung schädlicher Insekten eindämmen, ihre Äste vor Windbruch schützen oder die Photosynthese maximieren wollen.<br />
Dieses faszinierende Verhalten dient als Metapher für die schwer fassbare Natur respektvoller und distanzierter Beziehungen, deren Pflege für den Menschen eine Herausforderung sein kann. Trotz ihrer Komplexität zeigen selbst Bäume, die nicht wie Menschen denken und reflektieren können, mühelos diese Form des gegenseitigen Respekts.<br />
Dies sollte den Menschen eine Mahnung sein, wenn sie Entscheidungen treffen, wie groß oder klein sie auch sein mögen, und sie sollten betonen, wie wichtig es ist, Grenzen zu respektieren und gesunde Beziehungen zu pflegen.</p>
            </div>
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</div></div></div><div class="accordion-panel" data-panel-id="anna-arkushyna-the-song-of-future-human">
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            <h4>Anna Arkushyna – The Song of Future Human<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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				<p class="p1">Der Titel des Stückes ist inspiriert von den überlieferten Traditionen und Bräuchen der afrikanischen Ureinwohner.<br />
Er bezieht sich auf die Erfahrung einer Frau, die sich nach der Entscheidung, ein Kind zu gebären, an einen abgelegenen, ruhigen Ort zurückzieht, um sich auf die Klänge der Natur einzustimmen, bis diese eine Melodie für das ungeborene Kind hervorbringen.<br />
Diese Melodie wird dann zum ständigen Begleiter der Mutter und des Neugeborenen, zu einer Art Schlaflied. Im weiteren Verlauf des Lebens entwickelt sich die Melodie zu einer symbolischen Repräsentation des Individuums, die es auf seinem Lebensweg begleitet, bis es stirbt und sich in eine Trauermusik verwandelt, die von einer zusammenstehenden Familie gespielt wird.</p>
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            <h4>Anna Korsun – In The Cage<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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				<p class="p1"><i>In the Cage</i> ist mein erstes Stück, das ich nach dem Krieg in meinem Heimatland geschrieben habe. Ich konnte es mir endlich wieder leisten zu komponieren.<br />
Dank der großen Motivation des Quartetto Maurice, das dieses Stück in Auftrag gegeben hat, konnte ich es schaffen.<br />
Des Weiteren wurde das Werk vom Deutschen Musikrat im Rahmen von Neustart Kultur gefördert.</p>
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		<title>Montagskonzert – Turning Points</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/montagskonzert-turning-points/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 26 Jan 2024 15:50:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12762</guid>

					<description><![CDATA[Livestream und Programmtext zum Montagskonzert "Turning Points"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-white pt-large layout-8-4" >
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				            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Anthony Braxton </strong><em>– </em><em>Composition No. 169</em> (1992) Europäische Erstaufführung<br />
für Blechbläserquintett und konstruierte Umgebung</p>
<p><a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/bruce-collings/">Bruce Collings</a>, Kurator, Posaune<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/marco-blaauw/">Marco Blaauw</a>, Trompete<br />
Christopher Collings, Trompete<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/christine-chapman/">Christine Chapman</a>, Horn<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/maxime-morel/">Maxime Morel</a>, Tuba</p>
            </div>
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				<h1>Programmtext</h1>            </div>
