25 Jahre
Ensemble
Musikfabrik

DE / EN

1990

GründuNg

90

Auf Initiative des nordrhein-westfälischen Kultusministeriums und angeregt durch Gerhard Stäbler, Nicolaus A. Huber, Bernhard Wambach und Johannes Kalitzke wurde das Ensemble Musikfabrik - damals noch als Musikfabrik NRW - aus der Taufe gehoben. Die Schirmherrschaft des jungen Ensembles übernahm der damalige Ministerpräsident Johannes Rau.

Foto: Ensemble Musikfabrik
© Gudrun Webel

Debüt

91

Beim ersten öffentlichen Auftritt des Ensemble Musikfabrik im Rahmen der Wittener Tage für Neue Kammermusik spielte es u.a. das Stück „Salto. Trapez. Ikarus“ von Johannes Kalitzke, der im Rückblick sagt: „Ich denke gerne an die Entstehung des Stückes zurück, denn sie wurde von der Euphorie getragen, die die Aufbauarbeit des Ensembles begleitete, und es war stimulierend, auf eine Gruppe von neugierigen und motivierten Solisten hinzuschreiben. Bei aller Wertschätzung für die mittlerweile so routinierte Spielpraxis von Orchestern und Ensembles im Allgemeinen, man konnte dort - bei allem unvermeidbaren Geknirsche im Gebälk - die Energie eines Neuanfangs als Ausnahmezustand auskosten.“

Foto: Johannes Kalitzke
© Gudrun Webel

Musik: Ausschnitt aus „Salto. Trapez. Ikarus.“

1991

1992

Die jungen
Wilden

92

Das Ensemble Musikfabrik präsentiert bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik seine erste Musiktheaterproduktion: Franz Martin Olbrischs „Der gebrochene Spiegel“.

Im gleichen Jahr gab es sein erstes Konzert bei den Donaueschinger Musiktagen und eröffnete die Darmstädter Ferienkurse. Konzerte, in denen die Musiker eine „eigene Ensembleästhetik“ herausbildeten, „eine außerordentlich präsente vitale, hyperexpressive, ja – analog der Ästhetik der ‚jungen Wilden’ in der Malerei – ‚wilde’ Klangästhetik entfalteten.“ (Reinhard Oehlschlägel)

Foto: Ensemble Musikfabrik
© Gudrun Webel

MauriciO
Kagel

Als herzliche „Kumpanei“ hat Kagel selbst seine Beziehung zum Ensemble Musikfabrik beschrieben, die 1996 begann. Ein Verhältnis, das auf zahlreichen gemeinsamen Aufführungen fußte: ob im muffigen Salon von John Blue oder in der konzertanten „Farce“ „Divertimento“. Mit den „Stücken der Windrose“ bereiste das Ensemble buchstäblich alle Richtungen des Kompasses.

Sein Vermächtnis, das Kagel auf Verse Heinrich Heines „In der Matratzengruft“ schrieb, führte das Ensemble posthum in seinem Andenken erstmals auf.

Foto: Mauricio Kagel & Ensemble Musikfabrik bei Proben zu „Blue‘s Blue“
© Klaus Rudolph

Musik: „Mauricio Kagel - In der Matratzengruft Andantino“

96

1996

(N(A(CH)T)

96

„Unvergeßlich der Anblick vieler Einzelheiten, so der Verwandlung der Notenständer in Notenhänger (wenn die Spieler auf dem Rücken liegend musizieren), des Dialogs eines Instrumentalisten mit einem im Dunkel glühenden Erdloch (das in Wahrheit ein herabgefallenes, beleuchtetes Notenblatt ist) oder der Szene, in der ein Mitwirkender zusammengeschlagen wird, der zu diesem Zweck mit nichts als lauter Schlagzeug bekleidet ist.“ (DIE ZEIT 10/05/96) Unvergesslich war die Uraufführung Friedrich Schenkers Bühnenwerks (N(A(CH)T) bei den Wittener Tagen für Neue Kammermusik auch für die Musiker des Ensemble Musikfabrik, da Sie unter der Regie der Choreografin Reinhild Hoffmann erstmals szenisch agierten.

Foto: Uraufführung Friedrich Schenkers bei den Wittener Tagen
für neue Kammermusik 1996

1996

1997

KarlheinZ
StOckhausen

97

Auch Karlheinz Stockhausen war und ist eine der prägenden Komponistenpersönlichkeiten in der Ensemblegeschichte. Intensive und herausfordernde Probenarbeit wie die zur Uraufführung des Rotary Quintetts oder zur CD-Produktion MOMENTE prägte die enge Zusammenarbeit, die 1997 ihren Anfang nahm. Ein Teil des Ensembles stand auf diese Weise über Jahre hinweg in stetigem Austausch mit dem Meister aus Kürten.