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            <div class="col">
				<p><em>Composition No. 169</em> ist eine trizentrische Komposition, die für fünf &#8222;Beziehungen&#8220; komponiert wurde, die je nach den Erfordernissen des Augenblicks auf eine beliebige Instrumentierung angewendet werden können.<br />
Die Fertigstellung dieses Werkes soll die Ankunft einer neuen Klasse von strukturellen Materialien und Strategien ankündigen, deren Bedeutung einen Einblick in die ganzheitliche Vernetzungsdynamik meines Musiksystems sowie in die mechanischen Unterebenen-Assoziationen geben, die zukünftige architektonische Zielsetzungen in meiner Arbeit<br />
definieren werden.</p>
<p>Mit dem Begriff &#8222;trizentrisch&#8220; beziehe ich mich in diesem Zusammenhang auf die Entwicklung einer Notationssprache, die den Zustand meines laufenden Musiksystems aufzeigt &#8211; als ein dreifaches Schwingungs-/Klang-/Fantasieangebot, das zusammengesetzte explorative Annahmen und Schwingungsassoziationen zulässt.</p>
<p>Das heißt: Seit 1985 bin ich dazu übergegangen, mein Gesamtwerk als eine einzige musikalische Einheit zu betrachten, die mit einem riesigen Baukasten verglichen werden kann, in dem alle fünfhundert (und einige mehr) Kompositionen aus meinem Werkkatalog in beliebiger Reihenfolge miteinander verbunden werden können &#8211; ganz oder teilweise &#8211; und dazu verwendet werden können, die Bedürfnisse (und/oder Vorgaben/Ziele) des jeweiligen Interpreten zu erfüllen.</p>
<p>Die Entwicklung einer trizentrischen Notation war dann der logische/unlogische nächste Schritt in dieser Entwicklung.<br />
Mehr und mehr denke ich nicht mehr in Begriffen von isolierten Musikkompositionen und/oder Strategien, sondern was sind die &#8222;Bedürfnisse&#8220; des Musiksystems auf seiner eigenen Ebene &#8211; basierend auf den inneren (projizierten) Implikationen des Modells.</p>
<p>Das Konzept einer trizentrischen Notation ist der Beginn einer transinstrumentalen Richtlinie, die auf jede Eingabequelle angewandt werden kann (und die weit über die heutigen Konzepte der instrumentalen Beteiligung hinausgeht und auch Annahmen über die Beteiligung an zusammengesetzten Interaktionen umfasst).</p>
<p><em>Composition No.169</em> wurde als Teil einer laufenden Bemühung konzipiert, die Komponenten dieser ästhetischen Richtlinie zu erfüllen &#8211; dieses Werk ist die erste vollendete Tri-Struktur, die &#8222;ganzheitliche Mechanismen&#8220; demonstriert und als &#8222;tunnel connection routing&#8220; bezeichnet wird.<br />
<em>Composition No.169</em> ist dem Meisterkomponisten, Wissenschaftler, Visionär und Instrumentalisten George Lewis gewidmet.</p>
<p><em>Composition No.169</em> ist ein &#8222;identity prototype&#8220; Kontinuum, das Staccato-Linien (Logik) Verteilungsstrategien mit intervallischen (fokussierten) Unterebenen-Manipulationen (Interjektion) Strategien demonstriert.<br />
Dieses Werk zelebriert die &#8222;Gleichgewichtsinitiativen&#8220; von Expansion und Kontraktion im Sinne seines gesamten Gestaltungs- und Funktionsspektrums.</p>
<p>Als systemgenerierende Struktur versucht das Werk, einen Kontext aktiver Staccato-Prämissen aufzuzeigen, die sich in den<br />
größeren Raum der Musik ausdehnen.</p>
<p>Wir haben es hier mit einem Kontinuum klanglicher Aktionen zu tun, die das Wunder der &#8222;forth House aspirations&#8220; in meinem Musiksystem &#8211; also dem Haus von Zakko &#8211; detailliert beschreiben.</p>
<p>Hier gibt es ein Klanguniversum, das sich in den &#8222;Moment&#8220; der Musik hinein erstreckt, um einen rigorosen synchronen und oppositionellen Diskurs zu demonstrieren, der neue Interaktionserfahrungen und &#8222;Schwingungsinput&#8220; ermöglicht.</p>