Fotos:
Karlheinz Stockhausen © Klaus Rudolph
Proben für das Rotary Quintett © privat

Übernahme der
künstlerischen
Leitung

Seit der Gründung lag die künstlerische Entwicklung des Ensembles bei den Vorständen Nicolaus A. Huber, Johannes Kalitzke, Gerhard Stäbler und Bernhard Wambach. Im Prinzip wie ein Orchester im Kleinen angelegt - mit denselben hierarchischen Strukturen – kam es nach den Findungsjahren zum grundlegenden Reset. Die Musiker nahmen 1997 ihre Geschicke selbst in die Hand – und das Ensemble Musikfabrik begann in Eigenverantwortung richtig Fahrt aufzunehmen.

Foto: Kokerei Essen  
© Klaus Rudolph

97

1997

1998

ASK LITTLE
AUTO

98

In der Produktion „ASK LITTLE AUTO WHERE IT WANTS TO TAKE YOU“ mit Stücken von John Cage inszeniert von Reinhild Hoffmann, manifestierte sich ein neues Selbstverständnis des zeitgenössischen Solisten.

Ob als Mimen, Sprecher, an Spielzeuginstrumenten oder als Bühnentechniker - die Solisten des Ensemble Musikfabrik probten in einer achtwöchigen Arbeitsphase und bei zahlreichen Konzerten den Ausstieg aus automatisierten Fertigungsverfahren.

Fotos: © Klaus Rudolph

Schicht-
wechsel

00

Mit der Produktion „Schichtwechsel“ des Komponisten Manos Tsangaris nahm Ensemble Musikfabrik – im Auftrag des Schauspiel Köln – die Halle Kalk in Beschlag. Als Dirigent agierte ein Tänzer und die „Musikfabrikanten“ durften an einem der großen musiktheatralischen Abende ihres ersten Lebensjahrzehnts stilecht in Blaumänner schlüpfen.

Foto: Manos Tsangaris „Schichtwechsel“
© Klaus Rudolph

2000

2002

UmZug nach
Köln

02

Mit dem Umzug von Düsseldorf nach Köln, zunächst in das Industriegebiet Maarweg in Köln-Ehrenfeld, findet das Ensemble endlich seine Heimat in der traditionsreichen Musikstadt.

Das ehemalige Presswerk der EMI Electrola wird das erste Domizil der Musikfabrik – ein Provisorium, das über mehrere Jahre anhielt.

Foto: © Jeroen van der Spek

Akademie
Musikfabrik

02

In 2002 beginnt auch die umfassende Auseinandersetzung mit konzertpädagogischen Formaten. Aus ersten an Konzertprogramme gekoppelten Workshops (z.B. die Reihe plug-in) hat sich inzwischen die Akademie Musikfabrik herausgebildet mit einem breitgefächerten Musikvermittlungs- und Mitmachangebot für verschiedene Ziel- und Altersgruppen.

Fotos: Erste Auseinandersetzungen mit Neuer Musik
© Klaus Rudolph

2002

InsideOut

In der Produktion „Insideout“ von Sasha Waltz und Rebecca Saunders gingen die Solisten des Ensemble Musikfabrik auf Tuchfühlung mit dem Publikum und wurden als lebendige Skulpturen prägender Bestandteil der Inszenierung. Die Koproduktion mit dem Steirischen Herbst und der Berliner Schaubühne am Lehniner Platz wurde zum Hit und ist seit der Premiere in Graz über 100 Mal nachgespielt worden.

Foto: „Insideout“ an der Schaubühne am Lehniner Platz
© Klaus Rudolph

03

2003

2003

Musikfabrik
im WDR

03

Mit der eigenen Uraufführungsreihe „Musikfabrik im WDR“ begann 2003 ein neues Kapitel für Ensemble Musikfabrik. Denn zum ersten Mal hatte es einen festen Ort gefunden, seine Arbeit zu präsentieren: den Großen WDR Sendesaal des WDR. In vier Konzerten pro Jahr kann das Ensemble dort neue Ideen und Projekte vorstellen.

Es ist neben den Partnern WDR und KölnMusik insbesondere der großzügigen Förderung der Kunststiftung NRW zu verdanken, dass aus der Kooperation mittlerweile über 60 Uraufführungen hervorgegangen sind.