<p>Als trizentrische Struktur ist <em>Composition No.169</em> so konzipiert, dass sie sich in die erweiterten &#8222;Schaltkreise&#8220; des zusammengesetzten Musiksystems einfügt.<br />
In diesem strukturellen Universum gibt es die Möglichkeit von Multi-Verbindungs-Eingangsstationen und dynamischem Aktivismus.</p>
<p>In der Sprache der Modelleisenbahn ist <em>Composition No.169</em> ein Gleis mit mehreren Weichen, das zwölf verschiedene Hauptstrecken oder Trajektorien verbindet (einschließlich lokaler und schneller Umsteigeverbindungen).<br />
Als poetisches kontinentales formales Schema (Struktur) entspricht <em>Composition No.169</em> dem Haupt- oder Zentralbahnhof im Zentrum einer mittelgroßen Stadt oder Gemeinde &#8211; im Nationalstaat Zakko Land.</p>
<p><em>Composition No.169</em> wurde konzipiert, um die zusammengesetzten Qualitäten meines sich entwickelnden Musiksystems zu demonstrieren.</p>
<p>Eine vollständig &#8222;engagierte&#8220; (das gesamte System betreibende) Aufführung des Werks führt die räumlichen Implikationsstrategien von <em>Composition No. 82</em> für vier Orchester (1979) fort, indem <em>Composition No.169 </em>richtungsbezogene (trajektoriale) Informationseingangsverbindungsspezifikationen enthält, die eine individuelle &#8222;Circumfrence&#8220;-Zielsetzung und richtungsbezogene &#8222;Porthole&#8220;-Transferverbindungen (d. h. Zirkularität) ermöglichen.</p>
<p>Jeder Instrumentalteil in der Zusammensetzung No.169 enthält eine zusätzliche 360-Grad-Richtungsnotation (Informationscode), die die kreisförmige Rotationsposition (Abtastung) und die vertikale Richtung des Instruments (Höhe) bestimmt.<br />
Alle diese Techniken sind für Echtzeit-Interaktionserfahrungen und -strategien konzipiert.</p>
<p>Die Herausforderung dieser Geräte wird hoffentlich eine Rolle bei der Neudefinition der Bandbreite und des Umfangs kreativer Orchestermusik im dritten Jahrtausend spielen.</p>
<p>Meine Absicht war es von Anfang an, einen transformativen Zustand von Betriebsmaterialien und Ideen zu konstruieren, die eine organische, ganzheitliche und systemische Ausstrahlung haben.<br />
Die Einführung dieser strukturellen Merkmale (Optionen) kann als Versuch gesehen werden, die Dimensionen der<br />
akustischen und räumlichen Interaktion &#8222;Synergie &#8211; für Echt-zeit-Performance, auf der Tri-Ebene&#8220; zu erweitern.</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Anthony Braxton</em></p>
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</div>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
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		<title>Montagskonzert – Orange and blue</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/montagskonzert-orange-and-blue/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 24 Jan 2024 08:45:57 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12706</guid>

					<description><![CDATA[Livestream und Programmheft vom Montagskonzert "Orange and Blue"]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-yellow pt-large layout-8-4" >
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				            </div>
            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Toshio Hosokawa</strong> – <em>Arc-Song</em> ( 2002/2012)<br />
für Oboe und Harfe</p>
<p><strong>Malika Kishino</strong> – <em>Monochromer Garten VI</em> (2015)<br />
für Viola Solo</p>
<p><strong>Hermione Johnson </strong>– <em>Shaking in the Garden </em>(2021) Deutsche Erstaufführung<br />
für Oboe und Viola</p>
<p><strong>Younghi Pagh-Paan</strong> – <em>schweigend lauschen</em> (2019)<br />
für Englischhorn solo</p>
<p><strong>Toshio Hosokawa</strong> – <em>Neben dem Fluss</em> (1982)<br />
für Harfe Solo</p>
<p><strong>Malika Kishino</strong> – <em>Nox (Orange and Blue)</em> (2022) Uraufführung<br />
für Oboe und Harfe</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/peter-veale/">Peter Veale</a>, Oboe, Englischhorn und Kurator<br />
Mirjam Schröder, Harfe<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/axel-porath/">Axel Porath</a>, Viola</p>
            </div>
        </div>
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				<h1>Texte</h1>            </div>
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            <h4>Toshio Hosokawa – Arc-Song<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p class="p1">Die Oboe zeichnet eine bogenartige Klanglinie, als wäre sie der Pinsel, getränkt mit<span class="Apple-converted-space">  </span>Tinte, einen Strich auf weißem Papier (Schweigen) schreibend. Diese Klanglinie entsteht aus dem Schweigen und kehrt ins Schweigen zurück.<br />
Das Musizieren bedeutet für mich, einen musikalischen Bogen von hier zur anderen Welt (zum Schweigen) zu schlagen.</p>
<p class="p1">Das Werk <i>Arc-Song</i> habe ich der Harfenistin Notburga Puskas gewidmet.</p>
<p class="p1"><i>Toshio Hosokawa</i></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
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            <h4>Malika Kishino – Monochromer Garten VI<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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    </div>
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p class="p1"><i>Monochromer Garten VI </i>ist eine fortlaufende Kammermusikreihe.</p>
<p class="p1">In <i>Monochromer Garten </i>konzentriere ich mich auf kleine Besetzungen für 1-3 Musiker. Mit dieser Serie versuche ich, die Eigenschaften und die Ästhetik eines japanischen Gartens und den Prozess seiner Architektur darzustellen.</p>
<p class="p1">Eine silberne Welt, Nacht, schwarze, schneebedeckte Kacheln, reflektiertes Licht, Raum, Stille&#8230;<span class="Apple-converted-space">  </span>Ich wollte ein solches Bild des Gartens mit Ton darstellen, als ich durch das Fenster hinter dem Tempel in Kyoto schaute.<br />
Die nächtliche Szene des Gartens war wie ein Tuschebild, ein Kunstwerk in Schwarz und Weiß. Ich fand darin eine Verkörperung der Schönheit, die mich zugleich zum Nachdenken über die Wertschätzung der Schönheit anregte.</p>
<p class="p1">Nach Shinichi Hisamatsu (1889-1980), einem japanischen Philosophen und Gelehrten des Zen-Buddhismus, lassen sich die allgemeinen Charakteristika der japanischen kulturellen Ausdrucksformen in der bildenden Kunst anhand von sieben miteinander verbundenen Merkmalen beschreiben:</p>
<p class="p1">1) Asymmetrie<br />
2) Einfachheit<br />
3) Äußere Erhabenheit<br />
4) Natürlichkeit<br />
5) Subtile Tiefe<br />
6) Freiheit von Anhaftung<br />
7) Kontemplation</p>
<p class="p1">Jede bildende Kunst, auch die Landschaftsarchitektur, besitzt alle diese sieben Eigenschaften, die in ihrer Untrennbarkeit ein vollkommenes Ganzes bilden.</p>
<p class="p1">In der Serie <i>Monochromer Garten </i>betrachte ich die Komposition von Musik als Komposition von Landschaftsarchitektur.<br />
Anstelle von Materialien wie Steinen, Wasserspielen, Moos, beschnittenen Bäumen, Sträuchern, Sand und Raum, um einen japanischen Garten zu komponieren, benutze ich Klangmaterialien und Zeit, um mein Werk zu schaffen.</p>
<p class="p1">Besonders in meinem Stück <i>Monochromer Garten VI</i> habe ich versucht, die Besonderheiten der von Vincent Royer entwickelten Bratschentechnik hervorzuheben, wie z.B. den Reiz des reichen Holzes, die Mischung von Grundton und Spektrum als Klangmaterial und den Charakter der Improvisation.<br />
Ich wollte mit diesen Materialien ein Universum der Schönheit schaffen und tiefe Reserven meiner Sensibilität erreichen.</p>