Fotos: Verschiedenste Auseinandersetzungen mit alternativen Ausdrucksformen in der Reihe „Musikfabrik im WDR“
© Klaus Rudolph

Musik: Ausschnitt aus David Lang "Are you experienced?"

Gründung des
KuratOriums

05

Das Kuratorium unterstützt das Ensemble seit 2005 und gibt elementaren Rückhalt in Politik und Kultur. Gründungsmitglieder waren Dr. Norbert Lammert, Präsident des deutschen Bundestages, Louwrens Langevoort, Intendant der Kölner Philharmonie, Edith Müller, Vizepräsidentin des Landtags NRW a.D., Marc Jan Eumann, damaliger Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Landtagsfraktion NRW und Chris Schmidt-Hofmann, als Vertreterin der Staatskanzlei.

Heute setzt sich das Kuratorium unter dem Vorsitz von Oliver Keymis, Vizepräsident des Landtags NRW, für die Belange des Ensembles ein.

Foto: © Janet Sinica

2005

2005

Shelter

05

Mit „Shelter“ von Michael Gordon, David Lang und Julia Wolfe (Libretto: Deborah Artman, Film: Bill Morrison) gastierte Ensemble Musikfabrik 2005 erstmals in New York. An der Brooklyn Academy of Music bot sie mit amerikanischem Minimalismus Zuflucht, Obdach, Schutz – denn all das meint „Shelter“. Ein Export der Reihe Musikfabrik im WDR, in der das szenische Oratorium im gleichen Jahr seine Uraufführung erlebte.

Fotos: Uraufführung von „Shelter“ im WDR Funkhaus am Wallrafplatz
© Klaus Rudolph

MICHAELS REISE
UM DIE ERDE

08

In 2008 fand Ensemble Musikfabrik seine dauerhafte Bleibe im Kölner Medipark und zog somit vom Industriegebiet ins Herz der Stadt. Wenn das Ensemble auch sesshaft wurde, intensivierte es doch seine Reisetätigkeit. In Stockhausens „MICHAELS REISE UM DIE ERDE“ fliegt es mit Michael, dem Engelfürst in Stockhausens Opernzyklus „LICHT“, in sieben Stationen um die Welt. Diese erste gefeierte Zusammenarbeit mit dem Theaterkollektiv La Fura Dels Baus wurde zu einer wichtigen Tournee für das Ensemble - „Stockhausen auf dem Weg in die Popkultur“ titelte die FAZ.

Fotos: © Klaus Rudolph und Agathe Poupeny

2008

2009

StudiO
Musikfabrik

09

2006 vom Landesmusikrat NRW gegründet, steht Studio Musikfabrik seit 2009 unter der Leitung von Ensemble Musikfabrik – und ist somit weltweit das einzige Nachwuchsensemble, das in die Infrastruktur eines professionell arbeitenden Ensembles mit entsprechender Besetzung eingebettet ist. Die Profimusiker stehen den Jungmusikern als Dozenten zur Seite, geben ihnen fachkundige Anleitung und Hilfestellung. Seit nunmehr 10 Jahren knüpft Studio Musikfabrik sein internationales Netzwerk, es reiste nach Südostasien und in die USA und trat 2012 als erstes Jugendensemble bei den Darmstädter Ferienkursen für Neue Musik auf.

Video: Hans Werner Henze - GISELA!

Fotos: © Heike Fischer und Janet Sinica

EditiOn
Musikfabrik

10

Seit 2010 veröffentlicht Ensemble Musikfabrik in der „Edition Musikfabrik“ bei WERGO die Höhepunkte aus der Fülle an Uraufführungen der Konzertreihe „Musikfabrik im WDR“. Waren zunächst nur sieben Ausgaben geplant, verdanken wir es der kontinuierlichen Unterstützung der Kunststiftung NRW und dem Erfolg der Reihe – die erste CD wurde 2011 mit dem ECHO-Klassik ausgezeichnet – dass es weitergeht. Und noch mehr: Seit der achten Ausgabe schmücken Bilder von Gerhard Richter die Booklet-Poster.

Musik: Ausschnitt aus Jonathan Harvey „Sprechgesang“

2010

Klang -
die 24 Stunden
DES Tages

Im Rahmen der MusikTriennale, das heutige Festival ACHT BRÜCKEN, führte Ensemble Musikfabrik Karlheinz Stockhausens durch seinen Tod unvollendeten, letzten Werkzyklus, KLANG, DIE 24 STUNDEN DES TAGES, erstmals auf: mit 175 Aufführungen an zwei Tagen. In neun verschiedenen Spielstätten in Köln hatte der eifrige Besucher die einmalige Gelegenheit alle 21 von Stockhausen komponierten „Stunden des Tages“ zu hören.