<p class="p1"><i>Monochromer Garten IV</i> wurde von meinem lieben Freund Vincent Royer in Auftrag gegeben und ist ihm gewidmet.</p>
<p class="p1"><i>Malika Kishino</i></p>
            </div>
        </div>
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</div></div></div><div class="accordion-panel" data-panel-id="hermione-johnson-shaking-in-the-garden">
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            <h4>Hermione Johnson – Shaking in the Garden<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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            <div class="col">
				<p class="p1"><i>Shaking In The Garden</i> ist die Erinnerung an einen Traum.<br />
Eine quadratische Rasenfläche auf einem abfallenden Hügel, umgeben von einem tropischen Wald mit hoch aufragenden Bäumen.<br />
Man hat das Gefühl, gleichzeitig zu steigen und zu fallen. Alles strebt nach oben. Die Insekten singen laut. Die Luft ist feucht und dick, aber kühl.</p>
<p class="p1">Das Stück hat eine grafische Partitur, die Peter Veale und Axel Porath sehr schön zum Leben erweckt haben.</p>
<p class="p1">Vielen Dank an Creative NZ für die Finanzierung und an Dylan Lardelli und das Ensemble Musikfabrik für den Auftrag.</p>
<p class="p1"><i>Hermine Johnson</i></p>
            </div>
        </div>
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            <h4>Younghi Pagh-Paan – schweigend lauschen<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
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            <div class="col">
				<p class="p1">Für Heinz Holliger<br />
zum 80. Geburtstag</p>
<p class="p2">&#8222;Wir bedürfen der Stunden,<br />
in denen wir schweigend lauschen<br />
und das göttliche Wort in uns wirken lassen.&#8220;</p>
<p class="p2"><i>Edith Stein – Öffne das herz für dein Licht</i></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
</div></div></div><div class="accordion-panel" data-panel-id="toshio-hosokawa-neben-dem-fluss">
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        <div class="accordion-headline-inner">
            <h4>Toshio Hosokawa – Neben dem Fluss<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
        </div>
    </div>
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p class="p1"><i>„Dem Schweigen lauschen“</i></p>
<p class="p1">ist die Spielanweisung im Takt 1 von Toshio Hosokawas <i>Neben dem Fluss</i>. Entstanden im Jahr 1982 greift das erste Solowerk Hosokawas für die Harfe auf eine Szene aus Hesses <i>Siddhartha</i> zurück: Vasudeva sitzt mit Siddhartha am Flussufer. Sie lauschen, schauen ins Wasser, es erscheinen Siddhartha Bilder: sein Vater, sein Sohn. Er hört die klagende Stimme des Flusses „<i>Sehentlich floss er (der Fluss) seinem Ziele zu“. „‘Hörst Du?‘ fragt Vasudeva. […] ‚Höre besser!‘ flüstert Vasudeva“</i>. Diese beiden letzten Zitate des Fährmanns wiederholt Hosokawa wörtlich als Spielanweisung in zahlreichen Fermaten-Pausen in seinem Werk für Harfe.</p>
<p class="p1"><i>„Er (Siddartha) war nun ganz Lauscher, ganz ins Zuhören vertieft, ganz leer.“</i></p>
<p class="p1">Eben diesen Weg scheint auch Hosokawa in seiner Musik zu suchen; im Gespräch mit Wolfgang Sparrer äußert er sich folgendermaßen:</p>
<p class="p1"><i>Weißt Du, warum wir diese Künste machen? Wir suchen uns selbst, es geht darum, uns von diesem Ichgefühl oder Egoismus zu befreien. […] Wir sagen dō – Weg; […] Wenn ich komponiere, möchte ich irgendwie dieses dō machen – das ist etwas anderes als europäische Künstler wollen.</i></p>
<p class="p1">Für Hosokawa ist ein Ton ebenso Ende einer bereits existierenden Stille wie auch Einleitung und Markierung bzw. Beginn einer folgenden Stille:</p>
<p class="p1"><i>Der Klang entsteht aus dem Schweigen und kehrt wieder zum Schweigen zurück.</i></p>