Foto: Karlheinz Stockhausen „GLANZ“
© Klaus Rudolph

10

2010

MOntags-
kOnZerte

11

„DANKE wieder einmal für ein phantastisches Konzert! Ich bin jedes Mal sehr begeistert und gehe nach den Konzerten ganz beschwingt und inspiriert nach Hause. Es ist einfach schön zu sehen, wie viel Freude die Musiker ausstrahlen!“

Im Oktober 2011 lud Ensemble Musikfabrik das erste Mal zum „Montagskonzert in der Musikfabrik“ ein. Die Programme der Montagskonzerte werden von einzelnen Musikern des Ensembles kuratiert, die sich hier als künstlerische Persönlichkeiten mit ästhetischen und intellektuellen Präferenzen zeigen, und sind bei freiem Eintritt ein Geschenk an alle Freunde des Ensemble Musikfabrik.

2011

2011

SONNTAG
aus LICHT

11

Für die meisten Menschen ist der SONNTAG ein Ruhetag. Auch für Karlheinz Stockhausen, dessen SONNTAG aus seinem Opernzyklus LICHT ganz der Anbetung und Feier der Schöpfung gewidmet ist. Die szenischen Uraufführung im Kölner Staatenhaus, die erste Zusammenarbeit zwischen Ensemble Musikfabrik und Oper Köln, in der Inszenierung des Theaterkollektivs um Carlus Padrissa (La Fura dels Baus) wurde zu einem weltweit diskutierten Ereignis. Unter diesen Umständen nimmt ein Ensemble gern in Kauf, dass auch ein SONNTAG ein Arbeitstag ist.

Video: Sonntag aus Licht, Trailer

Fotos: Uraufführung im Kölner Staatenhaus
© Klaus Rudolph

COmpOser
COllider

12

2012 etablierte Ensemble Musikfabrik die Nachwuchsförderreihe Composer Collider. Hier erarbeiten Kompositionsstudenten und –absolventen gemeinsam mit den Ensemblemusikern ihre eigenen Werke. Die Zusammenarbeit mit einem Profiensemble und einem Dirigenten ermöglicht den jungen Komponisten, Kompositionsentwürfe zu entwickeln und zu professionalisieren. Die Beschäftigung mit der Spielpraxis der einzelnen Instrumente steht dabei im Fokus.

Video: Multiphonics for Flute with Helen Bledsoe

Foto: © Heike Fischer

2012

2012

Partch-
Instrumente

12

Harry Partch schuf ein hochkomplexes Tonsystem, das die Oktave in 43 Töne unterteilt und die Realisierung seiner Musik auf klassischen Instrumenten unmöglich macht. An der School of Music der University of Washington in Seattle existiert der einzige komplette, originale Satz der von Harry Partch entwickelten Instrumente, was ihn als einen der Urväter der Mikrotonalen Musik in Europa nahezu unbekannt machte. Anlässlich der Premiere von Partchs Meisterwerk „Delusion of the Fury“ bei der Ruhrtriennale 2013 wurde das gesamte mikrotonale Instrumentarium – mehr als 50 Saiten-, Schlag-, Glocken-, Tasten- sowie kleinere Handinstrumente – unter der Leitung von Thomas Meixner für Ensemble Musikfabrik nachgebaut: „eine Arbeit zwischen Selbstverleugnung, angewandter Physik und akustischer Himalaya-Expedition“ (DIE ZEIT). Dieses Mammutprojekt wurde durch die Kulturstiftung des Bundes und die Kunststiftung NRW gefördert.

Video: Harry Partch Project

Fotos: © Klaus Rudolph und Astrid Ackermann

DelusiOn Of
the Fury

13

„Partch liebte die physische Präsenz seiner Gerätschaften, und auch von den Musikern erwartete er Spielen, Summen, Singen, was das Ensemble Musikfabrik als äußerst animierter Haufen fabelhafter Individualisten prächtig erfüllte.“ - Süddeutsche Zeitung, 26.8.2013

Zur Eröffnung der Ruhrtriennale 2013 inszenierte Heiner Goebbels in einem wegweisenden Auftakt zu weiteren Aufführungen Harry Partchs „Delusion of the Fury – A Ritual of Dream and Delusion“ (1965–66) als europäische Erstaufführung. In „Delusion of the Fury“, das als Schlüsselwerk und musikalische Quintessenz im Schaffen Harry Partchs gilt, wird Ensemble Musikfabrik zum kollektiven Protagonisten einer musikalisch-theatralen Szenerie, bei der vor allem die außergewöhnlichen Instrumente, aber auch die Aktionen der Instrumentalisten auf der Bühne, den individuellen Kosmos Harry Partchs präsentieren.