<p class="p1">Langsam baut Hosokawa in <i>Neben dem Fluss </i>sein Tonmaterial für das Werk auf. Die kleinen Formteile bestehen anfangs aus langsamen Wiederholungen eines Tones mit verschiedenen Spieltechniken. Allmählich kommen Töne hinzu und der Ambitus erweitert sich mit jedem kleinen Formteil. Insgesamt ist das Tonmaterial des Werkes sehr einheitlich: Es besteht aus mehreren Tritonus-Schichten und, alle Oktavlagen mitgerechnet, aus 14 Haupttönen, wobei die Töne fis1, c, a1, es die Hauptzentren der kleineren Formabschnitte in der ersten Hälfte bilden. Hosokawa erläutert bei Wolfgang Sparrer, dass er als Japaner nicht wie Europäer funktional hört, sondern dieses erst durch das Hören europäischer Musik „lernt“. Der Tritonus hingegen spielt für ihn eine besondere Rolle. Er wählt sein Tonmaterial so aus, dass in jeder Zelle seiner Musik Yin und Yang enthalten sind: <i>„[d]er Tritonus zum Beispiel, c ist Yin und fis ist Yang“.</i> Zur Mitte hin verdichtet sich das Stück und nach der Hälfte verändert Hosokawa die Kompositionsweise vollständig: Wo vorher noch Raum entstand durch lange Fermaten und Klingenlassen einzelner Töne, füllen jetzt lange Tremoli in Terzintervallen die Zeit aus, bilden ein Crescendo, das in jedem dieser kleinen Teile stärker ausgeprägt sein soll und werden – wie auch schon die kleinen Formteile in der ersten Hälfte – durch Fermaten-Pausen getrennt. Pedalbewegungen während des Tremolos verändern die Töne und schaffen so eine innere Unruhe. Die letzten Takte des Werkes greifen wieder den Anfangston fis1 auf und enden „fragend“ und offen. Im letzten Takt, eine lange Fermaten-Pause, steht die Spielanweisung: <i>„lauschen – auf was?“</i>. Bei Hesse findet Siddhartha eine Antwort auf das, was er vom Fluss gehört hat: <i>In dieser Stunde hörte Siddhartha auf, mit dem Schicksal zu kämpfen, hörte auf zu leiden.</i></p>
<p class="p1">Wie lassen sich japanische Tradition und westliche Moderne verbinden? Wie kann ein Komponist, der sich immer mehr seiner japanischen Wurzeln bewusst wird, Kompositionen für europäische Ohren schreiben? Wie kann ein Zupfinstrument, dessen Klang schnell verschwindet, lange Klangflächen erzeugen? All diese Fragen lassen sich mit Toshio Hosokawas Musik für Harfe beantworten.</p>
<p class="p1"><i>„In meinen Kompositionen verwende ich zum Beispiel europäische Instrumente, möchte aber Klänge erzeugen, die den japanischen Instrumenten ähnlich sind. […] Aber es geht nicht um ein japanisches Instrument oder um japanische Klänge, sondern es geht nur um meine eigenen Klänge.“</i></p>
<p class="p1"><i>Mirjam Schröder</i></p>
            </div>
        </div>
    </div>
</div>
</div></div></div><div class="accordion-panel" data-panel-id="malika-kishino-nox-orange-and-blue">
    <div class="accordion-headline">
        <div class="accordion-headline-inner">
            <h4>Malika Kishino – Nox (Orange and Blue)<span class="accordion-toggle-btn"></span></h4>
        </div>
    </div>
    <div class="accordion-content">
        <div class="accordion-content-inner"><div class="ce ce-onecol " >
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        <div class="row">
            <div class="col">
				<p class="p1"><i>Nox</i> ist eine fortlaufende Nocturne-Serie, die mit Fokus auf die Klangfarbe jedes Instruments und den Kontrast zwischen ihnen komponiert wurde.</p>
<p class="p1">Auf Latein bedeutet &#8222;Nox&#8220; Nacht. Diese Serie versucht, die Stille der Nacht auszudrücken und betont dabei die Farben, die sich durch musikalische Eindrücke in die nächtliche Szenerie mischen.</p>
<p class="p1">Das orangefarbene Leuchten der Stadtlichter und der dunkelblaue Himmel nach dem Sonnenuntergang – diese Kombination ist für mich der europäischste und schön nostalgische Anblick. Die sich ständig ändernden Farbtöne des Nachthimmels während der Dämmerung, zusammen mit dem warmen Orange der Natriumlampen, erschaffen eine harmonische, aber kontrastreiche Szene.</p>
<p class="p1">In<i> Nox (Orange and Blue)</i> für Oboe und Harfe kommen zwei Instrumente mit völlig unterschiedlichen Klangfarben und Qualitäten zusammen, um ein einzelnes großes Metainstrument zu bilden. Durch musikalische Gesten wie Bisbigliando, Akkorde/Multiphonics, Glissando und andere erzeugen sie eine reiche Palette von Farben, die sich verweben und allmählich in tiefe Stille versinken.</p>
<p class="p1"><i>Nox (Orange and Blue)</i> ist meinen geschätzten Interpreten und Freunden, Herrn Peter Veale und Frau Mirjam Schröder, gewidmet.</p>
<p class="p1"><i>Malika Kishino</i></p>
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		<title>Ballare</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/ballare/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 15 Jan 2024 12:20:59 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<category><![CDATA[Montagskonzert]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12676</guid>

					<description><![CDATA["Ballare" von Oxana Omelchuck zum und mit dem Video vom WM-Qualifikationsspiel 2012 Deutschland gegen Schweden ]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol bgr-white pt-medium layout-8-4" >
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				<p>&nbsp;</p>
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				<p><strong>Oxana Omelchuk</strong> – <em>Ballare</em> (2014)<br />
für vier Schlagzeuge und Video<br />
Visualisierung: Jens Standke</p>
<p>Schlagquartett Köln<br />
<a href="https://www.musikfabrik.eu/de/ensemble/mitglieder/dirk-rothbrust/">Dirk Rothbrust</a><br />
Thomas Meixner<br />
Boris Müller<br />
Achim Seyler</p>
<p>Janet Sinica, Video und Bearbeitung<br />
Martin Schmitz, Licht<br />
Stephan Schmidt, Aufnahmeleiter</p>
<p>Liveaufnahme vom Montagskonzert am <a href="https://www.musikfabrik.eu/de/kalender/montagskonzert-shostakovich-and-football/">11. Dezember 23</a></p>
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				<h3 class="p2">Oxana Omelchuk – <em>Ballare</em> (2014)</h3>
<p class="p3">In <i>Ballare</i> erweitert Omelchuk ihr Kompositionsmaterial um die Bildebene. In diesem Fall um ein Video mit dem hochemotionalen WM-Qualifikationsspiel Deutschland gegen Schweden aus dem Jahr 2012, das in die Geschichte einging. Zur Erinnerung: Deutschland führte nach einer Stunde 4:0 und kassierte dann innerhalb von dreißig Minuten vier Gegentore.</p>
<p class="p3">Augenzwinkernd, aber nach einer strengen seriellen Methode hat sie &#8211; zusammen mit dem Visualisierungskünstler Jens Standke &#8211; in mühevoller Kleinarbeit mithilfe eines speziellen digitalen Verfahrens bestimmte Bewegungsmuster herausgefiltert, um sie in Musik umzusetzen.</p>
<p class="p3">Einzel- und Mannschaftsaktionen wurden so zu Solo- und Ensemblestücken. Jeder Ballberührung, jedem Ballkontakt, jeder Gestikulation der beteiligten Spieler wurde ein Klang zugeordnet und so ein rhythmisches Muster ermittelt, das in eine bestimmte Metrik eingebunden wurde.</p>
<p class="p3">Die so gewonnene hochkomplexe rhythmische Struktur und die dazugehörige Videosequenz werden mehrmals wiederholt, dabei aber immer wieder neu beleuchtet &#8211; sowohl klanglich durch die vier Schlagzeuger und ihren riesigen Instrumentenpark als auch visuell.</p>
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		<title>The Green Lion</title>
		<link>https://www.musikfabrik.eu/de/blog/the-green-lion/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Redakteur 1]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jan 2024 09:35:33 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Werktext]]></category>