Video: The Staging of Delusion of the Fury

Fotos: Europäische Erstaufführung von „Delusion of the Fury“ bei der Ruhrtriennale 2013
© Klaus Rudolph

2013

2014

Label
musikfabrik

14

2014 wurde das Label Musikfabrik gegründet. Im Onlinelabel werden aktuelle Produktionen aus dem hauseigenen Studio des Ensemble Musikfabrik per Mausklick dem Hörer zugänglich gemacht. Mit mehr als 30 veröffentlichten Werken, u.a. von Helmut Lachenmann, Rebecca Saunders, John Cage und Mauricio Kagel, zeigt sich im Label Musikfabrik eine musikalische Bandbreite, die ebenso vielfältig ist wie unser Repertoire.

Fotos: © Klaus Rudolph

Musik: Ausschnitt aus Rebecca Saunders „To and fro“

Campus
Musikfabrik

15

Seit Januar 2015 lädt Campus Musikfabrik, das kreative Fortbildungs- und Forschungsprogramm des Ensemble Musikfabrik, Komponisten, Musiker, Künstler und Veranstalter zu mehreren, über das Jahr verteilten Arbeitsphasen ein, um in freien Konstellationen zusammenzuarbeiten. Ermöglicht durch die Kunststiftung NRW ist Campus Musikfabrik ein offener Raum, in dem in laborartigen Probensituationen interdisziplinäre Arbeitsweisen ohne Druck zueinander finden können. Ein großer Luxus und eine ebenso große Notwendigkeit für ein Ensemble für Neue Musik ist es, sich fernab von Marktzwängen auf neuartige Konzepte und kreative Begegnungen einlassen zu können. Mit Konzerten, Vorträgen und Diskussionsrunden öffnet sich Campus Musikfabrik außerdem für die Öffentlichkeit.

Fotos: © Klaus Rudolph

2015

pitch 43_
tuning the cOsmOs

Erstmals in Europa schaffte das Ensemble Musikfabrik durch die Rekonstruktion des Partch-Instrumentariums die Voraussetzung, das faszinierende, exotische Œuvre Harry Partchs zu entdecken. Mit pitch 43_tuning the cosmos geht es einen Schritt weiter: Komponisten erhalten die Möglichkeit, die einzigartigen Instrumente zu studieren und dafür neue Werke zu schreiben. Das Projekt ist Werkschau und Labor gleichzeitig: die Präsentation einer musikalisch bisher nahezu unbekannten, äußerst farbenreichen Facette der zeitgenössischen Musik des 20. Jahrhunderts, und ein brandaktueller Einblick in den Umgang junger Komponisten des 21. Jahrhunderts mit dem musikalischen Erbe Harry Partchs.

Foto: Carola Bauckholt und Dirk Rothbrust an den Cloud-Chamber Bowls
© Klaus Rudolph

15

2015

2016

TreE Of COdES

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„Inwieweit formt das Erbe unserer Gene, unserer Geschichten und unbewussten Überzeugungen, das, was wir sind, unsere Sehnsüchte und Verhängnisse?“ Dies fragte das Musitheaterstück „Tree of Codes“ von Liza Lim, das 2016 an der Oper Köln Premiere feierte. Eine Produktion, die in einer langjährigen Zusammenarbeit zwischen der Komponistin, dem Team um Regisseur Massimo Furlan und den Musikern entstand und dem Ensemble mit seinen spezifischen Fähigkeiten und Instrumenten quasi auf den Leib geschrieben wurde.
Heraus kam „eine spannende Entdeckung für das Musiktheater, klug konzipiert und von eminenter Klangsinnlichkeit“ (Deutschlandradio Kultur).

Video: Liza Lim: Tree of Codes

Fotos: Uraufführung an der Oper Köln
© Paul Leclaire

SelbstPOrtRait

16

Den 25. Geburtstag feiert Ensemble Musikfabrik insbesondere mit einer Reihe von Konzerten in der Heimatstadt. Ein Höhepunkt ist die Uraufführung von „RICHTERS PATTERNS“ in der Kölner Philharmonie. Kollaborationen wie diese, mit dem Maler Gerhard Richter, oder mit Alexandra Waierstall im Rahmen einer neuen Choreographie für John Cages „16 Dances“ setzen Impulse für einen interdisziplinären, gemeinschaftlichen Schaffensprozess.

Foto: © Jonas Werner-Hohensee

2016