		<guid isPermaLink="false">https://www.musikfabrik.eu/?p=12616</guid>

					<description><![CDATA[Liza Lims "The Green Lion Eats the Sun" gespielt von Melvyn Poore]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<div class="ce ce-twocol fullwidth bgr-yellow pt-large layout-8-4" >
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				<p></p>
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            <div class="col col-custom-2">
				<p><strong>Liza Lim</strong> – <em>The Green Lion Eats The Sun</em> (2014)<br />
für Doppeltrichter-Euphonium</p>
<p>Melvyn Poore, Doppeltrichter-Euphonium</p>
<p>Janet Sinica, Video<br />
Jan Böyng, Schnitt<br />
Wolfgang Ellers, Aufnahmeleiter / Bearbeitung</p>
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				<p>»Ich war stets angezogen von der Idee, das Gedächtnis zu befragen oder die Geister der Vorfahren anzurufen«, sagt die 1966 in Perth geborene Komponistin Liza Lim.<br />
Das Reservoir, aus dem sie im Rahmen dieser »Erinnerungsarbeit« schöpft, sind einerseits chinesische oder koreanische Musiktraditionen, aber auch die religiöse Mystik des Sufigesangs oder die Kultur der Aborigines.<br />
Dieser Blick auf das Überlieferte ist allerdings kein historischer oder ethnologischer; vielmehr versucht Liza Lim in ihrer Musik eine Vergegenwärtigung von kollektiven, transkulturellen Wissensbeständen und mythischen Erfahrungen zu erreichen.</p>
<p>Für die Komposition <em>The Green Lion Eats the Sun</em>, die 2014 für Melvyn Poore, den Tubisten des Ensemble Musikfabrik entstand, nahm Lim Rekurs auf eine weitere geistesgeschichtliche Tradition:<br />
auf die Alchemie des Mittelalters, genauer gesagt auf einen Holzschnitt – ein grüner Löwe, der eine leuchtende Sonne verschlingt – aus der alchemistischen Abhandlung »Rosarium Philosophorum«, entstanden Mitte des 13. Jahrhunderts und 1550 erstmals im Druck erschienen. Der Traktat beschreibt einen zehnstufigen Weg zur Herstellung des Steins der Weisen, wobei nicht nur äußere Verfahren behandelt, sondern auch Strategien einer »inneren Wandlung« aufgezeigt werden.<br />
Diese psychologischen Aspekte der Alchemie griff im 20. Jahrhundert Carl Gustav Jung wieder auf, indem er die mittelalterliche Geheimwissenschaft als unbewusste Beschreibung »psychischer Strukturen in der Terminologie stofflicher Verwandlungen« bezeichnete.</p>
<p>In <em>The The Green Lion Eats the Sun</em> wird eben diese Janusköpfigkeit von den beiden Schalltrichtern des Euphoniums repräsentiert.<br />
»Das Öffnen und Schließen der Trichter«, erläutert Liza Lim, »ermöglicht den Zugang zur einen oder anderen Seite, wobei der gedämpfte Trichter dazu dient, den überbordenden Klangreichtum zu filtern, der aus dem offenen Trichter ertönt.<br />
Der geöffnete Trichter ist hierbei das Sprachrohr des Unbewussten, während die gedämpften Bewusstmachungen dessen Vielfalt kaum habhaft werden«. Das »Schalten« zwischen den Bewusstseinszuständen spielte auch in der Genese des Stücks eine entscheidende Rolle.</p>
<p>Ein Großteil von <em>The Green Lion Eats the Sun</em> entstand am Flughafen in Boston, wo Liza Lim eine siebenstündige Verspätung abwarten musste.<br />
Aus der misslichen Lage ergab sich eine ideale kreative Situation:<br />
»Umgeben von dieser Schicht aus Lärm und frustrierten Passagieren, kam ich in einen fokussierten Geistes- und Daseinszustand. Nichts konnte mich stören. Nichts konnte mich berühren.<br />
Das ist die Ekstase des Kunstschaffens. Die Musik macht dich und du machst die Musik.«</p>
<p>&nbsp;</p>
<p><em>Text aus dem Programmheft der Uraufführung vom 19.04.2015 bei Musikfabrik im WDR 53, geschrieben von Michael Rebhahn.</em></p>
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